Bom Jesus (Schiff)

Bom Jesus
Auf Grund gelaufene Bom Jesus (links unten) der Indienflotte 1533
Schiffsdaten
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Flagge style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Flag of Portugal (1495).svg Portugal
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Schiffstyp style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Nao
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Heimathafen style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Lissabon
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Eigner style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | König Johann III.
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Verbleib style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | gesunken 1533
Schiffsmaße und Besatzung
Takelung und Rigg
style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | Anzahl Masten style="width:Vorlage:Infobox Schiff/SchiffsboxSpalte%; border-color: #FFFFFF" | 2
Sonstiges

Die Bom Jesus war eine 1533 vor der Küste des heutigen Namibia auf dem Seeweg nach Indien versunkene portugiesische Karacke von Johann III. Es handelt sich um das älteste südlich der Sahara gefundene Schiffswrack und das zweite Schiff dieses Typs, das archäologisch untersucht werden konnte.

Letzte Fahrt

Es handelte sich bei der Bom Jesus um eine Nao. Das neugebaute Schiff verließ am Freitag, dem 7. März 1533, als Teil der sieben Schiffe umfassenden 45. portugiesischen Indienflotte von Dom João Pereira Lissabon.[1][2]

Die Flotte sollte das Kap der Guten Hoffnung umfahren, um dann Richtung Indien zu segeln. In Goa, Cochin, Sofala, Mombasa, Sansibar oder Ternate sollten dann Gewürze angekauft und zurück nach Portugal gebracht werden. Der Handel mit Pfeffer, Muskat, Ingwer oder Zimt erbrachte zu der Zeit Gewinnspannen, die den Einsatz vertausendfachen konnten. Das Schiff stand unter dem Kommando von Dom Francisco de Noronha, an Bord waren etwa 250 Personen, mehrere Tonnen Kupfer als Handelsgut und eine große Zahl an Münzen. Vor der Westküste des Südlichen Afrika geriet die Nao in ein Unwetter und ging vor dem späteren Diamantensperrgebiet unter. Von Überlebenden des Unglücks ist nichts bekannt.

Fund des Wracks

Bom Jesus (Namibia)
Bom Jesus
Walvis Bay
Windhoek
Lüderitz
Henties Bay
Torra Bay
Oranjemund
Chess srt45.svg Nicht mehr sichtbares Wrack
Blue pog.svg Orte

Robert Burrell, dem Chefgeologen des Diamantenunternehmens NAMDEB, fiel am 1. April 2008 im gesperrten Offshore-Bereich der NAMDEB (MA1), 18 km nördlich von Oranjemund, ein runder Stein auf, der sich als eine sogenannte Halbgossenkugel aus Kupfer herausstellte. Sie war gekennzeichnet mit dem Dreizack-Signet der Fugger. Weiter fand er Röhren aus Kupfer oder Bronze und nahm Kontakt mit dem Minenarchäologen der NAMDEB auf. Dieser identifizierte die Röhren als Berços genannte Hinterladerkanonen aus der Zeit um 1535.
Bei den folgenden archäologischen Ausgrabungen wurden das Wrack der Bom Jesus und mehrere tausend Artefakte ausgegraben. Es handelte sich um Kanonen und Schwerter, Elfenbein, Blei, Holzteile, Seilreste, Astrolabien, Musketen oder Küchenpfannen, 20 Tonnen Kupfer und 2159 Münzen. Die meisten Münzen waren spanische Excelentes mit der Darstellung von Isabella I. von Kastilien und ihrem Ehemann Ferdinand II. von Aragón, aber auch portugiesische Portuguez-Münzen mit dem Wappen Johanns III. von Portugal. Daneben fanden sich noch Münzen aus venezianischen, maurischen und französischen Münzstätten.[3] Insgesamt fand man mehr als 7.000 Artefakte, davon mindestens 2500 Gold- und Silbermünzen.[4]

NAMDEB wurde für den Fund und Erhalt des Wracks 2015 mit dem Preis des African World Heritage Fund ausgezeichnet.[3]

Aktueller Stand

Das Schiff galt 2011 als komplett gesichert, nachdem Archäologen mehr als zwei Jahre an diesem arbeiteten.[5]

Im Gespräch (Stand April 2017) ist eine Ausstellung des Wracks im Maritimen Museum Lüderitz in Lüderitz (Eröffnung für 2019[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} geplant) oder in einem zu schaffenden Museum in Oranjemund.[4]

Die Funde sollen sich (Stand 2017) in einer Lagerhalle bei Oranjemund befinden.[6] Informationen der namibischen Museumsvereinigung nach (Stand 2020) sollen sich alle Artefakte in einem Erhaltungs- und Erforschungslabor (Oranjemund Shipwreck Collection) im Upvley bei Oranjemund befinden. Dieses ist mit vorheriger Genehmigung geöffnet.[7]

Siehe auch

  • Liste der Schiffswracks an der Küste Namibias

Literatur

  • Wolfgang Knabe, Dieter Noli: Die versunkenen Schätze der Bom Jesus: Sensationsfund eines Indienseglers aus der Frühzeit des Welthandels, Nicolai, Berlin 2012, ISBN 978-3-89479-732-4.
  • Ekkehard Westermann: Die versunkenen Schätze der Bom Jesus von 1533. Die Bedeutung der Fracht des portugiesischen Indienseglers für die internationale Handelsgeschichte – Würdigung und Kritik. in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Band 100, Heft 4, Stuttgart 2013, S. 459–478.

Weblinks

Einzelnachweise

Die News der letzten Tage