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Der Mensch und sein Spieltrieb

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Spieltrieb: der Mensch als „Spieltier“

Von jeher haben die Menschen gespielt. Früher haben sie meist Versteck-, Lauf-, Hüpf- und Fangspiele gespielt, aber sie können jetzt im Netz spielen, ohne das Haus zu verlassen. Die Spiele wurden von Generation zu Generation weitergegeben, sodass man sogar behaupten kann, dass die gesamte menschliche Tätigkeit dem Spiel ähnelt. Nicht umsonst wird der Mensch als „Homo ludens“ („Der spielende Mensch“) bezeichnet. Friedrich Schiller sagte einmal:

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt“.

Jeder, der mit den Grundlagen der Pädagogik mehr oder weniger vertraut ist, weiß, welche großen pädagogischen Möglichkeiten in einem Spiel versteckt sind. Eigentlich hat das Wort „ludens“ zwei Bedeutungen, die untrennbar miteinander verbunden sind: die Schule und das Spiel. Römische Pädagogen glaubten, dass das Lernen für diejenigen, die nicht spielten, nicht möglich sei.

Die Frage des Lernens durchs Spielen, seines wertvollsten Einsatzes in der modernen Gesellschaft, ist in der heutigen Etappe der menschlichen Entwicklung von großer Bedeutung, weil unser Leben ganz intensiv ist und wir die Spiele auch für den Stressabbau brauchen. Mit dem ständig wachsenden Bedürfnis nach emotionaler Entspannung, dem Wechseln und vor allem erhöhten Anforderungen und dem Streben nach der harmonischen Entwicklung gewinnt diese Frage zunehmend an Bedeutung. Vorbehalten bleibt, dass die Behandlung dieser Frage nicht so einfach ist, wie es zu sein scheint, da das Spiel ein recht breites Konzept ist und sehr unterschiedliche Phänomene abdeckt: von den einfachsten Bewegungen eines Babys mit einer Rassel bis zum Eishockey und Schach.

Die Versuche, das Spiel aus der Sicht der Philosophie zu betrachten, wurden in der fernen Vergangenheit vorgenommen. Viele Forscher haben das Spiel als eine Form der Realisierung überschüssiger Energie, als angeborenen Wunsch nach Aktivitäten, die der Selbstentwicklung von Tieren und Menschen dienen, definiert. Ohne auf verschiedene Einzelheiten der Forschungen einzugehen, die das Wesen des Ansatzes des Problems nicht ändern, kann man alle Theorien auf einen einfachen Nenner bringen: Das Spiel ist primär, es geht der Arbeit oder anderen menschlichen Aktivitäten voraus und ist auch eine Manifestation von Instinkten im menschlichen Verhalten.

Der berühmte tschechische Publizist Julius Fucik stellte sehr treffend fest, dass Kinderspiele ein Spiegel der Gesellschaft sind. Spiele spiegeln wirklich die eine oder andere Lebensweise der Menschen wider.

Das Spiel ist ein wichtiges Mittel zur Erziehung der jüngeren Generation. Außerdem tragen die Spiele zur Entwicklung der motorischen Aktivität von Kindern und zum Erwerb von Lebenskompetenzen bei, aber leider wurden in einer bestimmten Entwicklungsphase unserer Gesellschaft viele Laufspiele vergessen. Soziologische Forschungen zeigen, dass der Faden des Spiels, selbst wenn er geschwächt ist, in der Schulzeit abbricht. Wir alle erinnern uns an die Worte: „Es gibt keine Zeit fürs Spielen, weil du lernen musst“. Die Idee einer modernen Schule als „Institution, in der Menschen lernen und nicht spielen“ drang so tief in das Bewusstsein ein, dass das Spiel im Übungsraum schon ein Anachronismus ist.

Ganz oft vergessen wir, dass der kürzeste Weg zum Wissen, durch Freude geht, durch ein Spiel, das Lockerheit fördert und viele Widersprüche aufhebt.


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