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Anders als die althergebrachten Werkstoffe Stein, Holz oder Ton kommen Metalle in reiner Form nur sehr selten vor. Auch in Verbindung mit anderen Elementen - als Erz - sind sie nur an bestimmten Stellen konzentriert. Ihre Vorzüge und ihre Seltenheit machten Metalle wie Kupfer, Silber und Gold noch vor der Erfindung brauchbarer Schmelzöfen zu begehrten Handelsobjekten, die schon vor 8000 Jahren über Hunderte von Kilometern hinweg transportiert und getauscht wurden.

Mit der Verhüttung von Kupfererz vor rund 6000 Jahren und dem Aufstieg des Kupferschmiede-Handwerks wurde der frühe Metallhandel zu einer Art Hefe im Teig der aufstrebenden nahöstlichen Kulturen: Der Austausch von Rohstoffen und Fertigwaren, von Informationen und Erkenntnissen ließ die Welt zwischen Mittelmeer und Indischem Ozean zusammenrücken. Es dauerte keine tausend Jahre, bis Kupferschmiede herausgefunden hatten, dass Beimengungen des giftigen Elements Arsen im Erz sich beim Schmelzvorgang mit dem Kupfer zu Bronze verbanden.

Bronze ist härter als Kupfer, läßt sich besser gießen und kann vielseitiger eingesetzt werden. Doch die Herstellung von Arsen-Bronze hatte eine gefährliche Nebenwirkung: Beim Schmelzen wurden giftige Dämpfe frei. brauchbare Bronzen lassen sich aber auch durch die Beimengung von Zinn zum Kupfer erschmelzen. In nahöstlichen Gräbern finden sich denn auch ab 3000 v.Chr. Beigaben aus echter Bronze mit einem Zinngehalt von zehn bis 15 Prozent. Diese ersten Legierungen waren rund dreimal härter als reines Kupfer, und sie ließen sich durch Schmieden oder Gießen in alle denkbaren Schmuckstücke und Gefäße, Werkzeuge und Waffen verwandeln.

Kupfer gibt es im Vorderen Orient genug, auch wenn schon bald nach der Entdeckung der Gußtechnik das Erz bergbaumäßig aus dem Gestein gebrochen werden mußte. Zinn dagegen ist in dieser Region selten, und so entstand schon bald ein Handelsnetz, das zinnreichere Gebiete von Spanien im Westen bis Afghanistan im Osten miteinander verband und auch Mitteleuropa mit den reichen böhmischen Zinngruben einschloß. Bergwerksbetriebe, Erzhütten und Schmiedewerkstätten erreichten schon industrielle Ausmaße, Wanderschmiede brachten den neuen Werkstoff Bronze selbst in entlegene Siedlungen. Dennoch reichte die Produktion nicht aus, um Bronze auch für den Normalbürger erschwinglich zu machen.

Der endgültige Schritt ins Zeitalter der Metalle kam erst, als - wieder im Nahen Osten - die Verhüttungstechnik und die Schmiedekunst reif waren für Eisen, dem nach Aluminium häufigsten Metall der Erdkruste. Um das harte Metall aus Eisenerz herauszuschmelzen, sind Temperaturen von rund 1500 Grad Celsius nötig, die in einfachen, holzkohlebefeuerten Schmelzöfen nur bei zusätzlicher Luftzufuhr erreicht werden können. Überdies müssen Eisenerz und Holzkohle in einem bestimmten Mengenverhältnis sorgsam im Ofen geschichtet werden. Schließlich kann Eisen nicht wie Kupfer kalt gehämmert, sondern nur rotglühend geschmiedet werden - ein Vorgang, der die Erfindung der Zange voraussetzt.

Als erste nahmen vermutlich die in Anatolien lebenden Hethiter vor rund 4000 Jahren die hohen technischen Hürden auf dem Weg in die Eisenzeit. Gut ein Jahrtausend später- 900 v. Chr. im iranisch-türkischen Grenzgebiet - produzierten Schmiede erstmals jenes Material, das die Eigenschaften von Gummi und Glas vereinigt: elastischen, extrem harten Stahl. Stahl entsteht in seiner einfachsten Form, wenn man Eisen lange und in Gegenwart von Holzkohle sehr heiß hält (so dass es Kohlenstoff aufnehmen kann) und dann in kaltes Wasser taucht.

Eisen und dann Stahl machten Werkzeuge zuvor unbekannter Festigkeit und Schärfe möglich, und zwar für nahezu jedermann. Die Eisenzeit hatte freilich ihren Preis: Umweltschäden und Krieg. Um genug Holzkohle zu gewinnen, wurden ganze Gebirgswälder im trockenen nahöstlichem Raum abgeholzt -ein Kahlschlag, von dem sich manche Gebiete nie wieder erholten. Eiserne Waffen verliehen den aufkommenden Konflikten zwischen Stadtstaaten-Völkern auf der Suche nach besserem Lebensraum und Nomadenstämmen erst die Schärfe, die seitdem Kriege zu einer Geißel der Menschheit machten.

Anders als in Vorderasien verlief der Weg ins Zeitalter der Metalle in China und Schwarzafrika. 1600 v. Chr. beherrschten die Chinesen »plötzlich« Herstellung und Guß von Bronze besser als die alten Kulturvölker des Nahen Ostens. Später, aber kaum weniger gekonnt, fertigten schwarzafrikanische Handwerker kunstvolle Schmuck- und Gebrauchsgegenstände aus Bronze. In Amerika dagegen nutzten indianische Schmiede ausschließlich Edelmetalle zur Herstellung großartiger Gold- und SilberSchmuckwaren.


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