Erdgeschichte - Devon

Kategorie:


Im Devon befinden sich Gondwana und Euramerika auf Kollisionskurs, Riffe wachsen und versinken wieder. Es findet eine Aufwölbung der Mitteldeutschen Schwelle als Vorzeichen auf die drohende Plattenkollision statt. Das Festland wird erfolgreich durch Pflanzen und Insekten besiedelt, es gibt Süßsasserfische und erste Amphibien. Graptolithen und Tentakuliten sterben aus.

Geologie

Durch die Kaledonische Gebirgsbildung ist auf dem neuen Großkontinent Euramerika das ausgedehnte "Old-Red-Festland" entstanden. Weitläufige Schelfmeere bedecken die Westseite des Großkontinents (Nordamerika) und die Ostseite (Rußland). Die Südseite dagegen säumt der schmale Varistische Meerestrog (Mitteleuropa). Südlich davon nähert sich Gondwana mit Ur-Südeuropa, das bereits im Mittel-Devon tropische Breiten erreicht. Bei weiterer Annäherung wird die Mitteldeutsche Schwelle aufgewölbt und damit die Varistische Gebirgsbildung angekündigt. Weltweit tritt früh im Ober-Devon ein Massensterben der Lebewelt auf.

Der Abtragungsschutt des Kaledonischen Gebirges füllt sowohl die Binnensenken des Old-Red-Festlandes (England, Schottland), als auch den Varistischen Meerestrog (Ardennen, Rheinisches Schiefergebirge). Als im Mittel-Devon die Old-Red-Gebirgshöhen eingeebnet sind, und die Schüttung in den Varistischen Trog nachläßt, überwiegen dort fortan Korallen-Riffe (Eifel, Sauerland). Im späten Devon versinken die Riffe, während gleichzeitig wieder festländischer Erosionsschutt in den Trog gelangt. Er stammt von der südlich angrenzenden Mitteldeutschen Schwelle, die nach ihrem Verlanden zum Abtragungsgebiet geworden ist. Südlich davon, bis hin nach Gondwana, schließt sich der Paläotethys-Ozean mit seinen Randmeeren an (Frankenwald, Thüringer Wald, Böhmen, Karnische Alpen, Spanien).

Pflanzen im Devon

Die Küstensäume und feuchten Niederungen werden von Gefäßpflanzen und zunehmend von Ur-Bärlapp, Schachtelhalm, Ur-Farn und Ur-Samenpflanzen besiedelt. Während am Anfang des Devons die Gefäßpflanzen noch niedrig sind, gibt es am Ende der Periode Waldbäume bis zu 30 Meter Höhe. Damit erweist sich das Devon als der wichtigste Abschnitt der Erdgeschichte für die Entwicklung der Pflanzen (es gibt schon Kohlevorkommen). Die Pflanzendecke bietet nun auch Milben, Spinnen und flügellosen Insekten Lebensraum.

Tiere im Devon

Dem Leben in flachen Binnengewässern haben sich Quastenflosser angepaßt. Ihre paarigen Brust- und Bauchflossen mit knöchernen Stützskeletten leiten stammesgeschichtlich zu den Vierfüßern über, die noch vor Ende des Devons in Gestalt des ersten Amphibiums Ichthyostega auftreten. Vom Leben im Meer sind Conodonten, Trilobiten und vor allem Brachiopoden aus der Gruppe der Spiriferen überliefert. Bei den Cephalopoden entstehen im frühen Devon die spiralig aufgerollten Alt-Ammoniten. Die Graptolithen und Tentakuliten dagegen sterben aus.

Pflanzen im Devon

Die Küstensäume und feuchten Niederungen werden von Gefäßpflanzen und zunehmend von Ur-Bärlapp, Schachtelhalm, Ur-Farn und Ur-Samenpflanzen besiedelt. Während am Anfang des Devons die Gefäßpflanzen noch niedrig sind, gibt es am Ende der Periode Waldbäume bis zu 30 Meter Höhe. Damit erweist sich das Devon als der wichtigste Abschnitt der Erdgeschichte für die Entwicklung der Pflanzen (es gibt schon Kohlevorkommen). Die Pflanzendecke bietet nun auch Milben, Spinnen und flügellosen Insekten Lebensraum.

Tiere im Devon

Dem Leben in flachen Binnengewässern haben sich Quastenflosser angepaßt. Ihre paarigen Brust- und Bauchflossen mit knöchernen Stützskeletten leiten stammesgeschichtlich zu den Vierfüßern über, die noch vor Ende des Devons in Gestalt des ersten Amphibiums Ichthyostega auftreten. Vom Leben im Meer sind Conodonten, Trilobiten und vor allem Brachiopoden aus der Gruppe der Spiriferen überliefert. Bei den Cephalopoden entstehen im frühen Devon die spiralig aufgerollten Alt-Ammoniten. Die Graptolithen und Tentakuliten dagegen sterben aus.


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages
AL 333-23
AL 333-23

Australopithecus afarensis

Elemente: PAR frag.

Hadar, Äthiopien

09.07.2020
Seidenstraße: Auch Hirten hielten Katzen als Haustiere
Hauskatzen, wie wir sie heute kennen, haben kasachische Hirten schon vor über 1.000 Jahren als Haustiere begleitet..
07.07.2020
Süditalien: Neandertaler starben nicht wegen Kälte aus
Klimaschwankungen werden dafür häufig als Auslöser vermutet – für Süditalien konnte diese Ursache nun ausgeschlossen werden..
18.06.2020
Neandertalergene in der Petrischale
P.
17.06.2020
Ein Neandertaler aus der Tschagyrskaja-Höhle
Bisher hatten Forschende die Genome von zwei Neandertalern in einer hohen Qualität sequenziert..
17.06.2020
Beeindruckende Zeugnisse des Krieges
S.
17.06.2020
Historisches Superfood: Grünkern wussten schon die Kelten zu schätzen
B.
29.05.2020
Wer waren die Kanaaniter?
Die Menschen, die in dem als Südlevante bekannten Gebiet – das heute als Israel, Jordanien, Libanon und Teile Syriens bekannt ist – um 3.500 bis 1.150 v..
29.05.2020
Frauen mit Neandertal-Gen bringen mehr Kinder zur Welt
Eine von drei Frauen in Europa hat den Rezeptor für Progesteron von Neandertalern geerbt - eine Genvariante, die mit erhöhter Fruchtbarkeit, weniger Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft und weniger Fehlgeburten in Verbindung steht..
20.05.2020
300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten
Was am Seeufer geschah: Archäologen dokumentieren Spuren von Steinzeitmenschen und Fußabdrücke von Elefanten.
12.05.2020
Ältester Homo sapiens Europas lebte im Jungpaläolithikum
Ein internationales Forschungsteam berichtet über neue Fossilien des Homo sapiens aus der Bacho-Kiro-Höhle in Bulgarien..
23.04.2020
Evolutionäre Wurzeln des Sprachnetzwerks im Gehirn entdeckt
Das Sprachnetzwerk im Gehirn von Menschen hat einen früheren evolutionären Ursprung als bislang angenommen..
21.04.2020
Das menschliche Gebiss als Spiegel unserer Evolution
Wissenschaftler der Universität Tübingen ermitteln, welche Eigenschaften der Zähne zur Rekonstruktion genetischer Verwandtschaft genutzt werden können.
21.04.2020
300.000 Jahre alter Wurfstock dokumentiert die Evolution der Jagd
Eiszeitmenschen aus Schöningen setzten Holzwaffen bei der Jagd auf Wasservögel und Pferde ein.
09.04.2020
Landwirtschaft begann im Amazonas vor 10.000 Jahren
Wie eine neue Studie zeigt, begannen die Menschen vor mehr als 10’000 Jahren im Südwesten des Amazonas mit dem Anbau von Maniok und Kürbissen, 8'000 Jahre früher als bisher angenommen..
27.03.2020
Auch Neandertaler aßen Muscheln, Fisch und Robben
Bereits die Neandertaler ernährten sich vor über 80.000 Jahren regelmäßig von Muscheln, Fisch und anderen Meeresbewohnern..
03.03.2020
Affen kommunizieren, Menschen haben Sprache
So verzückt Eltern auch sind, wenn ihr Kleines das erste Mal „Ma-Ma“ oder „Pa-Pa“ brabbelt – ehe daraus Sätze entstehen, muss noch viel passieren..
25.02.2020
Ausgewandert
Sibirische Neandertaler stammten von verschiedenen europäischen Populationen ab
25.02.2020
Jede Mittelmeerinsel hat eigenes genetisches Muster
Schon vor der Zeit der mediterranen Seefahrerzivilisationen gab es prähistorische Wanderungen aus Afrika, Asien und Europa auf die Mittelmeerinseln..
18.02.2020
Die Ernährungsweise fossiler Wirbeltiere rekonstruieren
Aus prähistorischer Zeit liegen bisher nur wenig gesicherte Erkenntnisse über die Ernährung der damaligen Tiere und Menschen vor..
18.02.2020
2.700 Jahre alter Tempel im äthiopischen Hochland entdeckt
E.
05.02.2020
Prähistorisches Skelett in Südmexiko entdeckt
Ein prähistorisches menschliches Skelett, das in Südmexiko geborgen werden konnte, ist mindestens 10.000 Jahre alt und stammt wahrscheinlich aus der letzten Eiszeit..
28.01.2020
Neandertaler gingen für ihre Werkzeuge ins Wasser
Neandertaler sammelten Muschelschalen und Bimsstein aus den Küstengewässern, um sie als Werkzeuge zu benutzen.
06.01.2020
Forscher bestimmen das Alter des letzten bekannten Lagerplatzes von Homo erectus
Ein internationales Forscherteam hat das Alter des letzten bekannten Lagerplatzes von Homo erectus bestimmt, einem der direkten Vorfahren des modernen Menschen..
29.11.2019
Affen informieren Gruppenmitglieder über Gefahren
Menschen stehen oft vor der Wahl, ob sie zum Allgemeinwohl beitragen oder sich egoistisch verhalten und andere sich verausgaben lassen möchten..
25.11.2019
Menschliche Musikalität verbindet alle Kulturen: Kognitionsbiologen erforschen universelle Eigenschaften der Weltmusik
Ist Musik wirklich eine "universelle Sprache"? Zwei Artikel in der aktuellen Ausgabe von Science unterstützen die These, dass Musik auf der ganzen Welt – trotz vieler Unterschiede – große Gemeinsamkeiten aufweist..