Keramik der Narva-Kultur

Die Narva-Kultur (estnisch Narva kultuur, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch auch Narwa-Kultur[1][2][3]) war eine semi-neolithische Kultur im 5. bis 4. Jahrtausend v. Chr. (Waldneolithikum), die sich von Estland im Norden über Lettland und Litauen bis ins ehemalige Ostpreußen im Süden findet. Die Narva-Kultur entwickelte sich aus der mesolithischen Kunda-Kultur.

Name

Die Kultur ist nach Fundorten am Ufer des Narva-Flusses benannt, der die Grenze zwischen Estland und Russland bildet, und wurde laut Marija Gimbutas nach der Stadt Narva benannt.

Zeitstellung

Der estnische Archäologieprofessor A. Kriiska (2017) datiert die Narvakultur in Estland auf 5200-3900 v. Chr. Die litauische Wikipedia datiert die Narvakultur dort ins 4. und 3. Jahrtausend, wobei im 3. Jt. der zweite, als Mittelneolithikum bezeichnete Abschnitt beginnt.

Charakteristika

Die Wirtschaft der Narva-Kultur beruhte auf Jagd und Sammeln. Funde von Knochen und Geweihartefakten belegen die Jagd auf Vögel, Fische, Seehunde und Land-Säugetiere. Insbesondere im Vergleich mit der zeitgleichen, südlich anschließenden Memel-Kultur spielte der Feuerstein keine wichtige Rolle. Es finden sich auch Hacken, Tüllenäxte und Handreibmühlen, so dass Pflanzbau möglich scheint. Die Kultur kannte die Tonverarbeitung. Ein Zusammenhang in der Gestaltung der spitzbodigen Keramik wird mit der Kammkeramik-Kultur gesehen.

Varianten

Zur Zeit der Schnurkeramik, in Ostpreußen als Haffküsten-Kultur ausgeprägt, werden zwei Varianten unterschieden:

  • die nordöstliche Variante scheint autonom geblieben zu sein. Möglicherweise gehörte sie der uralischen Sprachfamilie an.
  • die südwestliche weist Elemente der zeitlich früheren Trichterbecherkultur sowie der späteren Schnurkeramik- und der Kugelamphoren-Kultur auf. Huld und Bley wollen die südwestliche Variante in Beziehung zum Proto-Baltischen stellen, dem Vorläufer des Lettischen, Litauischen und Prussischen, was jedoch spekulativ bleibt. Das größte bisher ausgegrabene Gräberfeld ist das Gräberfeld von Zvejnieki.

Literatur

  • Martin E. Huld, Karlene Jones-Bley (Hrsg.): The Indo-Europeanization of Northern Europe. Institute for the Study of Man, Washington DC 1996, ISBN 0-941694-52-6 (Journal of Indo-European Studies. Monographs No. 17).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Exemplare: Sprawa terminologiczna: kultura narewska. Terminologische Frage: Kultura narewska (die Narwa-Kultur). In: zenon.dainst.org. Abgerufen am 21. September 2021.
  2. Baltische Staaten. In: blankenforth.de. Abgerufen am 21. September 2021.
  3. Tadeusz Malinowski: Sprawa Terminologiczna: Kulturanarewska. (PDF) In: Archeologia Polski. Abgerufen am 21. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).