Zafarraya - Homo neanderthalensis

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FUNDFUNDORTALTERENTDECKERDATUM
Unterkiefer, FemurZafarraya, Südspanienca. 33.400Cecilio Barroso, Paqui Medina1983
VERÖFFENTLICHUNG
Hublin J.J., Barroso Ruiz C., Medina Lara P., Fontugne M., Reyss J.-L., 1995 -The Mousterian site of Zafarraya (Granada, Spain): dating and implications on the palaeolithic peopling processes of Western Europe. C. R. Acad. Sc. Paris. 321 (IIa): 931-937. PDF

Zafarraya ist ein attraktives, kleines Dorf in der Nähe von Malaga in Südspanien. Es liegt am Fuße der Sierra Tejeda Berge auf einer Höhe von 893 Metern über dem Meeresspiegel. Das Dorf hat rund 2.500 Einwohner und ist umgeben von grünen Wiesen, Weinbergen und Pinienwäldern, die die Berghänge emporwachsen.

Die Bergsilhouette der Sierra Tejeda wird von einer großen, U-förmigen Lücke unterbrochen, die als »El Boquete de Zafarraya« bekannt ist. Durch sie hindurch führt eine Straße, die die Provinzen Malaga und Granada verbindet. In der Nähe von El Boquete de Zafarraya befindet sich eine Höhle, in der man interessante Entdeckungen gemacht hat.

Datierungen von Funden aus der Höhle aus dem Jahr 1995 scheinen zu beweisen, dass die Neandertaler Jahrtausende länger überlebten, als von den Wissenschaftlern bislang angenommen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Neandertaler und moderne Menschen in Westeuropa fast 10.000 Jahre lang nebeneinander existierten. Demnach wurden die Neandertaler keineswegs besonders schnell von den einwandernden, scheinbar überlegenen Gruppen des Homo sapiens ersetzt, meint Jean-Jacques Hublin vom Musée de l'Homme in Paris.

Mit Ausnahme einiger Zähne aus den oberen Schichten stammen die erwachsenen und jugendlichen Überreste aus einem Kamin-Bereich der untersten Höhlenablagerungen. Das am besten erhaltene Exemplar ist ein Unterkiefer mit fliehendem Kinn und einer Lücke hinter dem letzten Backenzahn und dem aufsteigenden Unterkieferast (bekannt unter der Bezeichnung "Neandertaler-Lücke"), beides typische Merkmale der Neandertaler.

Die Ausgrabungen in der Höhle haben Knochen von Steinböcken sowie Werkzeuge der Moustérien-Kultur ans Licht gebracht, deren Herstellungstechnik traditionell den europäischen Neandertalern zugeordnet wird. Dass 90 Prozent der tierischen Überreste von Steinböcken stammen, lässt eine Vorliebe für die Jagd auf diese Tiere vermuten. Es gibt aber auch Knochenreste von Fleischfressern, was darauf hindeutet, dass Raubtiere regelmäßige Bewohner der Höhle waren, während Menschen nur sporadisch in ihr wohnten.

Mit Ausnahme einiger Zähne aus den oberen Schichten stammen die erwachsenen und jugendlichen Überreste aus einem Kamin-Bereich der untersten Höhlenablagerungen. Das am besten erhaltene Exemplar ist ein Unterkiefer mit fliehendem Kinn und einer Lücke hinter dem letzten Backenzahn und dem aufsteigenden Unterkieferast (bekannt unter der Bezeichnung "Neandertaler-Lücke"), beides typische Merkmale der Neandertaler.

Die Ausgrabungen in der Höhle haben Knochen von Steinböcken sowie Werkzeuge der Moustérien-Kultur ans Licht gebracht, deren Herstellungstechnik traditionell den europäischen Neandertalern zugeordnet wird. Dass 90 Prozent der tierischen Überreste von Steinböcken stammen, lässt eine Vorliebe für die Jagd auf diese Tiere vermuten. Es gibt aber auch Knochenreste von Fleischfressern, was darauf hindeutet, dass Raubtiere regelmäßige Bewohner der Höhle waren, während Menschen nur sporadisch in ihr wohnten.

In Nordspanien erscheinen Artefakte des Typs Aurignacien - in der Regel mit dem modernen Menschen assoziiert - erstmals zwischen 40.000 und 38.000 Jahren vor heute. Die Erkenntnisse aus den Datierungen von Zafarraya beweisen, dass die späten Neandertaler in Südspanien und Portugal zeitgleich mit dem modernen Menschen lebten. Dies bedeutet, dass die Neandertaler (die Hersteller der Moustérien-Werkzeuge) und die Hersteller der Werkzeuge vom Typ Aurignacien (wahrscheinlich der moderne Mensch) in Westeuropa etwa 10.000 Jahre nebeneinander existierten. Im übrigen Europa haben sich Neandertaler und Populationen von modernen Menschen wahrscheinlich vermischt, doch in Südspanien und Portugal überlebten die Neandertaler über Jahrtausende ohne starke biologische oder kulturelle Interaktion mit den Neuankömmlingen, wahrscheinlich weil sie von modernen Menschen isoliert waren.

Die Existenz einer Neandertaler-Population im Süden Spaniens, lange nachdem der moderne Mensch in den Norden des Landes gekommen ist, macht es höchst unwahrscheinlich, dass der moderne Mensch von Afrika kommend Westeuropa über die Meerenge von Gibraltar erreichte. Stattdessen legen die Daten von Zafarraya nahe, dass der moderne Mensch aus dem Nahen Osten und Osteuropa in Westeuropa einwanderte.

Literatur

Hublin J.J., Barroso Ruiz C., Medina Lara P., Fontugne M., Reyss J.-L., 1995 - The Mousterian site of Zafarraya (Granada, Spain): dating and implications on the palaeolithic peopling processes of Western Europe. C. R. Acad. Sc. Paris. 321 (IIa): 931-937


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