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Die Evolution des Menschen und Ernährung

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Nach Ansicht vieler Forscher hat sich vor rund 10 Millionen Jahren in Ostafrika das Klima allmählich gewandelt, so dass die Umwelt allmählich von feuchten Regenwaldgebieten in trockene Savannenbiotope überging. Infolge dieser klimatischen Veränderungen haben sich die ursprünglichen Homininen-Population in die zu den heutigen Menschenaffen und dem Menschen führenden Linien aufgespalten.

Die Erfolgsgeschichte der Gattung Mensch beginnt offenbar damit, dass einige pliozäne Menschenaffen beim Wechsel vom tropischen Regenwald- zum Savannenbiotop den aufrechten Gang entwickelten. Dabei vermuten die Wissenschaftler, dass sich die Fähigkeit zur zweibeinigen Fortbewegung bereits in den Wäldern entwickelte, deren Schutz sie erst allmählich verließen, um in die offenen Landschaften vorzustoßen.

So hatten die Australopithecinen, die Nachfahren der pliozänen Menschenaffen, in den neu entstandenen Lebensräumen zahlreiche Anpassungsprobleme zu lösen, wobei sie offensichtlich unterschiedliche Strategien verfolgten. Die Zweibeinigkeit gehörte in der Evolution der menschlichen Ernährung wohl zu den ersten Strategien, um auf die veränderten Umweltbedingungen zu reagieren.

Im Zusammenhang mit einer weiteren Phase zunehmender Trockenheit in Afrika vor circa 2,8 und 2,5 Millionen Jahren dehnten sich die offenen Lebensräume mit einem höheren Anteil an hart-faserigen und hartschaligen Pflanzen weiter aus, die verbleibenden Flussuferwälder wurden schmaler. Der neuerliche evolutionäre Druck dieser Umweltveränderung muss groß genug gewesen sein, um eine Aufspaltung der Australopithecinen in die Gattungen Paranthropus und Homo hervorzurufen.


Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Aas ein wesentlicher Bestandteil der frühmenschlichen Nahrung war.

Allen robusten Australopithecinen, die im Allgemeinen zur Gattung Paranthropus zusammengefasst werden, sind wesentliche Merkmale in der Konstruktion des Schädels und der Bezahnung gemeinsam: der Gesichtsschädel ist sehr breit. Die Jochbögen sind sehr kräftig und weit ausladend. Am auffälligsten ist allerdings die Ausbildung eines Scheitelkamms an der Oberseite des Schädels aufgrund stark vergrößerter seitlicher Kaumuskulatur. Diese Merkmale und auch die megadonte Bezahnung deuten darauf hin, dass vor allem harte und grobe pflanzliche Nahrung, zum Beispiel Samen und harte Pflanzenfasern zerkaut wurden. Zumindest für Paranthropus robustus ist nachzuweisen, dass sie Knochenwerkzeuge zum Ausgraben von Knollen und Wurzeln benutzten (Brain et al. 1988).

Die gleichzeitige Entstehung der robusten Australopithecinen und der Gattung Homo wirft die Frage auf, ob diese Gleichzeitigkeit nur Zufall oder Notwendigkeit aufgrund ökologischer Rahmenbedingungen war. Offenbar gab es zur Entwicklung der megadonten Zähne der robusten Nussknackermenschen (z.B. Paranthropus boisei) eine bessere Alternative, da die Gattung letztendlich ausstarb. Diese Alternative muss der Beginn der Werkzeugkultur gewesen sein, deren Anfänge ebenfalls - wie die der Gattung Homo - 2,5 Millionen Jahre zurückreichen. Die Benutzung von Steinwerkzeugen zum Hämmern harter Nahrung zeigte bald Vorteile in unvorstellbarem Ausmaß: zufällig entstehende scharfkantige Abschläge wurden als Schneidewerkzeuge eingesetzt: eine Revolution in der Fleischbearbeitung und der Zerlegung von Kadavern.

Fossilien allein erlauben keinen Aufschluss darüber, ob das Fleisch durch Jagen oder Aasessen erworben wurde. Jedoch geht man heute allgemein davon aus, dass Aas bei den frühesten Menschen ein wesentlicher Bestandteil der Nahrung war. Dieses sog. «Aasesser-Modell» macht deutlich, dass das Aufsuchen geeigneter Kadaver nicht zufällig erfolgt sein dürfte, um effektiv gewesen zu sein. Die Nahrungsnische des frühen Menschen wird in den Uferwaldzonen gesehen, wo - wie Beobachtungen in der Savanne zeigen - Reste von Großkatzenbeute sowie Kadaver natürlichen Todes gestorbener oder ertrunkener Tiere ausreichende Ressourcen bieten. Die Galeriewälder entlang der Flüsse bieten ausreichend Schutz und gute Möglichkeiten die Kadaver vor Geiern zu verstecken, den wohl lästigsten Nahrungskonkurrenten. Im saisonalen Rhythmus der Savanne boten insbesondere in der Trockenperiode die Beutereste der Großkatzen reichlich Nahrung, während das Angebot an gehaltvoller pflanzlicher Nahrung aus Ermangelung von Niederschlag drastisch sank. In Regenzeiten wandelte sich das Bild: Die Kadaver konzentrierten sich nun nicht mehr in den Uferzonen, sondern verteilten sich auf die offenen, deckungslosen Lebensräume, wo der Konkurrenzdruck durch Kleptoparasiten (Nahrungsklauer) ein erhebliches Risiko für das Überleben der noch jungen Gattung Homo bedeutet hätte. In den Regenzeiten dürfte daher die Ernährung auf pflanzlicher Basis im Schutz der Uferwälder überwogen haben.

So legten im Gegensatz zu den robusten Vormenschen unsere Vorfahren eine größere Flexibilität des (Ernährungs)-Verhaltens an den Tag - eine Entwicklung die in Verbindung mit der gehaltvolleren Fleischnahrung letztendlich auch zu einem größeren und leistungsfähigerem Gehirn führte.

Allen robusten Australopithecinen, die im Allgemeinen zur Gattung Paranthropus zusammengefasst werden, sind wesentliche Merkmale in der Konstruktion des Schädels und der Bezahnung gemeinsam: der Gesichtsschädel ist sehr breit. Die Jochbögen sind sehr kräftig und weit ausladend. Am auffälligsten ist allerdings die Ausbildung eines Scheitelkamms an der Oberseite des Schädels aufgrund stark vergrößerter seitlicher Kaumuskulatur. Diese Merkmale und auch die megadonte Bezahnung deuten darauf hin, dass vor allem harte und grobe pflanzliche Nahrung, zum Beispiel Samen und harte Pflanzenfasern zerkaut wurden. Zumindest für Paranthropus robustus ist nachzuweisen, dass sie Knochenwerkzeuge zum Ausgraben von Knollen und Wurzeln benutzten (Brain et al. 1988).

Die gleichzeitige Entstehung der robusten Australopithecinen und der Gattung Homo wirft die Frage auf, ob diese Gleichzeitigkeit nur Zufall oder Notwendigkeit aufgrund ökologischer Rahmenbedingungen war. Offenbar gab es zur Entwicklung der megadonten Zähne der robusten Nussknackermenschen (z.B. Paranthropus boisei) eine bessere Alternative, da die Gattung letztendlich ausstarb. Diese Alternative muss der Beginn der Werkzeugkultur gewesen sein, deren Anfänge ebenfalls - wie die der Gattung Homo - 2,5 Millionen Jahre zurückreichen. Die Benutzung von Steinwerkzeugen zum Hämmern harter Nahrung zeigte bald Vorteile in unvorstellbarem Ausmaß: zufällig entstehende scharfkantige Abschläge wurden als Schneidewerkzeuge eingesetzt: eine Revolution in der Fleischbearbeitung und der Zerlegung von Kadavern.

Fossilien allein erlauben keinen Aufschluss darüber, ob das Fleisch durch Jagen oder Aasessen erworben wurde. Jedoch geht man heute allgemein davon aus, dass Aas bei den frühesten Menschen ein wesentlicher Bestandteil der Nahrung war. Dieses sog. «Aasesser-Modell» macht deutlich, dass das Aufsuchen geeigneter Kadaver nicht zufällig erfolgt sein dürfte, um effektiv gewesen zu sein. Die Nahrungsnische des frühen Menschen wird in den Uferwaldzonen gesehen, wo - wie Beobachtungen in der Savanne zeigen - Reste von Großkatzenbeute sowie Kadaver natürlichen Todes gestorbener oder ertrunkener Tiere ausreichende Ressourcen bieten. Die Galeriewälder entlang der Flüsse bieten ausreichend Schutz und gute Möglichkeiten die Kadaver vor Geiern zu verstecken, den wohl lästigsten Nahrungskonkurrenten. Im saisonalen Rhythmus der Savanne boten insbesondere in der Trockenperiode die Beutereste der Großkatzen reichlich Nahrung, während das Angebot an gehaltvoller pflanzlicher Nahrung aus Ermangelung von Niederschlag drastisch sank. In Regenzeiten wandelte sich das Bild: Die Kadaver konzentrierten sich nun nicht mehr in den Uferzonen, sondern verteilten sich auf die offenen, deckungslosen Lebensräume, wo der Konkurrenzdruck durch Kleptoparasiten (Nahrungsklauer) ein erhebliches Risiko für das Überleben der noch jungen Gattung Homo bedeutet hätte. In den Regenzeiten dürfte daher die Ernährung auf pflanzlicher Basis im Schutz der Uferwälder überwogen haben.

So legten im Gegensatz zu den robusten Vormenschen unsere Vorfahren eine größere Flexibilität des (Ernährungs)-Verhaltens an den Tag - eine Entwicklung die in Verbindung mit der gehaltvolleren Fleischnahrung letztendlich auch zu einem größeren und leistungsfähigerem Gehirn führte.

Eine dieser verbesserten Taktiken war dann vermutlich auch der Übergang vom Aasesser zum aktiven Jäger. Da die Graslandschaften zahlreiche Weidegänger wie Antilopen und Gazellen hervorbrachten, konnte mit Homo erectus erstmals eine Jäger-und-Sammler-Gesellschaft entstehen, die sich zu einem nicht unerheblichen Teil von erlegtem Wild ernährte und die zusammengetragene Nahrung unter den Mitgliedern der Gemeinschaft aufteilte. Archäologische Funde weisen auf diese Revolution im Verhalten hin. Bei den Lagerstätten der Frühmenschen mehren sich nun Tierknochen, die erkennen lassen, dass man die Tiere mit Steinwerkzeugen zerlegte. Zu reinen Fleischessern wurden diese Menschen deswegen nicht. Aber schon indem sie ihren Speisezettel um größere Mengen tierischer Nahrung ergänzten, werteten sie ihre Versorgung auf. Hinzu kam das Teilen des vorhandenen Essens untereinander, ein für Jäger und Sammler typisches Verhalten. Beides verhalf dazu, dass die Ernährung besser und zuverlässiger wurde.

Nach heutiger Kenntnis scheint sich Homo ergaster, kaum dass er die Bühne betreten hatte, sogleich auf die Reise gemacht zu haben. Die ältesten Fossilien dieser Menschen außerhalb Afrikas stammen vom Südrand des Kaukasus (Dmanisi, Georgien) und aus Indonesien. Sie sind zwischen 1,7 und 1,8 Millionen Jahre alt. Der Auslöser für diesen Wandertrieb wird z.T. ebenfalls mit der Art und Weise des Nahrungserwerbs in Zusammenhang gebracht, denn die Größe des Territoriums eines Säugetiers bestimmt sich weitgehend durch das, was es frisst. Der Auswanderer Homo erectus erreichte durch die wandernden Tierherden die entlegensten Winkel des eurasischen Kontinents.

In nördlichen Breiten wurde der Mensch - inzwischen zum Neandertaler gereift - hinsichtlich der Ernährung erneut gefordert. Es ist so gut wie sicher, dass der Energiebedarf in eiszeitlicher Umwelt besonders hoch war. Wie hoch, das lassen heutige Völker arktischer Breiten erahnen, die noch in traditioneller Weise leben. Schon der Ruhestoffwechsel dieser Menschen ist um rund 15 Prozent höher als der gleich großer Personen, die in gemäßigtem Klima leben. Nach Berechnungen mussten die schwer gebauten, massiven Neandertaler am Tag fast 17000 Kilojoule (4000 Kilokalorien) umgesetzt haben (Leonard, 2002). Dass sie es verstanden, sich mit solchen Mengen an energiereicher Nahrung zu versorgen spricht für ihre Fertigkeit als Jäger.

Sich gehaltvolle Mahlzeiten zu beschaffen, gelang dem Menschen im Verlauf seiner Evolution immer besser. Er erfand das Kochen, die Landwirtschaft und schließlich die moderne Fertignahrung. Er domestizierte Tiere und hielt sie in Herden, um ständig Zugriff auf Fleischnahrung zu haben. Der Erfolg dieser Errungenschaften spiegelt sich seit Jahrtausenden im Bevölkerungswachstum.

Kochen erhöht den Nährwert von Wildpflanzen, weil sich die in ihnen enthaltenen Nährstoffe nun leichter aufschließen lassen. Seit der Mensch Pflanzen kultiviert, versucht er, ihre Eigenschaften zu seinem Nutzen zu verändern. Er züchtet ertragreichere, besser bekömmliche und nahrhaftere Sorten. In neuerer Zeit wird schließlich versucht die Pflanzen mittels Gentechnik dahingehend zu verändern.

Weiterführendes

Artikel im Anthropologie-Lexikon: https://evolution-mensch.de/Anthropologie/Steinzeiternährung

Tobias Lechler: Die Ernährung als Einflussfaktor auf die Evolution des Menschen (Diss.) (PDF-Datei)


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