Die Bedeutung von Feuer in der Evolution des Menschen

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Die frühesten Hinweise auf den kontrollierten Gebrauch von Feuer stammen aus Koobi Fora in Ost-Turkana vor ca. 1,5 Millionen Jahren. Direkte Nachweise gelangen in Swartkrans in Südafrika, wo rund eine Million Jahre alte Verbrennungsspuren an Knochen nachgewiesen wurden, die aufgrund der rekonstruierten Temperaturen nicht von einem Buschfeuer hergerührt haben können. Es ist wahrscheinlich, dass es erstmals bereits dem frühen Homo erectus (ergaster) gelang, Feuer für sich nutzbar zu machen. Es entsteht sehr oft natürlich, zum Beispiel durch Blitzschlag, und muss den Frühmenschen als zerstörerische Kraft gut bekannt gewesen sein. Nicht nur die Wärme des Feuers war - vor allem später bei der Besiedlung kühlerer Kontinente - von Bedeutung, sondern auch der bessere Schutz vor wilden Tieren, die Möglichkeit, Nahrung zu erhitzen, sie dadurch zu erweichen und lagerfähig zu machen. Die Kontrolle des Feuers war und ist bis heute jedoch nicht nur eine technisch, sondern eine gleichermaßen gesellschaftlich zu regelnde Aufgabe.

Feuer in der griechischen Mythologie

Der griechischen Sage nach brachte der Titan Prometheus das Feuer zu den Menschen; er hatte es dem Göttervater Zeus gestohlen. Dieser war über den Verlust des wertvollen Gutes derart erbost, dass er Prometheus an einen Berggipfel ankettete. Jeden Tag kam ein Adler, der von seiner Leber fraß. Doch Prometheus war unsterblich... Auf der ganzen Welt erzählen Sagen und Legenden von der Macht des Feuers und der Verehrung, die ihm die Menschen zu allen Zeiten entgegenbrachten. Entweder wurde es den Göttern gestohlen, oder die Götter machten es dem Menschen zum Geschenk.

Tiere nutzen Feuer eher passiv

Die Beherrschung des Feuers gehört zu den höchsten kulturellen Leistungen des Menschen und hat sein Leben wie kaum eine andere Entdeckung verändert. Spätestens mit der Beherrschung des Feuers war die Grenze zwischen Tier und Mensch überschritten, sofern man so eine Grenze überhaupt ausmachen kann. Denn alles in der Natur ist fließend.

Welcher unserer Vorfahren hat wohl die ersten Erfahrungen mit dem Feuer gemacht? Es ist allgemein bekannt, dass auch Tiere das Feuer, oder besser die Folgen von Feuer nutzen, aber sie tun das eher passiv. Nach Buschbränden kommen vor allem die Räuber zurück. Adler kreisen über der vom Feuer verwüsteten Landschaft, und Leoparden durchsuchen die noch warme Asche nach toten Tieren oder machen Jagd auf jene, die zwar überlebt haben, sich nun aber nicht mehr verstecken können.

Die Furcht der Schimpansen vor dem Feuer

Können unsere nächsten lebenden Verwandten, die Schimpansen ebenso wie der Mensch ihre Furcht vor dem Feuer überwinden? Anscheinend nicht: Man hat bis jetzt noch keine Schimpansen oder andere Primaten beobachtet, die ein natürlich entstandenes Feuer gepflegt oder gar ein künstliches Feuer entzündet hätten. Die Furcht vor dem Feuer wiegt schwerer als die Neugier und dies nicht ohne Grund: Nur wer Respekt vor dem Feuer hat, überlebt es auch. Die Meidung von Buschfeuern und Brandherden ist eine Verhaltensweise, die sich evolutionär bewährt hat.

Klimaveränderung als Motor für die Feuernutzung

Als sich vor 2,5 Millionen Jahren das Klima in Afrika zu verändern begann und es zu immer längeren Trockenzeiten kam, schrumpften die Regenwälder des Äquatorialgürtels. Besonders der östliche Teil des Kontinents, der durch das immer breiter werdende Rift-Valley vom Rest klimatisch abgetrennt wurde war davon betroffen. Savannen mit ihren weiten Grasfluren und vereinzelten Bäumen breiteten sich aus. Aus den ursprünglichen Savannen hingegen wurden weite Steppen, Heimat für die großen Weidetiere. Doch sie mussten immer größere Strecken zurücklegen, um an frischen Graswuchs und zu den wenigen Wasserstellen zu kommen. Davon waren auch die ersten Menschen betroffen, denn auch sie waren wie alle Lebewesen vom Wasser abhängig.

So könnte es sich abgespielt haben

Bei einer dieser Wanderungen oder bei einer Rast muss es dann geschehen sein: Der Himmel verdunkelt sich, Wolken türmen sich drohend auf. Blitze durchzucken den Himmel und das Grollen des Donners kommt immer näher. Dann ein greller Blitz, ein Knall zerreißt die Luft. Ein Baum hat Feuer gefangen, ein Ast senkt sich brennend zu Boden; die staubtrockene Savanne beginnt zu brennen. Eine Gruppe früher Menschen hat die Szenerie beobachtet - aus sicherer Entfernung. Dieser Vorgang wird für sie nichts Neues gewesen sein, denn Buschbrände waren aufgrund der klimatischen Verhältnisse häufiger als heute. Diese Menschen gehen zum Baum, dessen Inneres noch glimmt. Die Glut betten sie in Rinde und Blätter. Sie werden das Feuer zu ihrem Lagerplatz tragen. Dort werden sie es wieder entfachen. Es wird ihnen Licht und Wärme geben und sie vor allem vor den nächtlichen Angriffen der Leoparden schützen. Das Feuer ist gefährlich - und das Feuer ist gut.

Die Furcht der Schimpansen vor dem Feuer

Können unsere nächsten lebenden Verwandten, die Schimpansen ebenso wie der Mensch ihre Furcht vor dem Feuer überwinden? Anscheinend nicht: Man hat bis jetzt noch keine Schimpansen oder andere Primaten beobachtet, die ein natürlich entstandenes Feuer gepflegt oder gar ein künstliches Feuer entzündet hätten. Die Furcht vor dem Feuer wiegt schwerer als die Neugier und dies nicht ohne Grund: Nur wer Respekt vor dem Feuer hat, überlebt es auch. Die Meidung von Buschfeuern und Brandherden ist eine Verhaltensweise, die sich evolutionär bewährt hat.

Klimaveränderung als Motor für die Feuernutzung

Als sich vor 2,5 Millionen Jahren das Klima in Afrika zu verändern begann und es zu immer längeren Trockenzeiten kam, schrumpften die Regenwälder des Äquatorialgürtels. Besonders der östliche Teil des Kontinents, der durch das immer breiter werdende Rift-Valley vom Rest klimatisch abgetrennt wurde war davon betroffen. Savannen mit ihren weiten Grasfluren und vereinzelten Bäumen breiteten sich aus. Aus den ursprünglichen Savannen hingegen wurden weite Steppen, Heimat für die großen Weidetiere. Doch sie mussten immer größere Strecken zurücklegen, um an frischen Graswuchs und zu den wenigen Wasserstellen zu kommen. Davon waren auch die ersten Menschen betroffen, denn auch sie waren wie alle Lebewesen vom Wasser abhängig.

So könnte es sich abgespielt haben

Bei einer dieser Wanderungen oder bei einer Rast muss es dann geschehen sein: Der Himmel verdunkelt sich, Wolken türmen sich drohend auf. Blitze durchzucken den Himmel und das Grollen des Donners kommt immer näher. Dann ein greller Blitz, ein Knall zerreißt die Luft. Ein Baum hat Feuer gefangen, ein Ast senkt sich brennend zu Boden; die staubtrockene Savanne beginnt zu brennen. Eine Gruppe früher Menschen hat die Szenerie beobachtet - aus sicherer Entfernung. Dieser Vorgang wird für sie nichts Neues gewesen sein, denn Buschbrände waren aufgrund der klimatischen Verhältnisse häufiger als heute. Diese Menschen gehen zum Baum, dessen Inneres noch glimmt. Die Glut betten sie in Rinde und Blätter. Sie werden das Feuer zu ihrem Lagerplatz tragen. Dort werden sie es wieder entfachen. Es wird ihnen Licht und Wärme geben und sie vor allem vor den nächtlichen Angriffen der Leoparden schützen. Das Feuer ist gefährlich - und das Feuer ist gut.

In den südafrikanischen Höhlen wurden Überreste vieler Australopithecinen gefunden. Dass sie darin gelebt haben, wie noch Raymond Dart vermutete, wird heute ausgeschlossen. Man nimmt an, dass diese Homininen von Raubtieren in die Höhlen geschleppt wurden. Bissspuren an Schädel- und anderen Knochen zeugen davon, dass diese Homininen noch Gejagte waren - vielleicht gerade deshalb, weil sie noch kein Feuer hatten. Spätestens der Homo erectus wurde selber zum Jäger und war auch imstande, Raubtiere zu vertreiben. In Zhoukoudian (China) wurden zusammen mit dem berühmten Pekingmenschen, dem asiatischen Homo erectus, Ascheschichten gefunden, die 460.000 bis 230.000 Jahre alt sind. In den gleichen Schichten lagen verbrannte Knochen und Steinwerkzeuge. Mit Werkzeugen, Jagdwaffen und vor allem mit dem Feuer hatte der Homo erectus ganz neue Möglichkeiten, sich in seiner Umwelt einzurichten. Er hatte keine Zähne und Krallen, um sich gegen angreifende Tiere zu wehren, doch konnte er Steine zu scharfen Klingen schlagen und mit diesen Speere herstellen (Schöninger Speerfunde). Die Speerspitzen konnte er im Feuer härten. Der Mensch erarbeitete sich sich so seine Vorherrschaft über die Natur. Gewiss war es ein langwieriger Prozess, der sich über viele Tausend Generationen erstreckt haben mag.

Zuweilen wird der Mensch den Busch auch absichtlich in Brand gesetzt haben, wenn er den Nutzen solcher Buschbrände kennen gelernt hatte. Noch heute legen in Australien Aborigines künstliche Buschfeuer, um die Natur zu erneuern. Nach jedem Feuer erwacht die Natur zu neuem Leben. Einige Pflanzen, so der australische Eukalyptus, warten sogar regelrecht auf das Inferno; ihre Samen keimen erst, wenn ein Buschfeuer tote Materie und Konkurrenten verbrannt hat.

Bestimmt war es wieder eine Kette von Zufällen, die schließlich dazu führte, dass vor einigen Hunderttausend Jahren das Kochen erfunden wurde. Die Tiere, die bei einem Buschbrand umkamen, waren nicht nur ein »gefundenes Fressen«, sondern auch leichter zu kauen und bekömmlicher als rohes Fleisch. Auf keinen Fall war ihr Fleisch verdorben, wie es bei Aas häufig der Fall war. Gebratenes Fleisch war gutes Fleisch, und so wird sich allmählich auch unsere Vorliebe für gebratenes Fleisch entwickelt haben. Das Feuer tötete die Keime ab und machte das Fleisch haltbarer, so dass man es noch an den darauffolgenden Tagen essen konnte. Das Feuer erschloss unseren Vorfahren auch neue Nahrungsquellen, denn Blätter und Hülsenfrüchte, die roh ungenießbar sind, können im gekochten Zustand durchaus gegessen werden. Die Hitze zerstört zähe Pflanzenfasern und Giftstoffe. Der Gebrauch des Feuers eröffnete dem Menschen neue Freiheiten, allerdings begab er sich gleichzeitig in eine starke Abhängigkeit, die bis in unsere Zeit andauert.

Wann genau der Mensch im Stande war, Feuer zu entzünden und mit welcher Methode, weiß man nicht. Zwei Methoden eignen sich zum Feuermachen, allerdings setzen beide einigen Aufwand und viel Geschick voraus. Zum einen kann ein Stöckchen aus Hartholz entweder mit bloßen Händen oder mit einem kleinen Bogen in weichem Holz gedreht werden. Reibung erzeugt Hitze, vor allem dann, wenn zwischen die Hölzer noch Sand oder Asche gestreut wird. Nach einigen Minuten Reiben entsteht so viel Hitze, dass ein getrockneter Baumschwamm zum Glimmen gebracht werden und als Zunder fungieren kann. Mit dem Zunder wiederum lässt sich leicht anderes brennbares Material wie trockenes Gras entzünden. Für die andere Methode wird Feuerstein gegen das Mineral Pyrit, ein Eisensulfid, geschlagen. Die davonfliegenden Funken werden mit dem Zunderschwamm aufgefangen und mit der Glut das eigentliche Feuer entfacht.

Von der Fähigkeit Feuer zu machen und es zu hüten hing schon bald das Überleben der ganzen Gruppe ab, gerade in kälteren Gebieten. Als Mittelpunkt des Lagers entfaltete das Feuer seinen ganzen Nutzen, es wärmte, gab Licht, hielt Raubtiere fern, und der Rauch wehrte lästige Insekten ab. Das Feuer macht auch ein Leben in kälteren und unwirtlicheren Gegenden erträglicher, wenn nicht gar erst möglich, und verlängerte den Tag. Der Mensch konnte nun auch nach Sonnenuntergang noch arbeiten, spielen, essen oder Riten abhalten.


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