Vézère-Tal: Fundorte und Höhlenmalereien bezeichnet ein Weltkulturerbe der UNESCO im Département Dordogne in der ehemaligen Region Aquitaine im Südwesten Frankreichs.
Am Unterlauf der Vézère gelegen umfasst das Welterbe in einem Gebiet von etwa 30 mal 40 Kilometern 147 prähistorische Fundstätten und 25 dekorierte Höhlen.
Zusätzlich zu den Funden menschlicher Skelette wurde eine bedeutende Sammlung von Gegenständen zusammengetragen, die bei der Einschreibung des Kulturerbes mehr als 500.000 Feuerstein-Objekte, 148 tierische Überreste und 844 verschiedene Gebrauchsgegenstände und künstlerische Arbeiten umfasste. Diese Sammlung erlaubte es, eine Chronologie steinzeitlicherKulturen in Europa zu etablieren.
Die Objekte und Kunstwerke aus dem Vézère-Tal sind ein wichtiges Zeugnis längst vergangener Kulturen, die bis in die Altsteinzeit zurückreichen. Einige der bildlichen Darstellungen sind weltweit als Meisterwerke prähistorischer Kunst anerkannt. Beispielhaft sind die Venus von Laussel, der als Hochrelief ausgeführte Pferde-Fries von Cap-Blanc sowie die wohlbekannten Höhlenmalereien von Lascaux zu nennen, deren Entdeckung im Jahr 1940 für die Geschichtsschreibung der prähistorischen Kunst von großer Bedeutung war. Aus ethnologischer und anthropologischer sowie ästhetischer Sicht besonders interessant sind die Höhlenmalereien, insbesondere die der Höhle von Lascaux. Die kunstvoll komponierten Jagdszenen zeigen an die 100 Tierfiguren, deren Detailtreue, Farbenreichtum und lebensechte Darstellung bemerkenswert sind.
Die Stätten wurden 1979 zunächst unter der Bezeichnung französischGrottes ornées de la Vallée de la Vézère bzw. englischthe Decorated Caves of the Valley of the Vézère in die Liste des Weltkulturerbes eingetragen. 2006 wurde das Welterbe in Sites préhistoriques et grottes ornées de la vallée de la Vézère bzw. Prehistoric Sites and Decorated Caves of the Vézère Valley umbenannt. Die Einschreibung bezog sich also zunächst in erster Linie auf die dekorierten Höhlen, bezieht nun aber ebenso die archäologischen Stätten ausdrücklich mit ein.
Liste der Einzelstätten
Eine umfassende Liste aller Einzelstätten kann hier nicht gegeben werden. In der Dokumentation des UNESCO-Welterbe-Zentrums werden die folgenden Fundstätten und Höhlen namentlich aufgelistet.[1]
Historische Stadtzentren:Bischofstadt Albi (2010) |Bordeaux, Port de la Lune (2007) |Carcassonne (1997) |Le Havre (2005) |Lyon (1998) |Nizza (2021) |Seineufer von Paris (1991) |Provins (2001) |Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt (1988, 2017) |Abteikirche und Stadthügel von Vézelay (1979) |Bedeutende Kurstädte Europas: Vichy (2021)
Bauwerke:Abtei von Fontenay (1981) |Abteikirche von Saint-Savin (1983) |Römische und romanische Denkmäler von Arles (1981) |Papstpalast, Kathedrale und Brücke von Avignon (1995) |Belfriede in Belgien und Frankreich (2005) |Canal du Midi (1996) |Festungsanlagen von Vauban (2008) |Kathedrale von Amiens (1981) |Kathedrale von Bourges (1992) |Kathedrale von Chartres (1979) |Das architektonische Werk von Le Corbusier (2016) |Leuchtturm von Cordouan (2021) |Mont-Saint-Michel und seine Bucht (1979) |Plätze Stanislas, de la Carrière und d’Alliance in Nancy (1983) |Theater und Triumphbogen von Orange (1981) |Pont du Gard (1985) |Kathedrale Notre Dame, ehemalige Abtei Saint-Remi und Palais du Tau in Reims (1991) |Große Saline von Salins-les-Bains und Königliche Salinen von Arc-et-Senans (1982) |Schloss Fontainebleau und sein Park (1981) |Schloss und Park von Versailles (1979)
Kultur- und Naturlandschaften:Bergbaugebiet Nord-Pas de Calais (2012, K) |Bezirk Saint-Émilion (1999, K) |Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (2021, N) |Causses und Cevennen (2011, K) |Climats – Weinbauparzellen in Burgund (2015, K) |Französische Süd- und Antarktisgebiete (2019, N) |Wege der Jakobspilger in Frankreich (1998, K) |Golf von Porto: Piana Calanche, Golf von Girolata und Naturschutzgebiet Scandola (1983, N) |Mont Perdu (1997, K/N) |Lagunen von Neukaledonien (2008, N) |Tal der Loire - Zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire (2000, K) |Taputapuātea (2017, K) |Vulkanlandschaft auf La Réunion (2010, N) |Weinberge, Weinhäuser und Weinkeller der Champagne (2015, K)