Kelten-Römer-Museum in Manching, Ansicht von Süden, im April 2013
Kelten-Römer-Museum in Manching Nordseite, im August 2006

Das Kelten-Römer-Museum im oberbayerischen Manching, rund zehn Kilometer südöstlich von Ingolstadt, ist ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München und wurde am 2. Juni 2006 eröffnet.

Trägerschaft und Gebäude

Träger des Museums ist ein Zweckverband; Mitglieder sind die Marktgemeinde Manching, der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, der Bezirk Oberbayern und der Keltisch-Römische Freundeskreis.

Der Bau wurde vom Büro Fischer Architekten München entworfen[1] und vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnet. Er gliedert sich in den mit 670 m² größten Raum für die „Abteilung Kelten“ und die „Ausstellung Römer“ mit 510 m².

Dauerausstellung

Der Goldschatz aus dem Oppidum von Manching

Kelten

Hier werden die Funde und Exponate des in unmittelbarer Nähe befindlichen Oppidum von Manching ausgestellt. Von herausragender Bedeutung ist dabei vor allem ein 1999 entdeckter Goldschatz, bestehend aus 450 Goldmünzen (Muschelstatere). Es ist der größte im 20. Jahrhundert entdeckte keltische Goldfund.

Weltweit einzigartig ist das 1984 gefundene sogenannte Kultbäumchen, die vergoldete Abbildung eines von Blättern, Knospen und Früchten umrankten Zweigs aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Römer

Römische Militärschiffe

Mittelpunkt der Abteilung bilden zwei 15 Meter lange römische Militärschiffe aus der Zeit um 100 n. Chr. Die Wracks waren 1986 in einem verlandeten Seitenarm der Donau im Manchinger Ortsteil Oberstimm, der Brautlach, neben dem ehemaligen Gelände von Kastell Oberstimm, entdeckt worden. Erst 1994 wurden sie planmäßig geborgen und anschließend im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz restauriert und konserviert. Ein Nachbau der 15 Meter langen und nach mediterraner Art in Nut- und Feder-Technik hergestellten Schiffe wurde von der Werft Jugend in Arbeit in Hamburg-Harburg rekonstruiert und umfangreich getestet. Dabei zeigte sich eine gute Manövrierfähigkeit und eine erreichbare Geschwindigkeit von ca. 14 Stundenkilometern.[2]

Modell der großen Donaubrücke bei Steppberg
Altarstein vom Nordende der Donaubrücke bei Stepperg

Außerdem ist ein Modell der großen Donaubrücke bei Stepperg zu sehen sowie weitere Funde aus der Römerzeit, vor allem aus der Umgebung von Manching.

Sonderausstellungen

  • Alltag und Pracht – Die Entdeckung der keltischen Frauen (24. November 2007 – 30. März 2008)
  • Architektur und Geschichte der Friedenskirche Manching. Gulbranssons Meisterwerk evangelischen Kirchenbaus (29. Juni 2008 – 10. August 2008)
  • Rätsel Schnippenburg – Sagenhafte Funde aus der Keltenzeit (1. November 2008 – 19. April 2009)
  • Situlen – Bilderwelten zwischen Etruskern und Kelten auf antikem Weingeschirr (25. Juli 2009 – 15. November 2009)
  • Ursprung der keltischen Archäologie: Die Brücke von La Tène – ein Schauplatz grausamer Menschenopfer? (6. Februar 2010 – 7. November 2010)
  • Aenigma – Der rätselhafte Code der Bronzezeit (27. Mai 2011 bis 13. November 2011)
  • Roms unbekannte Grenze – Kelten, Daker, Sarmaten und Vandalen im Norden des Karpatenbeckens. Archäologische Kostbarkeiten aus Museen in Rumänien und Ungarn (7. Juli 2012 – 17. Februar 2013)
  • Schülerschätze. Kostbarkeiten der Klasse 3c aus Oberstimm (22. März 2013 – 2. Juni 2013)
  • Steppenkrieger – Reiternomaden des 7.-14. Jahrhunderts aus der Mongolei (17. Mai 2013 – 17. November 2013)
  • Das goldene Antlitz des unbekannten Makedonenkönigs. Makedonen und Kelten am Ohrid-See, ein Zusammenprall der Kulturen? (24. Juli 2014 – 16. November 2014)
  • Licht! Lampen und Leuchter der Antike (2. Juli 2016 – 18. Juni 2017)
  • Schnappschuss. Zoom Dich in die Römerzeit(16. November 2017 – 8. April 2018)
  • Die Bilderwelt der Kelten (5. Juli 2018 – 24. Februar 2019)
  • Die Kunst des Zeichnens – David Macaulay & Schyren Gymnasium Pfaffenhofen (27. März 2019 – 21. Juli 2019)

Leitung

Literatur

  • Nils Ballhausen: Kelten, Römer, Manching. Archäologisches Museum in Manching. In: Bauwelt. Band 30. Bauverlag, Gütersloh 2006, ISSN 0005-6855, S. 10–15 (PDF).
  • Nicolette Baumeister: Kelten-Römer-Museum Manching. (= Baukulturführer. Band 29). Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2006, ISBN 978-3-936721-79-9.
  • Herbert Mayr u. a.: Kelten-Römer-Museum Manching. Manching 2006.
  • Eberhard J. Wormer: Oppidum Manching 200 BC. In: Orthopädie & Rheuma 23(4),2020, S. 64–65, doi:10.1007/s15002-020-2873-z

Weblinks

Commons: Kelten-Römer-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BauNetz: Kelten und Römer - Museum bei Ingolstadt eröffnet. 31. Mai 2006, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  2. Christoph Schäfer, Rudolf Askamp und Klaus-Michael Hüssen in: Terra X: Schliemanns Erben. Der Limes (1/2) Grenzwall gegen die Barbaren. Ein Film von Gisela Graichen und Peter Prestel. ZDF 2009, Minute 16 bis 22.

Koordinaten: 48° 42′ 46,8″ N, 11° 29′ 35,8″ O