Ghedoghedo / Wikimedia Commons

Radiocarbon-Datierung

Kategorie:


Jahre zurück
108
107
106
105
104
103
Datierbares Material
SpaltspurdatierungVulkanische Mineralien, Glas, Keramik
Kalium-Argon Datierung (40K/40Ar und 39Ar/40Ar)Vulkanische Mineralien und Gesteine
Rubidium-Strontium Datierung (87Rb/87Sr)Vulkanische Mineralien und Gesteine
Uranreihen Datierung (234U/238U)Carbonate (z.B. Korallen)
Optisch angeregte LumineszenzQuarz, Zirkon
Elektronenspinresonanz DatierungCarbonate, Silicate, Apatit (z.B. Zahnschmelz)
Uranreihen Datierung (230Th/234U)Anorganische und organische Carbonate, vulkanische Gesteine, ?Knochen, ?Zahndentin
ThermolumineszenzKeramik, Quarz, Feldspat, Carbonate
Uranreihen Datierung (231Pa/235U)Anorganische und organische Carbonate
Radiokohlenstoff-Datierung (14C)Organisches Material (z.B. Knochen, Schalen, Holzkohle, Carbonate

Die Radiokarbon- oder Kohlenstoff-14 Datierung ist vielleicht das bekannteste Verfahren zur absoluten Datierung. Sie wurde in den 19-vierziger Jahren entwickelt und beruht auf dem Zerfall des radioaktiven Kohlenstoff-14 Isotops (14C) zu Stickstoff-14 (14N) durch Beta-Emission. Da die Halbwertszeit von 14C nur 5.730 Jahre beträgt, muss es also fortwährend produziert werden, denn sonst wäre es auf der Erde nicht mehr vorhanden. Diese 14C-Produktion findet durch Neutronenreaktionen mit 14N und anderen Nukliden in der oberen Atmosphäre statt. Einmal entstanden, oxidiert 14C zu Kohlendioxid (14CO2) und wird durch verschiedene biochemische Reaktionen von Pflanzen und Tieren aufgenommen. In das Oberflächenwasser von Seen und Ozeanen tritt 14CO2 durch Diffusion ein.

Als Ergebnis sind alle Lebewesen schwach radioaktiv, ebenso ausgefällte Carbonate in den meisten natürlichen Gewässern. Wenn ein Organismus stirbt ist er nicht mehr Bestandteil des aktiven Kohlenstoffkreislaufs und das 14C in ihm beginnt zu zerfallen. Da dieser Zerfall von 14C zu 14N mit bekannter Geschwindigkeit vonstatten geht, kann man durch Messung der jetzigen Menge das Alter des abgestorbenen Organismus abschätzen.

Als Ergebnis sind alle Lebewesen schwach radioaktiv, ebenso ausgefällte Carbonate in den meisten natürlichen Gewässern. Wenn ein Organismus stirbt ist er nicht mehr Bestandteil des aktiven Kohlenstoffkreislaufs und das 14C in ihm beginnt zu zerfallen. Da dieser Zerfall von 14C zu 14N mit bekannter Geschwindigkeit vonstatten geht, kann man durch Messung der jetzigen Menge das Alter des abgestorbenen Organismus abschätzen.

Bei dieser Schätzung gibt es verschiedene Unsicherheiten, die durch statistische Fehler während des Datierungsprozesses entstehen können - beispielsweise, wenn die zu datierende Probe mit älterem oder jüngerem Kohlenstoff kontaminiert ist. Solche Fehlerquellen können zwar minimiert werden, indem man den zu untersuchenden Zeitraum verlängert oder die Datierung an mehreren Einzelproben vornimmt, doch in den allermeisten Fällen wird man zusätzlich zu den gewonnenen Daten auch eine geschätzte plus / minus Abweichung (Standardabweichung) angeben.

Einen Einfluß auf die Daten können auch Schwankungen in der Geschwindigkeit haben, mit der die 14C - Produktion in der Vergangenheit abgelaufen ist, diese Unsicherheiten können jedoch durch die Kalibrierung der Proben mittels Vergleichen mit Baumringen bekannten Alters beseitigt werden. Die Altersbestimmungen werden in der Regel in "Jahren vor heute" angegeben, wobei man "heute" als das Jahr 1950 A.D bestimmt hat. Bei sorgfältiger Arbeit kann mit der Radiokohlenstoff-Methode eine Genauigkeit von etwa 2 Prozent erreicht werden. Die Grenzen der klassischen Radiokohlenstoff-Datierung sind bei Fundstücken mit einem Alter von etwa 40.000 Jahren erreicht, da wegen der kurzen Halbwertszeit nach diesem Zeitraum praktisch kein 14C mehr in abgestorbenen Organismen vorhanden ist.

Bei dieser Schätzung gibt es verschiedene Unsicherheiten, die durch statistische Fehler während des Datierungsprozesses entstehen können - beispielsweise, wenn die zu datierende Probe mit älterem oder jüngerem Kohlenstoff kontaminiert ist. Solche Fehlerquellen können zwar minimiert werden, indem man den zu untersuchenden Zeitraum verlängert oder die Datierung an mehreren Einzelproben vornimmt, doch in den allermeisten Fällen wird man zusätzlich zu den gewonnenen Daten auch eine geschätzte plus / minus Abweichung (Standardabweichung) angeben.

Einen Einfluß auf die Daten können auch Schwankungen in der Geschwindigkeit haben, mit der die 14C - Produktion in der Vergangenheit abgelaufen ist, diese Unsicherheiten können jedoch durch die Kalibrierung der Proben mittels Vergleichen mit Baumringen bekannten Alters beseitigt werden. Die Altersbestimmungen werden in der Regel in "Jahren vor heute" angegeben, wobei man "heute" als das Jahr 1950 A.D bestimmt hat. Bei sorgfältiger Arbeit kann mit der Radiokohlenstoff-Methode eine Genauigkeit von etwa 2 Prozent erreicht werden. Die Grenzen der klassischen Radiokohlenstoff-Datierung sind bei Fundstücken mit einem Alter von etwa 40.000 Jahren erreicht, da wegen der kurzen Halbwertszeit nach diesem Zeitraum praktisch kein 14C mehr in abgestorbenen Organismen vorhanden ist.


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages
SK 831
SK 831

Australopithecus robustus

Elemente: P3, (A) L. UM2-M3

Swartkrans, Südafrika

09.07.2020
Seidenstraße: Auch Hirten hielten Katzen als Haustiere
Hauskatzen, wie wir sie heute kennen, haben kasachische Hirten schon vor über 1.000 Jahren als Haustiere begleitet..
07.07.2020
Süditalien: Neandertaler starben nicht wegen Kälte aus
Klimaschwankungen werden dafür häufig als Auslöser vermutet – für Süditalien konnte diese Ursache nun ausgeschlossen werden..
18.06.2020
Neandertalergene in der Petrischale
P.
17.06.2020
Ein Neandertaler aus der Tschagyrskaja-Höhle
Bisher hatten Forschende die Genome von zwei Neandertalern in einer hohen Qualität sequenziert..
17.06.2020
Beeindruckende Zeugnisse des Krieges
S.
17.06.2020
Historisches Superfood: Grünkern wussten schon die Kelten zu schätzen
B.
29.05.2020
Wer waren die Kanaaniter?
Die Menschen, die in dem als Südlevante bekannten Gebiet – das heute als Israel, Jordanien, Libanon und Teile Syriens bekannt ist – um 3.500 bis 1.150 v..
29.05.2020
Frauen mit Neandertal-Gen bringen mehr Kinder zur Welt
Eine von drei Frauen in Europa hat den Rezeptor für Progesteron von Neandertalern geerbt - eine Genvariante, die mit erhöhter Fruchtbarkeit, weniger Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft und weniger Fehlgeburten in Verbindung steht..
20.05.2020
300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten
Was am Seeufer geschah: Archäologen dokumentieren Spuren von Steinzeitmenschen und Fußabdrücke von Elefanten.
12.05.2020
Ältester Homo sapiens Europas lebte im Jungpaläolithikum
Ein internationales Forschungsteam berichtet über neue Fossilien des Homo sapiens aus der Bacho-Kiro-Höhle in Bulgarien..
23.04.2020
Evolutionäre Wurzeln des Sprachnetzwerks im Gehirn entdeckt
Das Sprachnetzwerk im Gehirn von Menschen hat einen früheren evolutionären Ursprung als bislang angenommen..
21.04.2020
Das menschliche Gebiss als Spiegel unserer Evolution
Wissenschaftler der Universität Tübingen ermitteln, welche Eigenschaften der Zähne zur Rekonstruktion genetischer Verwandtschaft genutzt werden können.
21.04.2020
300.000 Jahre alter Wurfstock dokumentiert die Evolution der Jagd
Eiszeitmenschen aus Schöningen setzten Holzwaffen bei der Jagd auf Wasservögel und Pferde ein.
09.04.2020
Landwirtschaft begann im Amazonas vor 10.000 Jahren
Wie eine neue Studie zeigt, begannen die Menschen vor mehr als 10’000 Jahren im Südwesten des Amazonas mit dem Anbau von Maniok und Kürbissen, 8'000 Jahre früher als bisher angenommen..
27.03.2020
Auch Neandertaler aßen Muscheln, Fisch und Robben
Bereits die Neandertaler ernährten sich vor über 80.000 Jahren regelmäßig von Muscheln, Fisch und anderen Meeresbewohnern..
03.03.2020
Affen kommunizieren, Menschen haben Sprache
So verzückt Eltern auch sind, wenn ihr Kleines das erste Mal „Ma-Ma“ oder „Pa-Pa“ brabbelt – ehe daraus Sätze entstehen, muss noch viel passieren..
25.02.2020
Ausgewandert
Sibirische Neandertaler stammten von verschiedenen europäischen Populationen ab
25.02.2020
Jede Mittelmeerinsel hat eigenes genetisches Muster
Schon vor der Zeit der mediterranen Seefahrerzivilisationen gab es prähistorische Wanderungen aus Afrika, Asien und Europa auf die Mittelmeerinseln..
18.02.2020
Die Ernährungsweise fossiler Wirbeltiere rekonstruieren
Aus prähistorischer Zeit liegen bisher nur wenig gesicherte Erkenntnisse über die Ernährung der damaligen Tiere und Menschen vor..
18.02.2020
2.700 Jahre alter Tempel im äthiopischen Hochland entdeckt
E.
05.02.2020
Prähistorisches Skelett in Südmexiko entdeckt
Ein prähistorisches menschliches Skelett, das in Südmexiko geborgen werden konnte, ist mindestens 10.000 Jahre alt und stammt wahrscheinlich aus der letzten Eiszeit..
28.01.2020
Neandertaler gingen für ihre Werkzeuge ins Wasser
Neandertaler sammelten Muschelschalen und Bimsstein aus den Küstengewässern, um sie als Werkzeuge zu benutzen.
06.01.2020
Forscher bestimmen das Alter des letzten bekannten Lagerplatzes von Homo erectus
Ein internationales Forscherteam hat das Alter des letzten bekannten Lagerplatzes von Homo erectus bestimmt, einem der direkten Vorfahren des modernen Menschen..
29.11.2019
Affen informieren Gruppenmitglieder über Gefahren
Menschen stehen oft vor der Wahl, ob sie zum Allgemeinwohl beitragen oder sich egoistisch verhalten und andere sich verausgaben lassen möchten..
25.11.2019
Menschliche Musikalität verbindet alle Kulturen: Kognitionsbiologen erforschen universelle Eigenschaften der Weltmusik
Ist Musik wirklich eine "universelle Sprache"? Zwei Artikel in der aktuellen Ausgabe von Science unterstützen die These, dass Musik auf der ganzen Welt – trotz vieler Unterschiede – große Gemeinsamkeiten aufweist..