Tanzkleid und -maske das neben anderen Zeremonien auch beim Egungun eingesetzt wurde, 1950er Jahre, Sammlung des Children’s Museum of Indianapolis

Ein Egungun (egungún) ist im Ahnenkult der Yoruba ein Medium, das als Maskentänzer in einem Ritual auftritt, in dem es von einem Ahnen besessen ist. Auf diese magische Weise wirkt der Ahne auf die hinterbliebenen Familienmitglieder. Es sind insbesondere Bestattungsrituale und Rituale an Gräbern und Schreinen. Egungun-Tänzer üben diese Funktion für eine Familie oder für ein Kollektiv aus. Der Kult gehört zum gleichnamigen Männergeheimbund.

Die Egungun-Maske bedeckt den ganzen Körper des Tänzers. Es heißt, wer einen Egungun berührt oder bei der der Aufnahme von Speisen beobachtet, muss sterben, so dass niemand die okkulten Gestalten als Menschen identifizieren kann.[1]

Einmal jährlich feiern die Yoruba zu Ehren ihrer Vorfahren ein großes Fest.[2]

Literatur

  • African Arts, XI, 3, 1978, Sondernummer Egungun.
  • Dierk Lange: Die Egungun bei den Yoruba und in Ugarit (Syrien). Ein Beitrag der Ethnologie zur Altorientalistik. In: K. Geisenhainer, K. Lange (Hrsg.): Bewegliche Horizonte. Festschrift für Bernhard Streck. Universitätsverlag, Leipzig 2005, S. 265–282.
  • Alfred Schäfer: Die Maske und ihr Träger im Egungun-Geheimbund. Bildungsethnologische Annäherungen. In: Alfred Schäfer, Michael Wimmer (Hrsg.): Masken und Maskierungen. Leske + Budrich, Opladen 2000, S. 75–93

Einzelnachweise

  1. GEO 1/2020, S. 110, Beatrix Gerstberger: "Wächter aus dem Reich der Toten"
  2. Brighton & Hove Museums Egungun Masquerade (Memento vom 22. Februar 2008 im Internet Archive)

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