Zehe (Fuß)


In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Lege des Zehenballens
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel.
menschliche Zehen

Als Zehen (Singular: der Zeh oder die Zehe, von althochdeutsch zêha „Zehe“, „Finger“, „Zeigerin“; wie indogermanisch deik „zeigen“, verwandt mit lateinisch digitus „Finger“) werden die Endabschnitte der Gliedmaßen der vierfüßigen Wirbeltiere bezeichnet, bei Primaten (inkl. Menschen) nur die der hinteren Gliedmaßen. Die lateinische Bezeichnung Digitus pedis bedeutet „Finger des Fußes“. Wie jeder Finger besitzt auch jede Zehe einen Nagel. Der Mensch besitzt normalerweise an jedem Fuß fünf Zehen. Die größte Zehe (Großzehe, Hallux) befindet sich hierbei innen, die kleinste Zehe (Kleinzehe, Digitus minimus) außen am Fuß.

Die Zehenglieder und Gelenke

Schema der Fußknochen des Menschen.
Röntgenbild der Fußknochen des Menschen

Die Zehenknochen (Ossa digiti oder Ossa digitorum pedis) ähneln im Aufbau den Fingerknochen. Die große Zehe besitzt zwei Glieder, alle übrigen Zehen sind dreigliedrig. Die Glieder werden in Grundglied (Phalanx proximalis), Mittelglied (Phalanx media) und Endglied (Phalanx distalis oder Phalanx unguicularis) unterteilt. Bei Huftieren werden sie als Fessel-, Kron- und Hufbein bezeichnet. An den Zehenknochen lassen sich die Basis, der Körper und der Kopf unterscheiden.

Die Gelenke zwischen Mittelfußknochen und Grundgliedern werden als Zehengrundgelenke (Metatarsophalangealgelenke) bezeichnet. Das Gelenk zwischen Grund- und Mittelglied trägt die Bezeichnung Mittelgelenk oder proximales Interphalangealgelenk (PIP). Zwischen dem Mittel- und dem Endglied befindet sich das Endgelenk (distales Interphalangealgelenk, DIP).

Länge der Zehen

Ist die große Zehe die längste, so spricht man von einer ägyptischen Fußform. Ist jedoch die zweite Zehe die längste, so spricht man von einer griechischen Form. Die dritte Form ist die römische, bei der die Zehen in etwa in einer Linie stehen. Sie wird auch quadratische Form genannt. Die ägyptische Form ist dabei die häufigste (44 %), vor der römischen (36 %) und der griechischen (20 %).

Erkrankungen der Zehen

Es gibt u.a. die folgenden Erkrankungen und Fehlbildungen der Zehen:

  • Hallux valgus (Schiefstellung der großen Zehe)
  • Hallux rigidus (Versteifung des Großzehengrundgelenks infolge einer Arthrose)
  • Hammerzehe (krallenartige Beugung einer Zehe)
  • Krallenzehe (Verrenkung des Zehengrundgelenks)
  • Spreizfuß (Auseinanderweichen der Mittelfußknochen)
  • Hühnerauge (Schwielenbildung)
  • Polydaktylie (überzählige Zehen)
  • Dysmelie (Fehlbildung eines oder mehrerer Gliedmaßen, also der Arme, Hände, Beine oder Füße)
  • Brachydaktylie (Verkürzung einzelner oder mehrerer Finger oder Zehen)
  • Oligodaktylie (Fehlen eines oder mehrerer Finger und/oder Zehen)
  • Syndaktylie (Verwachsung bzw. Nichttrennung von Finger- oder Zehengliedern)

Bewegungen der Zehen und Muskulatur

Die Beugung der Zehen in Richtung Boden wird als Flexion, manchmal auch als Plantarflexion bezeichnet, wird durch die Zehenbeugemuskulatur bewerkstelligt. Für die Beugung der Großzehe sind im Wesentlichen der kurze und der lange Großzehenbeuger zuständig. Die zweite bis fünfte Zehe wird im Wesentlichen durch den kurzen und den langen Zehenbeuger gebeugt.

Die Streckung der Zehen in Richtung Fußrücken wird als Extension, selten auch als Dorsalextension oder Dorsalflexion bezeichnet. Für die Streckung der Großzehe ist der kurze und der lange Großzehenstrecker zuständig. Die übrigen Zehen werden durch den kurzen und langen Zehenstrecker gestreckt.

Das Spreizen der Zehen wird Abduktion genannt. Zieht man die Zehen nach der Spreizung wieder aneinander, so handelt es sich hierbei um eine Adduktion.

Benennung der Zehen

Laut Duden sind die Wortformen die Zehe und der Zeh im Deutschen gleichermaßen zulässig; der Plural beider Wörter lautet die Zehen.[1]

Wissenschaftlich werden die Zehen als Digiti pedis (Singular: Digitus pedis) bezeichnet und von innen nach außen mit römischen Zahlen durchnummeriert. Der Digitus pedis I trägt zusätzlich den Namen Hallux (Großzehe), der Digitus pedis V wird auch Digitus minimus (Kleinzehe) genannt. Für die Digiti pedis II, III und IV existieren keine speziellen Bezeichnungen, weder in der Fach- noch in der Alltagssprache. Wörter für den zweiten und vierten Zeh zu finden, war Teil des 3sat-Wettbewerbs „Uns fehlen die Worte“ im Jahr 2009. Anklang fand der naheliegende Vorschlag, sie analog zu den Fingern als Zeigezeh bzw. Ringzeh zu bezeichnen − zwei Begriffe, die bislang jedoch keine Aufnahme in den Duden oder andere anerkannte Wörterbücher gefunden haben.[2]

Zehen bei Tieren

Bei Tieren können Zehen außer Nägeln auch Hufe, Klauen oder Krallen tragen. Es gibt auch Tiere, deren Zehen durch Schwimmhäute verbunden sind.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Duden: die Zehe / der Zeh
  2. 3sat: Uns fehlen die Worte... nicht mehr!

Weblinks

 <Lang> Commons: Zehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

17.09.2020
Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrat...
15.09.2020
Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon.
09.09.2020
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus eine...
09.09.2020
Das letzte Zucken der Eiszeit
Ein internationales Team von Forschenden blickt präzise wie nie in das Ende der letzten Eiszeit. Wann und wo genau die Jüngere Dryaszeit begann und ...
03.09.2020
Milchverträglichkeit hat sich in wenigen Tausend Jahren in Mitteleuropa verbreitet
Paläogenetiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden nur in wenigen Knochen vom bronzezeitlichen Schlachfeld an der Tollense Hinweise auf ...
03.09.2020
Himmelsscheibe von Nebra wird neu datiert
Bisher galt die Himmelsscheibe von Nebra als frühbronzezeitlich und damit als älteste Himmelsdarstellung der Welt. Archäologen der Goethe-Universit...
03.09.2020
Künstliche Intelligenz hilft in der Archäologie
Künstliche Intelligenz ist besser als bisherige Softwareanwendungen in der Lage, den Ursprung archäologischer Funde aus naturwissenschaftlichen Unte...
26.08.2020
Bronzezeit: Fremde Ernährungstraditionen in Europa
Nicht nur Metalle, hierarchische Gesellschaften und befestigte Siedlungen: In der Bronzezeit beeinflusste auch ein neues Lebensmittel die ökonomische...
26.08.2020
Wie sich Neandertaler an das Klima anpassten
Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelte...
17.08.2020
Radiokarbonuhr zur C-14 Datierung neu geeicht
Die Radiokarbondatierung wird genauer als je zuvor: Als Teil eines internationales Forschungsteam trug die Universität Hohenheim dazu bei die Technik...
06.08.2020
Langer Hals half Saurier bei Unterwasserjagd
Sein Hals bestand aus dreizehn extrem verlängerten Wirbeln und war dreimal so lang wie sein Rumpf: Der Giraffenhalssaurier Tanystropheus lebte vor 24...
06.08.2020
Ein Riesenkranich aus dem Allgäu
Forschungsteam beschreibt rund elf Millionen Jahre alten Vogelschädel von der Fundstelle Hammerschmiede als frühesten Nachweis eines großen Kranich...
04.08.2020
Jonah’s Mausmaki: Internationales Forscherteam entdeckt in Madagaskar neue Primatenart
Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sechs Ländern hat in Madagaskar eine neue Mausmaki-Art entdeckt. Das Forscherte...
31.07.2020
Bisher älteste Bissspuren von Säugetieren auf Dinosaurierknochen entdeckt
Forschungsteam der Universität Tübingen belegt, dass kleine Säuger aus dem Nordwesten Chinas vor 160 Millionen Jahren Aas nicht verschmähten.
30.07.2020
Wie die Landwirtschaft ins Ammertal einzog
Forschungsprojekt erstellt geoarchäologisches Archiv der ersten Mensch-Umwelt Interaktionen in Tübinger Region: Landschaft wandelte sich vom Feuchtg...
30.07.2020
55 Millionen Jahre altes Skelett einer Eule
Senckenberg-Wissenschaftler Gerald Mayr hat mit Kollegen aus Belgien und den USA eine neue fossile Eulenart beschrieben. Das Skelett von Primoptynx po...
25.07.2020
Kluge Köpfe entwickeln geschickte Hände
Affenarten mit grossen Gehirnen beherrschen schwierigere Handgriffe als solche mit kleinen Hirnen. Doch das Erlernen feinmotorischer Fähigkeiten wie ...
25.07.2020
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Schmerz wird durch spezielle Nervenzellen übertragen, die aktiviert werden, wenn potenziell schädliche Einflüsse auf verschiedene Teile unseres Kö...
20.07.2020
Werkzeug-Satz aus Elfenbein
Meißel aus Mammutstoßzähnen wurden vor 38.000 Jahren multifunktional eingesetzt – Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgesc...
16.07.2020
Schwanz wog zweieinhalb Tonnen
Ein Forscherteam unter der Leitung von Verónica Díez Díaz, Postdoktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Museum für Naturkunde Be...
14.07.2020
Katzen: Unabhängig seit 6000 Jahren
Forschende des Senckenberg Centers for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team die Na...
14.07.2020
Dem Vergessen entrissen – 57 Jura-Muschelarten in fränkischer Tongrube entdeckt
Paläontologen der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) in München und der Universität Erlangen untersuchten 7.00...
09.07.2020
Seidenstraße: Auch Hirten hielten Katzen als Haustiere
Hauskatzen, wie wir sie heute kennen, haben kasachische Hirten schon vor über 1.000 Jahren als Haustiere begleitet. Das belegen Analysen eines fast v...
07.07.2020
Süditalien: Neandertaler starben nicht wegen Kälte aus
Klimaschwankungen werden dafür häufig als Auslöser vermutet – für Süditalien konnte diese Ursache nun ausgeschlossen werden. Denn dort herrscht...
18.06.2020
Neandertalergene in der Petrischale
Protokolle zur Umwandlung von pluripotenten Stammzellen (iPSC) in Organoide, Mini-Organe, ermöglichen es Forschern Entwicklungsprozesse in verschiede...