Grundmauern der Minoischen Villa

Die Minoische Villa von Zakros ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet eine archäologische Ausgrabungsstätte im Osten der griechischen Insel Kreta. Sie befindet sich in der Gemeinde Sitia des Regionalbezirks Lasithi, unmittelbar südlich des Ortes Zakros ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)), auch Epano Zakros ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Ober-Zakros‘) genannt, an der Straße nach Kato Zakros. Der Gattungsbegriff „Minoische Villa“ umschreibt einen Gebäudetyp, der weitgehend auf die Neupalastzeit der minoischen Kultur beschränkt ist.[1]

Geschichte

Die unter dem Namen Koukou Kefali 1 verzeichnete Ausgrabungsstätte wurde bereits ab 1901 von dem britischen Archäologen David Hogarth teilweise erforscht.[2] Mitte der 1960er Jahre wurden Bauarbeiten an der Straße durchgeführt, die direkt über die Gebäudereste der „Minoischen Villa“ führt.[3] Dies war Anlass weiterer Grabungen durch den griechischen Archäologen Nikolaos Platon, unterstützt von Efi und Giannis Sakellarakis.[4] In den 1970er Jahren kam es zu Nachgrabungen durch die griechische Archäologin Alexandra Karetsou.[5]

Das Gebäude der „Minoischen Villa“ von Zakros wird in die spätminoische Zeit SM I datiert. Es wurde am Hang eines Hügels auf mindestens drei Ebenen oder Terrassen errichtet. Über die obere Ebene verläuft heute die Straße nach Kato Zakros,[6] dem Standort des minoischen Palastes von Zakros. In einem Raum der unteren Ebene der „Villa“ wurde eine Weinpresse gefunden.[7] Sie bestand aus zwei in eine Arbeitsbank eingemauerten Keltergefäßen,[8] Tonwannen, die der Periode SM I A zugerechnet werden.[9] Fragmente von floralen Fresken, die in der Verfüllschicht des Raumes gefunden wurden, weisen auf ein dekorativ gestaltetes Obergeschoss, das sich über dem Raum befunden haben muss.[5][7][8]

Ein Raum der mittleren Ebene des Gebäudes besitzt im Boden eine Kanalführung, die möglicherweise einer handwerklichen Arbeitsvorrichtung diente.[8] In einem weiteren Raum dieser Ebene steht eine Mittelsäule. Er enthielt acht große Pithoi. Auf einem der Vorratsgefäße fand sich eine Linear-A-Inschrift,[7] die mit dem Ideogramm für Wein und einer Zahl beginnt.[10][11][12][13] Die beiden Zeilen der Inschrift auf dem Pithos lauten:[14][15]

  • wainu 21.di-di-ka-se.a-ša-mu-ne.a-se (‚Wein, 21 Flüssigmaßstandardeinheiten: (geliefert von) Di-di-ka-se; der Pithos: (geliefert von) A-se‘)
  • a-ṭạ-nū-tī de-ka.a-re ma-re-na.ti-ti-ku (‚Ich, Titikos, habe das unserem Gildenmeister übergeben‘)

Die einzelnen Worte weisen Entsprechungen im Semitischen auf. So korreliert a-ša-mu-ne mit dem semitischen assammû + -n und bezeichnet den Gefäßnamen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Pithos), a-ṭạ-nū-tī gleicht ’tnt für „ich gab“, de-ka entspricht dēk- für „dies, das“, a-re steht für ’alēy- „zu, für“ und ma-re-na bzw. semitisch mr’ + -n ist ein Wort für „unser Gildenmeister“.[15]

Literatur

  • Stefan Hiller: Das minoische Kreta nach den Ausgrabungen des letzten Jahrzehnts (= Fritz Schachermeyr [Hrsg.]: Mykenische Studien. Band 5). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1977, ISBN 978-3-7001-0176-5, Minoische Landsitze, S. 157.
  • Sabine Westerburg-Eberl: „Minoische Villen“ in der Neupalastzeit auf Kreta. In: Harald Siebenmorgen (Hrsg.): Im Labyrinth des Minos: Kreta – die erste europäische Hochkultur [Ausstellung des Badischen Landesmuseums, 27.1. bis 29.4.2001, Karlsruhe, Schloss]. Biering & Brinkmann, München 2000, ISBN 3-930609-26-6, S. 87–95 (archiv.ub.uni-heidelberg.de [PDF; 1,6 MB]).

Einzelnachweise

  1. Sabine Westerburg-Eberl: „Minoische Villen“ in der Neupalastzeit auf Kreta. In: Harald Siebenmorgen (Hrsg.): Im Labyrinth des Minos: Kreta – die erste europäische Hochkultur [Ausstellung des Badischen Landesmuseums, 27.1. bis 29.4.2001, Karlsruhe, Schloss]. Biering & Brinkmann, München 2000, ISBN 3-930609-26-6, S. 87 (archiv.ub.uni-heidelberg.de [PDF; 1,6 MB]).
  2. Ierapetra – Zakros. Alpha & Omega, abgerufen am 5. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  3. The Minoan Villa of Pano Zakros. Municipality of Sitia, abgerufen am 5. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value), 2013–2016).
  4. 5,0 5,1 Zakros: Koukou Kefali 1. Archaeological Atlas of Crete: Archaeological Sites. Forth: Institute for Mediterranean Studies, abgerufen am 5. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  5. Eleni Fragkaki: A Critical Analysis of the Site and Landscape of Zakros, in the context of the Minoan palaces of Crete. Dissertation, University College London 2009, S. 35 (englisch, Digitalisat).
  6. 7,0 7,1 7,2 Epano Zakros. Minoan Crete, 12. Juli 2015, abgerufen am 5. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  7. 8,0 8,1 8,2 Sabine Westerburg-Eberl: „Minoische Villen“ in der Neupalastzeit auf Kreta. In: Harald Siebenmorgen (Hrsg.): Im Labyrinth des Minos: Kreta – die erste europäische Hochkultur [Ausstellung des Badischen Landesmuseums, 27.1. bis 29.4.2001, Karlsruhe, Schloss]. Biering & Brinkmann, München 2000, ISBN 3-930609-26-6, S. 91 (archiv.ub.uni-heidelberg.de [PDF; 1,6 MB]).
  8. F. R. Riley: The Olive Industry of Bronze Age Crete: Evidence for Volcanic Damage to Olive Groves and Property in Central and Eastern Crete. (PDF) akroterion.journals.ac.za, abgerufen am 5. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value), 1,5 MB).
  9. 15,0 15,1

Weblinks

Commons: Minoische Villa von Zakros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Zakros: Koukou Kefali 1. In: Digital Crete: Archaeological Atlas of Crete. Foundation for Research and Technology-Hellas (FORTH), Institute for Mediterranean Studies; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Koordinaten: 35° 6′ 26,4″ N, 26° 13′ 9,7″ O