NordNordWest / CC BY-SA 3.0 de

Wadi Hammeh 27


32.60535.643888888889Koordinaten: 32° 36′ 18″ N, 35° 38′ 38″ O
Karte: Jordanien
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Wadi Hammeh 27
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Jordanien

Wadi Hammeh 27 ist eine Fundstelle des frühen Natufien im Jordanbecken und somit mehr als 13.000 Jahre alt (ca. 11.000 v. Chr.).[1] Sie liegt auf einem steilen Felsvorsprung im Wadi al-Hammeh, einem Trockental, das nördlich von Beisan in das Jordantal mündet. Wenige Kilometer nördlich der Grabungsstelle liegt der See Genezareth.

Forschungsgeschichte

Zwischen 1983 und 1990 wurden hier im Rahmen des Pella-Projektes der Universität Sydney 351 m² Siedlungsfläche ergraben. Die gesamte Siedlung umfasste wahrscheinlich ca. 2.000 m². Die Schichten des Natufien waren bis zu drei Meter mächtig und nur mit einer dünnen Sedimentschicht bedeckt. Stellenweise waren die Mauerzüge an der Oberfläche sichtbar. Die oberste Siedlungsschicht ist durch Pflanzenwurzeln (Asphodelien) und Tiergänge (Wühlmäuse, Microtus irani oder Microtus guentheri und Blindmäuse, Spalax ehrenbergi) gestört.

Siedlungsweise

Die Siedlung weist vier Bauschichten auf, die allesamt von Erosion bedroht sind. Die Häuser bestehen aus ovalen Steinsetzungen mit zentraler Herdstelle. Die Fußböden sind minimal verfestigt, es wurde aber kein spezielles Sediment eingebracht. Die Siedlungsschichten sind bis zu 30 cm mächtig, und Hardy-Smith und Edwards (2004) gehen davon aus, dass noch keine systematische Abfallbeseitigung stattfand.

Funde

Die zahlreichen Funde werden durch geschlagenen Stein dominiert. Auch Artefakte aus Felsgestein (Mörser und Mahlsteine, Hammersteine aus Kalkstein, Sandstein und Basalt), Knochenartefakte, Ocker und Muschelschalen, darunter Dentalium, sind häufig.

Datierung

Aus Schicht I, der jüngsten Fundschicht, liegen drei AMS-Daten vor, die aus verbrannten Samen gewonnen wurden:

Labornummer Datum BP BC cal (1 sigma)
OxA-393 11.920±150 -
OxA-507 11.950±160 -
OxA-394 12.200±160 -

Bestattungen

Zwei Bestattungen lagen unter der ersten Siedlungsschicht. In den Ablagerungen des Natufiens fanden sich nur einzelne Knochen, vor allem Schädelfragmente mit Brandspuren.

Umwelt

Während des Natufien war das Klima deutlich feuchter als heute. In der Siedlung wurden unter anderem verkohlte Reste von Eiche (Quercus sp.), Gänsefußgras (Aegilops sp.), wilder Geste (Hordeum spontaneum), Pistazien und wilden Linsen gefunden.[2]

Wirtschaftsweise

Tierknochen belegen die Jagd auf:

  • Wildes Schaf
  • Ziege
  • Rothirsch
  • Reh
  • Mesopotamischer Damhirsch (Dama mesopotamica)
  • Auerochse
  • Wildschwein
  • Gazelle
  • Weißstorch (Ciconia ciconia)
  • Ente (Anas sp.)

Literatur

  • Tania Hardy-Smith, Phillip C. Edwards: The garbage crisis in prehistory: artefact discard patterns at the Early Natufian site of Wadi Hammeh 27 and the origins of household refuse disposal strategies. in: Journal of Anthropological Archaeology. New York 23, 2004, 253–289. ISSN 0278-4165 (Volltext (PDF; 15,3 MB) als Digitalisat)
  • Phillip C. Edwards: Wadi-Hammeh 27, an early Natufian site at Pella, Jordan. In: O. Bar-Yosef, F.R. Valla (Hrsg.): The Natufian Culture in the Levant. International Monographs in Prehistory. Archaeological Series. Bd 1. Ann Arbor, Michigan 1991, 123–148. ISBN 1879621037

Einzelnachweise

  1. Chronology Near East Part 1 Levante inclusive Cyprus (2009). In: Universität Basel. Abgerufen am 3. März 2011 (PDF; 34 kB).
  2.  Danièle C. Martinoli: Plant Food Economy and Environment during the Epipalaeolithic in southwest Anatolia: an Investigation of the Botanical Macroremains from Öküzini and Karain B (Inauguraldissertation). Basel 2005, ISBN (Volltext (PDF; 48,2 MB) als Digitalisat), S. 82.

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