Theodor Mollison


Theodor Mollison (* 31. Januar 1874 in Stuttgart; † 1. März 1952 in München) war ein deutscher Anthropologe.

Wirken

Mollison habilitierte 1910 an der philosophischen Fakultät der Universität Zürich. Von 1926 bis 1939 war Mollison Professor und Direktor des Anthropologischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ab 1933 war er Mitherausgeber des Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie und Vorsitzender der Münchner Gesellschaft für Rassenhygiene zur „Vervollkommnung der Rasse“.[1] In seinen Schriften bejahte er den Nationalsozialismus und die nationalsozialistische Rassenideologie. So schrieb er 1934: „Die unwahre Behauptung von der Gleichwertigkeit der Menschen gab den Vorwand dafür ab, das Minderwertige zu stützen“.[1] 1938, im Jahr des Anschlusses von Österreich, schrieb er: „Mit Ausnahme der wenigen, die durch jüdische oder freimaurerische Beziehungen gebunden sind, stimmen wir Wissenschaftler freudig ein in den Ruf: ‚Heil Hitler!‘“[1]

Der KZ-Arzt Josef Mengele und die rassenideologische „ZigeunerforscherinSophie Ehrhardt promovierten bei Mollison.[2]

1944 verlieh ihm Adolf Hitler die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Seit 1950 war Mollison Sachverständiger für Vaterschaftsgutachten der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie.

Werke

  • Die Körperproportionen der Primaten (1910)
  • Sero-Diagnostik als Methode der Tiersystematik und Anthropologie (1923)
  • Anthropologie (1923)
  • Phylogenie des Menschen (1933)

Literatur

  • Michael Berenbaum, Abraham J. Peck: The Holocaust and history: the known, the unknown, the disputed, and the reexamined, published in Associalion with the United States Holocaust Memorial Museum. Indiana University Press, Bloomington 2002, S. 121.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 415
  • Gerfried Zeigelmayer: Mollison, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18. Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 4 f. (Digitalisat).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Zitate bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 415.
  2. Berenbaum, Peck: The Holocaust and history: the known, the unknown, the disputed, and the reexamined, published in Associalion with the United States Holocaust Memorial Museum. Indiana University Press, Bloomington 2002, S.121.

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