Reiterstein von Hornhausen


Reiterstein von Hornhausen
Briefmarke der DDR 1970
Wappen des Landkreis Börde mit dem Reiter von Hornhausen

Der Reiterstein von Hornhausen oder Hornhäuser Reiterstein ist eine Steinplatte mit der bildlichen Darstellung eines Reiters, die auf das 8. Jahrhundert datiert wird. Das Original befindet sich im Besitz des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale), eine Kopie wurde in die Südwand des Turmes der Hornhäuser St.-Stephanus-Kirche eingelassen. Bei dem Reiterstein handelt es sich angeblich um den Rest einer Chorschranke eines frühmittelalterlichen Kirchenbaues. Diese Darstellung ist umstritten. Da der Reiterstein stilistisch und motivisch in den nordgermanischen Bereich weist, ist der Schluss erlaubt, in ihm den Grabstein eines Sachsen zu erblicken, der von den Franken 531 im Nordthüringgau zwischen Bode und Ohre angesiedelt wurde[1].

Die als Scherenschnitt stilisierte Darstellung des Hornhäuser Reiters dient dem Landesmuseum für Vorgeschichte als Logo. Der zum 1. Juli 2007 gegründete Landkreis Börde wählte ebenfalls den Hornhäuser Reiter zu seiner Wappenfigur.[2]

Entdeckung

Der Reiterstein von Hornhausen wurde 1874 beim Pflügen eines Ackergrundstücks in der Nähe des Ortes gefunden. Die Finder der Steinplatte, die Bauern Friedrich und Christoph Dietrich, nutzten den Stein als Eingangsplatte zu ihrem Kuhstall. Erst 1912 erfuhr die Fachwelt von diesem Bildstein, und das Museum Halle begann 1913 mit systematischen Grabungen. In deren Verlauf wurden in den Jahren 1923–1925 insgesamt 63 Gräber entdeckt.

Beschreibung

Stein von Skokloster; das schwedische Gegenstück

Der Stein stellt vermutlich einen fränkischen Krieger des 7. Jahrhunderts dar. Im Mittelfeld ist der Reiter mit Helm, Schild, Schwert und Flügellanze dargestellt. Darunter ist eine Schlange mäanderartig angeordnet, über die das Pferd hinwegschreitet. Darunter sind wiederum zwei verflochtene Tiere dargestellt. Über dem Reiter befindet sich ein waagerechtes Flechtband, wie es vor allem gotländische Bildsteine zeigen.

Der Stein als Reiterdarstellung hat Parallelen in dem viel älteren Runenstein von Möjbro und dem Runenstein von Skokloster im schwedischen Uppland (sh. Bild). Aber während der thüringische Reiter einen Schild mit einer Wirbelraddarstellung trägt (die eigentlich für den Norden typisch ist), hat der uppländische Reiter gar keinen und der ältere einen unverzierten Schild.

Verwendung als Wappen

Der Landkreis Börde verwendet diesen Reiterstein in seinem Wappen. Die Familie von Rockhausen führt ein Wappen, das im Motiv dem Schild des Reiters entspricht und vermutet deshalb in diesem einen frühen fränkischen Vorfahren.

Literatur

  • Reinhold Andert: Der Reiterstein von Hornhausen. In: Der fränkische Reiter. Dingsda-Verlag Querfurt, Leipzig 2006, ISBN 3-928498-92-4
  • Ernst Rieger, Artur Rockhausen, Johannes Webers: Die Sippe Rockhausen. Eigenverlag, 1995
  • Erik Nylén, Jan Peder Lamm: Bildsteine auf Gotland. Wachholtz, Neumünster 1981, 1991 (2. Aufl.), ISBN 3-529-01823-6.

Weblinks

Quellen

  1. R. Schwarz: Des Kriegers letzter Ritt nach Walhall In. In: Landesmuseum für Vorgeschichte (Hrsg.): Schönheit Macht und Tod. 120 Funde aus 120 Jahren Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. Landesamt für Archäologie, Halle (Saale) 2001. ISBN 3-910010-64-4 S. 58
  2. Artikel vom 18. Juli 2007 in der Volksstimme Magdeburg.

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