VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Saint-Léonardf zu vermeiden.
Saint-Léonard
Wappen von Saint-Léonard
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Sidersw
BFS-Nr.: 6246i1f3f4
Postleitzahl: 1958
Koordinaten: 598518 / 122465Koordinaten: 46° 15′ 13″ N, 7° 25′ 10″ O; CH1903: 598518 / 122465
Höhe: 498 m ü. M.
Höhenbereich: 493–931 m ü. M.[1]
Fläche: 3,88 km²[2]
Einwohner: 2460 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 634 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
19,3 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.st-leonard.ch
Saint-Léonard VS

Saint-Léonard VS

Lage der Gemeinde
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Über dieses Bild
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Saint-Léonard ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde des Bezirks Siders sowie eine Pfarrgemeinde des Dekanats Sitten im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Ur- und Frühgeschichte

Saint-Léonard weist mehrere archäologische Fundplätze auf.

  • Die Felsritzungen von Crête-des-Barmes, die 1912 von Burkhard Reber auf einer 110 m² großen Fläche entdeckt und Pierre Corboud 1974 untersuchte, weisen sich vier-phasig überlagernde Gravierungen aus dem Neolithikum auf.
  1. In der ältesten Periode erscheint wiederholt der mehr oder weniger schematisch dargestellte Odorant. Auch die Schälchen mit einem oder zwei konzentrischen Kreisen werden dieser Phase zugeordnet.
  2. In diese Periode gehört eine Mäanderdarstellung und Baum-, Schlangen- und Fußsohlendarstellungen.
  3. Periode 3 zeigt stark schematisierte Oranten und anthropomorphe Stelen, die mit den gravierten Stelen von Sion, Petit Chasseur, vergleichbar sind.
  4. Der jüngsten Periode sind vor allem gepickte Flächen zuzuordnen, die quadratische und rechteckige Figuren bilden.
  • Auf dem Schwemmkegel der Lienne, im heutigen Dorf Saint-Léonard scheint es eine ausgedehnte mittelneolithische Siedlung gegeben zu haben, die Sauter 1961 entdeckte. In ihr kamen bei Les Bâtiments 1975–1977 drei Steinkisten vom Chamblandes-Typ zum Vorschein, die vier, drei bzw. eine Person (in Hockerstellung) zusammen mit Leichenbrand enthielten. Die Anzahl der Bestatteten erlaubte die Einordnung in eine späte Phase der Cortaillod-Kultur, aus der auch die Siedlung bei Sur-le-Grand-Pré stammt.
  • Die 1956 von Marc-Rodolphe Sauter entdeckt und bis 1962 ausgegrabene Siedlung bei Sur-le-Grand-Pré liegt auf einem Felskamm (498 m) über der Rhone. Ihr Kernbereich liegt in einer mit postglazialem Löss gefüllten langen Senke von vier bis sechs Metern Breite. Der aufschlussreichste Teil der Siedlung stammt aus dem Mittelneolithikum (3700–3350 v. Chr.) dem zahlreiche Gruben im sterilen Löss zuzuordnen sind. Dank des Materials konnte eine Saint-Léonard-Fazies definiert werden, eine echte Mischung aus Elementen der Chassey-Lagozza-Cortaillod-Kultur mit großen südländischen (Lagozza)-Bezügen. Ein Grossteil der Steinwerkzeuge besteht aus Bergkristall. Das Spalten von Gestein durch Ansägen war eingeführt. Die Keramik ist kannelurenverziert. Möglicherweise gehört ein Teil des Materials einer älteren Kultur an, (um 4000–3700 v. Chr.) die dem Chasséen ähnliche Elemente aufweist (Protochasséen). Die mehr als einen Meter dicke Erdschicht über der neolithischen Schicht enthält frühgeschichtliche und römische Spuren, war aber für den Rebbau umgegraben worden.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1802 1850 1900 1950 2000 2010 2012 2014 2016
Einwohner 140 366 678 1070 1872 2117 2171 2209 2263

Sehenswürdigkeiten

  • Auf dem Crête-des-Barmes, oberhalb des Ortes finden sich die ältesten Petroglyphen und Schälchen der Schweiz.
  • In der Gemeinde befindet sich der grösste unterirdische See Europas: 300 m lang, 20 m breit und 10 m tief. Es werden Besichtigungen im Boot mit mehrsprachigen Kommentaren durchgeführt.

Persönlichkeiten

  • Henri Schwery (* 1932 in Saint-Léonard; † 2021 ebenda), Kardinal

Literatur

  • Alain Gallay und Bernard Truffer: Saint-Léonard. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2011.

Weblinks

Commons: Saint-Léonard VS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021