Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)


Dieser Artikel beschreibt die Schäftung in der Vor- und Frühgeschichte. Zum Begriff des Schäftens in der modernen Holztechnik siehe Schäften.
Zeitliche Übersicht der Vor- und Frühgeschichte

Die hier gezeigte Gliederung orientiert sich an dem klassischen Dreiperiodensystem, das vor allem für den alteuropäisch-mediterranen und vorderasiatischen Raum Gültigkeit hat. Zu den außereuropäischen Sonderfällen der Periodisierung siehe Ur- und frühgeschichtliche Terminologie und Systematik.

Die Altsteinzeit insgesamt ist durch die erdgeschichtliche Periode des Pleistozäns bestimmt, in dessen Verlauf das Klima der Nordhalbkugel, insbesondere Europas und Nordamerikas sowie Nordasiens, durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten charakterisiert war (sog. Eiszeitperiode).
  • Die fast nur für Europa, die Levante und den Nordosten Afrikas belegte Mittelsteinzeit (Mesolithikum) beginnt in Mitteleuropa etwa um 9600/8000 v. Chr. Das Ende der Mittelsteinzeit erfolgte regional unterschiedlich: im südlichen Mitteleuropa mit der Linienbandkandkeramik ab etwa 5500 v. Chr., im Nord- und Ostseeraum erst ab etwa 4300 v. Chr. mit der Trichterbecherkultur.
Die Mittelsteinzeit setzt ein mit dem Ende der Jüngeren Dryaszeit, des letzten Kälterückfalls der Würm-Eiszeit, und dem langsamen Beginn des wärmeren Erdzeitalters des Holozän, dem Präboreal. Sie stellt in diesem Sinne eine Übergangsphase dar,in der sich Jäger- und Sammler-Kulturen immer mehr bäuerlichen Subsistenzformen zuwandten. Der Grund waren möglicherweise Umweltveränderungen, also die zunehmenden Bewaldung der Tundren und die damit verbunden Abwanderung der großen Herden nach Norden, evtl. in Verbindung mit Überjagung.[1] Das ist allerdings zwar wissenschaftliche Mehrheitsmeinung, aber auch umstritten (vgl. etwa Reichholf, der nicht von einer Mangel- sondern von einer Überflussituation ausgeht.[2]
  • Die Jungsteinzeit beginnt erstmals im Gebiet des sog. Fruchtbaren Halbmonds in der Levante vor etwa 12.000 Jahren.
    • 5500 bis 2200 v. Chr.: Neolithikum in Mitteleuropa.
      In Europa setzt es vor allem mit dem Beginn einer klimatischen Hochphase des Holozäns, dem Atlantikum, ein und endet mit der regional einsetzenden (Kupfersteinzeit), wird aber erst durch die Bronzezeit vollständig abgelöst.
      Die Unterstufen Frühneolithikum, Mittelneolithikum, Jungneolithikum, Spätneolithikum, Endneolithikum sind in einzelnen Regionen unterschiedlich definiert.
      Im südlichen Mitteleuropa werden die Stufen Jung-, Spät- und Endneolithikum synonym auch als Kupfersteinzeit bezeichnet.
    • In Afrika folgt, außer in Ägypten und im Nordsudan, auf die Jungsteinzeit direkt die Eisenzeit (vor allem im Verlauf der Bantu-Expansion, oft aber erst mit der europäischen Kolonisation).
  • Metallzeit und Beginn der durch Schriftquellen belegten Geschichte
    • 5500 bis 3300 v. Chr.: Kupfersteinzeit (auch Kupferzeit, Chalkolithikum oder Äneolithikum) im Vorderen Orient. Sie wird in der Periodik als Übergangsphase oft auch noch dem Endneolithikum zugerechnet.
    • Die Bronzezeit umfasst in Mitteleuropa etwa den Zeitraum von 2200 v. Chr. bis 800 v.  Chr.
      Ihr Beginn fällt in etwa zusammen mit dem Beginn des Subboreals, einer kühleren und in Nordafrika und dem Vorderen Orient wesentlich trockeneren Klimaphase (Austrocknung der Sahara), die massiver kulturelle Veränderungen zur Folge hatte.
      In Mitteleuropa wird sie unterteilt in:
    • Die Eisenzeit beginnt regional sehr unterschiedlich, im Vorderen Orient verstärkt um 1200 v. Chr. (bei den Hethitern war die Eisenverhüttung jedoch schon ab 1700 v. Chr. bekannt), und mündet in die historische Antike. In Mitteleuropa beginnt die Eisenzeit im 8. Jahrhundert v. Chr. Sie wird unterteilt in
      • Frühe oder Ältere Eisenzeit (800–450 v. Chr.), die Hallstattzeit
      • Späte oder Jüngere Vorrömische Eisenzeit (450 v. Chr.–Ende 1. Jh. v. Chr.), bzw. die Latènezeit.
Klimatisch begann die Eisenzeit ab Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. mit dem sogenannten Optimum der Römerzeit, das bis Anfang des 4. Jahrhunderts n. Chr. anhielt. In diese Zeit fällt ziemlich exakt die klassische Antike.[3]
Kniegeschäftetes Zeremonialbeil, Mitte oder spätes 19. Jh. Papua-Neuguinea, Massim-Region. Das aus Holz, Stein und Pflanzenfasern bestehende, seitlich wohl mit Tülle geschäftete Gerät (Länge 69,5 cm) ist der Machart nach rein steinzeitlich (und entstammt einer schriftlosen Kultur), zeigt aber schon in der perfekten künstlerischen Gestaltung des Schaftes, dass es das Ergebnis einer langen Entwicklung ist und nicht im geringsten „primitiv“. (Metropolitan Museum of Art, New York).

Als Schäftung bezeichnet man in der Archäologie der Vor- und Frühgeschichte[4] einen Vorgang, bei dem mehrere Teile, meist zwei, mit verschiedenen Techniken und Hilfsmitteln zu einem komplexeren Gerät bzw. Werkzeug oder Waffe verbunden werden. Zweck der Schäftung ist, die Benutzbarkeit des Werkzeugs oder der Waffe zu verbessern. Durch die Verbindung mit einem Griffteil wird ihre praktische Handhabung erleichtert (z. B. bei Messer, Kratzer, Schaber, Stichel, Klinge) und ihre Wirksamkeit erhöht (z. B. bei Axt, Säge, Hacke, Beil, Dechsel, Sichel, Harpune). Ihre Treffsicherheit etwa als Distanz- oder Fernwaffe wird verbessert (z. B. bei Lanze, Speer, Speerschleuder). Kraftwirkung und Reichweite werden etwa aufgrund des Hebelgesetzes erhöht.
Man bezeichnet geschäftete Geräte auch als Zusammengesetzte Geräte[5] oder Kompositgeräte. Der Ausdruck „Kombinationsgerät“ ist hingegen modernen multifunktionellen Geräten vorbehalten (Typ Schweizer Messer) und sollte in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden, da diese gewöhnlich aus verschiedenen Einzelgeräten bestehen, deren Eigenschaften kombiniert werden, um so die Zahl der möglichen Funktionen zu erhöhen.
Der Griff-Teil eines geschäfteten Werkzeugs oder einer geschäfteten Waffe wird auch als Schaft bezeichnet. Seine Form ist in der Regel länglich, was in seiner anderen Bezeichnung als Stiel deutlich wird. In der Steinzeit und später bestand er aus Holz, Horn, Elfenbein, Knochen oder Geweih. Er ist mit der Klinge oder Spitze verbunden, die seit der Bronzezeit oft, heute immer aus Metall besteht. Bei der Entwicklung der Waffen aus Werkzeugen wurde die Bezeichnung des Griffs als Schaft übernommen. Im Verlauf der metallzeitlichen Entwicklungen erhielt die Schäftung dann mit Schmelz-, Schweiß-, Guss-, Niet- und Schmiedetechnik die technisch-metallurgischen Ausformungen, die sie bis heute zeigt.

Übersicht: kulturhistorische Abgrenzungen und Bedeutung

Aspekte der kulturhistorischen Bewertung

Noch vor den üblichen archäologischen Kriterien wie Funde und ihre Bewertung, Klima, Lebensraum und Umwelt, Kulturträger, Gesellschaft, Wirtschaft, Siedlungsformen, Religion, Kunst, Werkzeuge usw. gibt es für die kulturhistorischen Bewertung einer wichtigen Technologie innerhalb des gesamten zeitlichen und räumlichen Rahmens, in dem sie zu beobachten ist, mehrere grundlegende Aspekte, wenn die archäologische Erhellung und Deutung des damit zusammenhängenden Kulturwandels gelingen soll. Vor allem gilt dies bei einer Begrenzung auf Vor- und Frühgeschichte, die zudem weniger zeitliche Epochen bezeichnen, sondern teils heterogene kulturelle Situationen mit dem allerdings rein formalen und kulturhistorisch sehr problematischen[6] Hauptmerkmal der Schriftlosigkeit.[7] In diesem speziellen Fall sind dies vor allem drei Aspekte, die berücksichtigt werden sollten, die in praktisch allen der im Folgenden genannten wissenschaftlichen Quellen und Belege implizite Voraussetzung der Darstellung und Bewertung gewesen sind:

  1. Eine wichtige Technologie wie die Schäftung, deren Entwicklung sich über mindestens 400.000 Jahre der Menschheitsgeschichte erstreckt, ist nur im Zusammenhang mit den jeweils unterschiedlichen kulturgeographischen und kulturhistorischen Rahmenbedingungen korrekt zu beurteilen, in die sie eingebettet ist und mit denen sie wechselwirkt (weshalb der Periodik hier besonders breiter Raum eingeräumt wird). Bei dem nebenstehenden zeitlich-räumlichen Ablaufschema beachte man allerdings, dass es vor allem die europäischen Verhältnisse wiedergibt. Zudem setzten die verschiedenen Perioden selbst in Europa regional zu unterschiedlichen Zeiten ein bzw. endeten sie. Weltweit stellt sich die kulturhistorische Abgrenzung von Vor-/Frühgeschichte und Geschichte mit ihren materiellen Symptomatiken, von denen die Schäftungstechnik nur eine ist, jedoch höchst unterschiedlich dar.
  2. Die späte Eisenzeit bedeutet mit dem Heraufdämmern der Klassischen Antike den Beginn der eigentlichen europäischen Geschichte, ebenso wie in anderen Erdregionen, die nun im „hellen Licht historischer Quellenüberlieferung“ stehen,[8] indes die historische, also schriftlich belegte Geschichte der frühen Hochkulturen vor allem am Nil und in Mesopotamien sowie in China, bereits mit der Bronzezeit einsetzt und sogar noch steinzeitliche Züge aufweisen kann. Die etruskische und kretisch-minoischen Kulturen sind dabei nicht zuletzt wegen des bisher ungelösten Schriftproblems Vorläufer (z. B. Ägäische Schriftsysteme wie Linear A und Linear B).
    Auch für die paläoindianischen Kulturen und die Hochkulturen des präkolumbianischen Meso- und Südamerika gilt dies entsprechend, da bei ihnen wiederum eine Metallzeit kaum ausgeprägt war, jedenfalls nicht im Sinne von Metall als einem belastbaren Werkstoff (mit der Ausnahme der andinen Kulturen ab der Chimú-Kultur), obwohl in Mesoamerika eine inzwischen weitgehend lesbare Schrift existiert und bei den Inka mit Quipu zumindest ein Schriftäquivalent. Zur allgemeinen Problematik schriftlicher Quellen siehe[9].
    Geschichtsphilosophisch hat die Epoche zwischen 800 und 200 v. Chr. in dem von Karl Jaspers geprägten und von anderen aufgenommenen Begriff der Achsenzeit ihren Niederschlag gefunden. Siehe dazu auch[10].
  3. Vor allem in Afrika, aber auch in einzelnen Ethnien und Regionen anderer Kontinente sind die oft stein- bis früh eisenzeitlichen Schäftungsformen teils bis heute erhalten oder waren es doch bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts, als der Ethnologe Hermann Baumann und seine Mitarbeiter sie für Afrika in seinem großen Standardwerk noch aus eigener Anschauung schildern konnten. Damit bezeichnet der ethnologische Befund zum Thema Schäftung hier teilweise ein Kontinuum, das aus weit vorgeschichtlicher Zeit bis ins Jetzt hineinreicht. Diese Situation erlaubt, allerdings mit Vorsicht zu bewertende, Rückschlüsse[11] auf die Vorgeschichte und ihren Werkzeug- und Waffenbestand, dessen Funktion und Bauweise. Insbesondere afrikanische Völker der Subsahara, aber zum Beispiel auch Papuas, Māori, Negritos, Adivasi sowie die Indios des Amazonasgebietes lebten nämlich bis vor wenigen Jahrzehnten in einem noch frühgeschichtlichen, ja mitunter noch vorgeschichtlichen Kontext; sie müssen daher in den Gesamtzusammenhang der Schäftungsthematik entsprechend mit einbezogen werden. Deshalb soll am Ende eine ethnographischer Überblick den Ist-Zustand beschreiben, nachdem die vor- und frühgeschichtliche Periodik geschildert worden ist, auch wenn dabei die Gefahr besteht, das Spätere linear als die logische Konsequenz des Früheren misszuverstehen. Doch kann ein behutsamer Vergleich, wie ihn Prähistoriker notgedrungen analogistisch hie und da anstellen müssen, von Fall zu Fall durchaus sinnvoll sein, wenn man im Auge behält, dass auch rezente Ethnien sich im Laufe der Jahrtausende an wechselnde Bedingungen angepasst, sich also in ihren kulturellen Mustern und Phänomenen verändert und oft sogar im Rahmen ihrer Umweltbedingungen weiter entwickelt haben, indem sie etwa wie die Siedler des Kongo- und Amazonas-Regenwaldes oder der tropischen Wälder Ost- und Südasiens sowie Ozeaniens neben ihrer Primärversorgung als Fischer, Jäger und Sammler einfache bäuerliche Subsistenzformen wie den Hackbau annahmen. Ähnliches gilt für ihre überkommenen steinzeitlichen Fertigungsmethoden, die durch neue Materialien wie Eisen ergänzt wurden, die man von außerhalb bezog, ohne deren Produktion selbst zu beherrschen.
    Der bedeutende Prähistoriker Hermann Müller-Karpe stellt denn auch in seinem Standardwerk über die Altsteinzeit fest:
„So wird durch eine bestimmte Ordnung und Beurteilung naturvölkischer Fakten das Bild einer primitiven Menschheit umrissen, von dem angenommen wird, es reiche bis ins Paläolithikum zurück. Dies entspricht freilich nicht den für eine historische Disziplin gültigen Regeln, indem völlig offen gelassen wird (und nach Lage der Dinge offen gelassen werden muss), inwiefern das der Empirie Zugängliche, nämlich gewisse naturvölkische Verhältnisse, mit dem Zeitalter, um dessen Erhellung es geht, dem Paläolithikum, überhaupt etwas zu tun hat. Die Prämisse, Naturvölker hätten weniger geschichtliche Wandlungen durchgemacht als hochkulturliche Völker, ist dafür kaum ausreichend; denn wo es mit Hilfe prähistorischer Arbeitsweisen gelingt, ein rezentes Naturvolk ein Stück in die Vergangenheit zurück zu verfolgen, pflegen durchaus Veränderungen der Lebensweise, der Wirtschaft, der Sitten, der Sozialordnbung und der Kunst erkennbar zu werden.“[12]

Grundlagen und Bedeutung der Schäftung

Ein Schaft (auch Stiel) bestand in prähistorischer Zeit in der Regel aus Horn, Geweih, Elfenbein, Holz, Knochen oder einem anderen ausreichend stabilen biologischen Material (aber praktische nie aus Stein und erst ab der späteren Bronzezeit vor allem bei Prunkwaffen hie und da aus Metall). Man stellte dabei mit Hilfe verschiedener Verfahren und Hilfsmittel eine Verbindung her zu dem aus einem härteren Material, zunächst meist Stein, bestehenden Teil des Werkzeugs (auch einer Waffe), erzeugte damit also ein zusammengesetztes Gerät, dessen zweite Komponente zunächst meist Holz war. Mitunter wurden im späten Jungpaläolithikum und Neolithikum mit Hilfe von Klingen oder sog. Mikrolithen auch komplexere Geräte wie Sägen, Erntemesser oder Sicheln hergestellt, die nicht eigentlich mehr nur als Produkte einer einfachen Schäftung angesehen werden können, zumal sie oft eine mehrphasige Zurichtung verlangen.[13] Ähnliches gilt für unverbundene Werkzeugteile wie etwa bei der Speerschleuder, Harpune oder bei Pfeil und Bogen.
Die Schäftung von Waffen und Werkzeugen zu diesen zusammengesetzten Geräten[14] ist in der Vorgeschichtsforschung, also für Alt-, Mittel und Jungsteinzeit sowie trotz der nun einsetzenden technologischen Standardisierung in der frühen Metallzeit (vor allem Kupfer- und Bronzezeit) von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung von Werkzeuginventaren und ihre potentiellen kulturspezifischen Beziehungen untereinander.
Auch für die kognitive und kulturelle und in diesem Sinne auch sprachlich sowie ökonomische und soziale Entwicklung des vor- und frühgeschichtlichen Menschen ist die Schäftungstechnik ein wichtiges Indiz.[15] Das ist durchaus vergleichbar mit dem kognitiven Schub, den die gezielte Werkzeugherstellung selbst darstellt, etwa des Homo erectusin Bilzingsleben, einem der reichsten Fundstellen im Europa dieser Zeit überhaupt.[16] Ähnliches gilt für die sog. Jagd-Revolution,[17] den beginnenden Feuergebrauch im Altpaläolithikum, die Entwicklung der fortschrittlicheren Werkzeugtechniken generell oder die Entstehung der Kunst im Jungpaläolithikum, etwa der Frankokantabrischen Höhlenkunst.[18] Und das Jungpaläolithikum war es denn auch, in dem sich die Schäftung fast sprunghaft entfaltete und entwickelte als folgenschwere und weitreichende Erfindung, die, wie die Encyclopedia Britannica konstatiert, einen kritischen Schritt hin zur Entwicklung neuer Werkzeuge und zur Verbesserung alter bedeutete.[19]
Da die Schaftanteile eines zusammengesetzten Gerätes stets aus vergänglichem Material waren, ist der Nachweis einer Schäftung bei frühen Funden etwa des Mittel- und Jungpaläolithikums meist schwierig und kann daher gewöhnlich nur indirekt erfolgen, indem man etwa aus der Art der Retuschierung oder wie bei den Speeren von Schöningen durch Kerben an den im Braunkohletagebau ausnahmsweise erhalten aufgefundenen Stöcken auf eine wahrscheinliche Schäftung schließt. Auch bei den Messern, Sticheln und Klingen des Jungpaläolithikums zeigt sich in Versuchen der Experimentellen Archäologie, dass sie wegen der umlaufenden scharfen Schneide geschäftet gewesen sein müssen, um überhaupt benutzbar zu sein.[20]

Systematik: Zwecke, Technik und Anwendungen

Zusammengesetzte Geräte, also Werkzeuge oder Waffen, stellen ein einzigartiges Konzept in der Werkzeugherstellung dar, das sich, weit jenseits des Werkzeuggebrauchs oder sogar der wenn auch rudimentären Werkzeugherstellung bei Tieren (z. B. Schimpansen und Bonobos, Jane Goodall, hat das als Erste beschrieben, Christophe Boesch dazu neue Erkenntnisse geliefert), wohl ab dem späten Mittelpaläolithikum entwickelte und im Jungpaläolithikum und Neolithikum immer mehr verfeinert wurde. Die Anfänge dieser Technologie, die häufig auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der menschlichen Sprache gesehen wird,[21] reichen somit wenigstens 400.000 Jahre zurück, möglicherweise aber auch noch weit länger, bedenkt man etwa die Diskussion um die Schäftung von Faustkeilen.[22] Sie finden sich in allen von Menschen bewohnten Gebieten, wenn auch nicht zeitgleich. Nicht zuletzt wegen der Schwierigkeit bei der Befundung (das biologische Schäftungsmaterial ist fast nie erhalten) lässt sich hier aber keine sinnvolle übergeordnete zeitlich-geographische Abstufung festlegen, auch wenn die frühesten Nachweise aus Europa stammen.

Zwecke der Schäftung

Bessere und effektivere Handhabung

Schäftung erzeugt zunächst Griffe, um Schneiden zu egalisieren oder die Tragbarkeit und Handhabung zu erleichtern. Auch die Hebelwirkung und damit die erhöhte Wirksamkeit durch mechanische Kraftübertragung und -verstärkung, etwa bei einem Beil, ist hier zu nennen. Erst mit einem geschäftete Beil etwa konnte man dickere Bäume fällen, mit einer Beilklinge alleine war dies nicht möglich.[23] Ob bereits Faustkeile geschäftet waren, besonderes kleinere Exemplare späterer Perioden, oder nur mit der bloßen Hand geführt wurden, ist umstritten.[24]
Jungpaläolithisch finden sich dann zahlreiche geschäftete Geräte, auch Stichel (insbesonder Noailles-Stichel[25]), Messer, Bohrer und Schaber sind nun oft geschäftet, wohl nicht nur, um die Hand vor den scharfen Schneiden zu schützen, sondern auch, um die präzisere Führung der ja teilweise recht kleinen Geräte zu ermöglichen.[26] Rückenmesser waren wie auch Rückenspitzen sogar schon wegen ihrer geringen Größe wohl nur geschäftet zu verwenden.[27] In der Höhle von Lascaux fanden sich denn auch aufgrund der guten Erhaltungsbedingungen Reste eines rötlichen Kitts, die zeigen, dass die retuschierte Kante der Rückenmesser gegen eine Schaft gesetzt war und mit Kitt an beiden Enden gehalten wurde.[28]

Schlingenschäftung einer Pfeil- (oder auch Speer-)spitze, ausgehendes Jungpaläolithikum, z. B. Folsom

Distanz- und Fernwirkung

  • Klassische Distanzwaffe ist die Lanze als Stoßwaffe. Sie unterscheidet sich vom Speer vor allem durch ihr Gewicht und ihre Länge sowie durch die Größe der Spitze. Eine Unterscheidung ist dabei bei vorgeschichtlichen Funden nicht immer einfach. Bei der Jagd erhöht sie die Sicherheit des Jägers, indem man die hölzerne Lanzenspitze wie bei den Speeren zunächst schärfte, wohl hie und da auch im Feuer zusätzlich härtete, später auf einen bis zu zwei Meter langen Schaft eine große und scharfe Steinspitze anbrachte, ein enormer Vorteil bei der Großwildjagd, den bereits der Neandertaler nutzte. Die älteste Lanze wurde in Clacton-on-Sea gefunden. Sie wird gelegentlich auch als Speer interpretiert, denn sie ist nur 40 cm lang. In den Schaftschlitz wurde vermutlich nur eine Blattspitze eingeschoben, damit sie sich nach dem Auftreffen leichter vom Schaft löste und im Tierkörper blieb, um ihn so rascher auszubluten.[29] Eine weitere, etwa 250.000 bis 300.000 Jahre alte, zweieinhalb Meter lange und drei Zentimeter dicke Holzlanze, allerdings ohne geschäftete Spitze, fand sich in Stuttgart-Bad Cannstatt (Steinbruch Haas). Sie wurde entsprechend dem Fundzusammenhang dem Homo erectus zugeordnet.[30]
  • Der Speer ist die erste Fernwaffe. Er ist kürzer und leichter. Es gibt ihn vermutlich schon im Mittelpaläolithikum, die frühesten möglicherweise sogar im ausgehenden Altpaläolithikum um 400.000 BP (Schöninger Speere).[31] Allerdings wurde er erst im ausgehenden Mittelpaläolithikum nachweislich mit einer Spitze aus Holz, Knochen, Elfenbein, Geweih oder Stein (Levallois- und Emireh-Spitzen, Blattspitzen etc.) versehen, war zuvor also meist nur vorne angespitzt.[32]
    Inzwischen wurden allerdings im Norden Südafrikas nordwestlich der Stadt Kathu am Fundort KP1 bei den dortigen weltgrößten Tagebau-Eisenerzminen mehrere Hundert im Durchschnitt 7 cm lange Spitzen aus Bändereisenerz gefunden. Sie waren kunstvoll bearbeitet und an den breiten Enden so zugerichtet, dass sie gut mit einem Schaft verbunden werden können, wie auch experimentelle Versuche zeigten. Sie stammen aus einer Schicht, die ungefähr 500.000 Jahre alt ist und dem Homo erectus zugeordnet wird. Es wären damit die bisher ältesten Hinweise für geschäftete Speere, die vermutlich zur Großwildjagd eingesetzt wurden und bis zu zweihunderttausend Jahre älter als die bisher ältesten. Man befestigte sie vermutlich mit Tiersehnen und/oder Akazienharz an den Schäften. Mikroskopische Untersuchungen der Steinspitzen zeigten kleine Risse, wie sie natürlicherweise nach mehrfachem Gebrauch in Geschossspitzen auftreten.[33]
Experimentelle Archäologie, hier mit einem Atlatl. Das hintere Ende des Speers wird sorgfältig am Haken der Schleuder platziert, damit er während des Fluges rotieren kann.
  • Speerschleudern (sog. Propulsor) sind eine späte Weiterentwicklung des Speers und das älteste bekannte Hilfsmittel zum Schleudern eines Geschosses. Sie haben eine Reichweite von 140–180 m (Speer: 20–70 m, Befunde der Experimentellen Archäologie), entstanden vor 21.000–12.000 Jahren im Magdalénien, wie auch die Harpune, und sind direkt nachweisbar ab 14.000 BP. Sie bestanden fast ausschließlich aus Holz. Die Spitze war aus Geweihmaterial oder Stein und hatte meist einen oder mehrere Widerhaken. Nur sehr wenige sind erhalten. Da manche Exemplare sehr klein und reich verziert sind, wird ihre vorwiegende Nutzung als Prunk- und Zeremonialgeräte diskutiert.[34] Wie die etwa gleichzeitig erfundenen Pfeil und Bogen, die die Speerschleuder wegen ihrer höheren Effektivität schließlich ablösten, sind sie ein Mehrkomponentengerät aus mindestens 2 getrennten Teilen.
    Eine ethnologische Parallele stellt die altindianische Atlatl dar. Ethnologisch belegt sind sie bis heute vor allem in Amerika, Mikronesien, Australien und Neuguinea, wo die Speerschleuder jeweils unabhängig entwickelt wurde.[35]
  • Pfeil und Bogen sind eine noch wesentliche effektivere Fernwaffe (durchschnittliche Weite 120 m, schnelle Schussfolge möglich) und als Konzept technologisch bereits hoch entwickelt. Sie finden sich erst im Jungpaläolithikum, frühestens ab etwa 30.000 BP, wie gefundene Pfeilspitzen ausweisen. Pfeile sind allerdings erst ab 11.000 BP in der Hamburger und Ahrensburger Kultur sowie etwa gleichzeitig in Südafrika nachgewiesen, wo aufgefunden Spitzen, die mikroskopisch Schäftungsspuren aufweisen, jenen der dortigen rezenten Kulturen sehr ähneln.[36]
    Pfeile konnten gefiedert sein, so dass das gesamte Gerät aus fünf Komponenten und ebenso vielen unterschiedlichen Materialien bestand. Im Mesolithikum entwickeln sie wie die Speerspitzen und Harpunen einen enormen Formenreichtum. Die aus verschiedensten Hölzern gefertigten Pfeilschäfte trugen entweder mit Harz festgeklebte Steinspitzen oder sie zeigten abgestumpfte Spitzen, um Federn oder Pelz der Beute nicht zu beschädigen. Manchmal wurden die dazu verwendete Mikrolithen auch an Knochen befestigt; dazu ritzte man eine schmale Furche in das Material und befestigte die eingesetzten Mikrolithen mit Harz.[37]

Komplexe Funktionen

Verschiedene geometrische Formen von Mikrolithen

Ab dem späten Jungpaläolithikum, vor allem aber meso- und neolithisch werden Sicheln und Sägen eingesetzt, häufig auf der Basis der Klingen- und Mikrolithentechnologie.[38]
Harpunen sind hingegen, wenn insgesamt aus Knochen oder Geweih hergestellt, nicht geschäfteten Geräte und teilweise in einem Stück geschnitzt. Wenn es doch Schäftungen gibt, so oft solche mit Mikrolithen. Mitunter wird die Geschossspitze auch separat geschäftet. Sie besteht dann ebenfalls aus Horn oder Knochen und ist mit Widerhaken versehen. Sie wird lediglich an der Schaftspitze abgetrennt und über eine in einer Querrille oder einem Loch am Schaft befestigte Schnur wieder an diese angebunden, damit sie in der Beute stecken bleiben kann, aber mit dem Jäger verbunden bleibt. Sie wurde nicht nur beim Fischfang, sondern wohl auch bei der Rentierjagd eingesetzt.[39] Auch rezente Harpunen der Inuit besitzen separate kleine Schäfte, in denen eine Eisenklinge mit Nieten im Schaftschlitz fixiert ist.[40]

Methoden, Materialien und Geräte

Grundlegende Methoden

Die Techniken treten häufig in Kombination auf, so dass etwa ein Beil an einem Holzsstiel sowohl geklebt, festgeklemmt und festgebunden sein kann oder im Neolithikum der Stiel in einem Loch des Beiles steckt (eine Axt), ursprünglich jedoch im Loch des Holzschaftes, manchmal mit einer Tülle mit und ohne Zwischenstück (meist als Querholm) und/oder Zwischenfutter als Puffer. Bildet der Stiel oben einen integrierten Querholm aus, etwa bei Geweihhacken, dann wird er häufig nach seiner Form benannt, etwa Knieholm (oder Kniestiel bei sehr langen Holmen wie den altägyptischen) und Flügelholm.
Es gibt grundsätzlich vier morphologische Formen der steinzeitlichen Schäftung (die metallzeitlichen nutzen ebenfalls diese Typen, erweitern sie aber guss- und schmiedetechnisch sowie durch Nietenschäftungen etc.):

  • die Dornschäftung, bei der ein an der Spitze oder Klinge ein gearbeiteter Schäftungsdorn oder eine längere Schäftungszunge in ein Loch am Schaftende eingeführt und dort fixiert wird (durch Kleben und/oder Binden);
  • die Tüllenschäftung, bei der sich am Ende der Spitze oder Klinge oder auch des Schaftes oder Zwischenstückes bzw. Zwischenfutters eine integrierte Tülle befindet, die den Schaft bzw. die Klinge/Spitze von außen umschließt;
  • die externe Schäftung, bei der keine dieser Methoden eingesetzt, sondern die Klinge oder Spitze angebunden, geklebt oder eingeklemmt wird, wobei die Klemm- oder Schlitzschäftung auch eine Vorform der Schäftung mit einem Bohrloch oder einer Tülle darstellt;
  • die Lochschäftung, bei der entweder Schaft oder Klinge eine Durchbohrung haben, wobei die Klinge/Spitze dann aber meist zusätzlich durch Binden oder Kleben fixiert wird, um ihr Herausfallen etwa bei Äxten oder Beilen zu verhindern. Dabei können wie bei den chinesischen Zeremonial- und Dolchäxten der Bronzezeit auch eines oder mehrere Bindelöcher für Lederriemen in die Klinge eingegossen sein. Angegossene Ösen für eine Bindeschäftung über oder unter der Beilklinge finden sich metallzeitlich auch in Europa.

Alle hier aufgeführten, im Folgenden geschilderten technischen Schäftungsmethoden werden oft auch kombiniert benutzt und beruhen letztlich auf einer dieser vier global auftretenden Grundformen oder ergänzen bzw. erweitern sie.

Geräte und Materialien

Geschäftet wurden insbesondere:

  • Große Spitzen (Lanze, Speer und Speerschleuder);
  • Große Klingen (Beil, Axt, Hacke, Dechsel, Dolch, Schwert);
  • Kleine Klingen und Lamellen (Messer, Schaber, Kratzer, Bohrer, Stichel);
  • Mikrolithen und kleine Spitzen (Sägen, Harpunen, Erntemesser und Sicheln, Pfeile).

Materialien waren vor allem:

  • Für Spitzen und Klingen: Felsstein und Mineralien, insbesondere Feuerstein, Quarz, Quarzit, Schiefer. Grundvoraussetzung war die präzise und kontrollierbare Spaltbarkeit, die eine scharfe Kante ergeben musste. Besonders begehrt war auch Obsidian. Geeignete Steinsorten wurden möglicherweise bereits mittelpaläolithisch, spätestens aber jungpaläolithisch gezielt abgebaut und auch gehandelt.[41]
    Für Ozeanien, insbesondere für Mikronesien, sind auch Beilklingen aus robusten Muscheln bekannt (z. B. Tridacna gigas). Solche Muschelaxtklingen (eigentlich, da quergeschäftet, Beile) konnten je nach ihrer Funktion unterschiedlich groß sein und waren mit Kokosnussschnüren am Schaft festgebunden.[42]
  • Für den Schaft:
    • Verschieden Arten von Holz, je nach lokaler Verfügbarkeit. Das Holz musste elastisch, dehnbar, geschmeidig, aber fest und ohne Neigung zu splittern, doch nicht zu schwer sein. Beliebt waren etwa Ulme, Eibe und Esche sowie Feldahorn und Kiefer, in Ostasien auch Bambus, das auch für Spitzen verwendet wurde.[43]
    • Die Schäfte wurden in einer oft mehrstündigen Prozedur sorgfältig geglättet. Für den Lehringer Speer (oder Lanze) wurden experimentell fünf Stunden benötigt (Vergleich: Faustkeilherstellung ca. 15 Minuten).[44]
    • Horn, Geweih, Elfenbein und Knochen (auch für Spitzen).
  • Für die Fixierung:
    • Stabile Pflanzenfasern, Rinden- und Lederstreifen oder kleine Äste nach lokaler Verfügbarkeit.
    • Natürlich vorkommende oder leicht herzustellende Klebemittel wie Birkenpech, Harz, später auch Leim.
  • In der Metallzeit zunächst Bronze für Spitzen und Klingen, später mitunter auch für den Schaft (insbesondere für Status- oder Zeremonialwaffen), vor allem jedoch guss- und schmiedetechnisch verarbeitetes Eisen als Dolch- und Schwertgriffe mit und ohne Nieten. Eisenzeitlich wird Bronze immer mehr nur noch für Schmuckelemente verwendet.

Schäftungstypen

Urtümliche Schäftungen

Urtümliche Schäftungsformen[45] ergeben sich, wenn um die zu packende, aber scharfkantige Partie eines Abschlags oder Kerngerätes (z. B. ein Faustkeil) ein Streifen roher Haut gewickelt wird oder wenn man diese Stelle mit trocknendem Lehm umkleidet oder mit Laub und Gras. Derartig ja nicht archäologisch nachweisbare simple Schäftungsmethoden einfacher Steingeräte sind völkerkundlich belegt.[46]

Klemmschäftung (Schlitzschäftung)

Der Klemm- oder Schlitzschaft[47] ist eine Werkzeugfassung aus Holz oder Geweih, in die eine längere Kerbe eingearbeitet wurde, deren unter Spannung stehender Spalt eine Spitze oder eine Klinge bzw. ein Beil aufnehmen konnte. Diese wurden dann zusätzlich durch Umwickeln des Schaftspaltes an den Enden, später auch durch Kleben fixiert. Es ist neben der Schlingenschäftung eine der ältesten Schäftungsformen. Die ältesten sind möglicherweise 400.000 Jahre alt und stammen aus Schöningen, indes die 125.000 Jahre alte, 2,24 m lange Lanze von Lehringen noch keine Schäftung hatte, sondern eine feuergehärtete Holzsspitze.[48] In der jungpaläolithischen Vogelherdhöhle fanden sich neben Geschossspitzen aus Geweih mit runder Basis für eine Bindeschäftung, die vermutlich in dem Schaft befestigt waren, auch solche mit aufgespaltener Basis, in die der Schaft gesteckt wurde. Bei den im Aurignacien besonders häufigen Knochenspitzen mit gespaltener Basis glaubt man allerdings inzwischen, dass durch die Spaltung eine Art Federwirkung erzeugt werden sollte, die die Spitze besser mit dem Schaft verband.[49] Datei:ROCEEH Motm 2010 12 Paleolithic Adhesives.pdf

Kleben

Das Kleben[50] gehört bereits zu den entwickelteren Schäftungstechniken. Hauptsächliche Klebemittel waren Holzteer, Baumharze wie Birkenpech und Leim. Archäologische Belege weisen auf eine Initialphase, in der für Kompositwerkzeuge noch keine Klebemittel benutzt wurden. Beispiele sind möglicherweise die hölzernen Klemmschäfte aus Schöningen in Deutschland und die Schäftung der Kernbeile des Sangoan von der Saï-Insel im Sudan. Klebemittel stellen offenbar eine spätere Innovationsstufe bei der Schäftung dar.

Im Mittelpaläolithikum beginnend lassen sich dann drei geographische Regionen identifizieren, in denen Klebemittel eingesetzt wurden:

  1. In Europa stammen die früheste Belege für den Gebrauch von Birkenpech aus Campitello in Italien (ca. 200.000 BP), aus Inden/Altdorf (ca. 120.000 BP) und Königsaue in Deutschland (ca. 80.000–40.000 BP ka) und aus Les Vachons in Frankreich (ca. 30.000 BP).
  2. In der Levante fand sich der Gebrauch von Bitumen in Umm el Tlel und Hummal in Syrien (ca. 40.000 BP).
  3. In Afrika ist die Verwendung eines Mehrkomponentenklebers aus Gummi arabicum, Ocker und Fett für Sibudu in Südafrika (ca. 70.000 BP) belegt.

Während Bitumen natürlich vorkommt, müssen Birkenpech, Gummi und Ocker sowie der erst relativ spät verwendete Leim in mehrstufigen Verfahren hergestellt werden, die ein komplexes Wissen, Erfahrung und die Kontrolle verschiedener Faktoren erfordern und ein entwickelteres abstraktes Denkvermögen verlangen.[51]

Mit Zwischenstück geschäftetes Beil
Prinzip der Schlingenschäftung bei einem einfachen eisernen Beil
Datei:Museum Quintana - Neolithisches Beil.jpg
Neolithische Knieholm-Dechsel mit Schuhleistenkeil in einem Zwischenfutter aus Geweih zum Wechseln der Klingen (Rekonstruktion), Museum Quintana
Zwischenstücke und Zwischenfutter

Zwischenstücke (Querholm) wurden außer zur einfachen Querschäftung zur Schlagdämpfung und Klingenstabilisierung verwendet, vor allem auch, um das Brechen des Schaftes zu verhindern, und sie spielen ab dem Neolithikum eine wichtige Rolle für die Schäftung von Beilklingen. Es handelt sich dabei meist um ein gerades Stück aus Geweih, Knochen, Elfenbein oder Holz als Fassungen zur Aufnahme einer Klinge und mit einer Querdurchbohrung am Ende zur Aufnahme des Schaftes oder auch nur einer Tülle. Wegen seiner Elastizität und Härte wurde bevorzugt Geweihmaterial dafür eingesetzt.[52]
Zwischenfutter, die direkt in den Schaft oder vorne in die Öffnung des Zwischenstückes zusätzlich eingesetzt werden konnten, erhöhten die Schlagdämpfung und erlaubten zudem den Einsatz kleinerer Klingen. (Man findet diese Technik bis heute bei Geräten mit auswechselbaren Klingen, z. B. beim Schraubendreher.)[53]
Unterschieden werden einfache Zwischenfutter mit oder ohne Durchbohrung, mit Zapfen, ohne und mit Dorn oder mit Flügeln. Die Sprengung des Schaftloches wurde durch den Zapfen verhindert, besonders wichtig bei den späteren Beilen der Bronze- und Eisenzeit, wo diese Technik dann standardmäßig eingesetzt wurde. Andererseits verstärkte der Zapfen die Bruchanfälligkeit des Zwischenfutters. Einfache Zapfen finden sich bereits im Mesolithikum, Zwischenfutter mit abgesetzten Zapfen tauchen erst im Jungneolithikum auf, in Süddeutschland am Bodensee eventuell durch die sog. Wauwil-Keramikgruppe vermittelt.[54]

Lochen (Bohren)

Die für Schäftungen essentielle Steinbohrung[55] ist keine Erfindung der Jungsteinzeit, denn sie wurde bereits vorher zur Durchlochung weicher, aber auch harter, stets aber kleiner Objekte wie Zähne, Muscheln oder Perlen seit dem Altpaläolithikum eingesetzt, jedoch mit Hilfe von Sticheln und ohne Drehen des Bohrers oder Schmirgelhilfen.[56] Im Neolithikum ist die Steinbohrung mit Hilfe eines sich drehenden Bohrkopfes und Schmirgeleffekten hingegen wie der technologisch verwandte Steinschliff ein kennzeichnendes Merkmal. In allen Techniken wurde zunächst die Bohrstelle durch Picken angekörnt.
Tülle: Eine unvollständige Lochung, also keine vollständige Durchbohrung, heißt Tülle. Sie findet sich vor allem bei den Tüllenbeilen, die im Gegensatz zur Axt keine komplette Durchlochung haben, aber auch bei Lanzen und Speeren. Die Klinge wurde an dem häufig aus Geweih gefertigten Schaft in die Tülle gesteckt und mit Schlingen und evt. zusätzlich mit Erdpech befestigt. Häufig gibt es ein Zwischenfutter zur Schlagdämpfung. Solche Tüllenbeile finden sich frühestens im Mesolithikum, vor allem aber im Neolithikum. Die Technologie ist bereits hochkomplex.[57].Siehe auch [2].

Bohrung: Bohrungen in organischem Material sind seit dem Jungpaläolithikum, in hartem Felsgestein seit dem Mesolithikum bekannt. Es gab hier zwei grundlegende Techniken:

  • die unechte Bohrung, bei der durch beidseitiges Picken sanduhrförmige Vertiefungen erzeugt wurden, die ein doppeltes Bohrloch hinterließen,
  • die echte Bohrung als Voll- oder Hohlbohrung (Zapfenbohrung) sowie Linsenbohrung.
    Die Vollbohrung erfolgte mit einem schnell rotierenden Bohrkopf aus hartem Material, eventuell mit Hilfe von Sand als Schmirgel. Kennzeichen ist das V-förmige Bohrloch.
    Bei der Hohlbohrung werden hohles Holz, Hohlknochen oder Schilf als schnell rotierende Bohrhilfe verwendet, wobei die eigentliche Schleifarbeit durch Quarzsand erfolgt, der um den Bohrer angehäuft wird. Meist wird von zwei Seiten gebohrt. Bei einseitigem Bohren entsteht ein konischer Zapfen, der herausfällt. Die Technik ist weniger zeitaufwendig als die Vollbohrung.
    Die Linsenbohrung des Natufien ist ein Sonderfall, denn sie wurde nur zur Aushöhlung von Steingefäßen mit Hilfe eines Bogenbohrers eingesetzt.
Binden und Schlingenschäftung

Fixierung durch Festbinden der Klinge am Schaft. Man verwendete Schnüre aus Pflanzenfasern, etwa Bast, feuchte Lederriemen oder Sehnen, die sich nach dem Trocknen zusammenzogen und evtl. mit Pech eine harte, feste Verbindung ergaben.[58]

Die einfachste Bindung war die Schlingenschäftung, bei der man einen elastischer Zweig oder gespaltenen Ast um das Steinbeil legte und die beiden Enden fest zu dem Schaft drehte und hinten miteinander verband. Meist wandte man die Methode bei einfachen, langen und schmalen Lamellen an, die mit einem dünneren Nacken gut geschäftet werden konnten.

Im anderen Falle wurde eine Klinge direkt auf einen durch Hacken und Schaben vorbereiteten Schaftkopf aufgesetzt, dort festgeklemmt und dann festgebunden, indem man beide Enden des Schaftschlitzes fest umwand oder im Falle von Geschosspitzen auch nur das untere Ende, um den Schaftdorn zu fixieren. Diese Schäftungsart findet sich weltweit in vielen alten Kulturen. Die geschweiften Enden einer Spitze weisen gewöhnlich darauf hin, dass es hier auch eine Bindeschäftung gab. Außerdem wirkten sie als Widerhaken.

Eine Sonderform ist die Kniestielhacke, wie sie im Alten Ägypten auf Wandmalereien und bis heute in Afrika nachweisbar ist. Dabei wird eine weitere Bindung schräg bis zur Schaftmitte geführt, so dass ein Dreieck aus Klinge, Schaft und Schrägbindung entsteht, das besonders Werkzeuge mit hoher Belastung wie Hacken bzw. Dechseln zusätzlich über die Schaftmitte stabilisiert. Typisch sind hier die außerordentlich langen, bei Hacken oft hölzernen und leicht gebogenen Klingen, die wegen der starken Hebelkräfte an der Klingenspitze anders nicht brauchbar wären.

Grundlegende Werkzeugtypen und ihre Schäftung

Steinbeile, alle Ende der Jōmon-Periode Japans. Links drei Beile mit Steinschliff (2000–500 v. Chr.), rechts vier behauene (3000–2000 v. Chr.). Alle müssen geschäftet gewesen sein.

Es sind hier vor allem steinzeitliche Schäftungsmethoden beschrieben, da die metallzeitlichen eine wenn auch auf steinzeitlichen Methoden wie Tülle, Dorn oder Lochung aufbauende, aber materialbedingt teilweise doch andere Technologie aufweisen und daher, was diesen Aspekt angeht, entsprechend gesondert unter Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit dargestellt werden.

Schäftung von Beilen, Äxten, Keulen und Hämmern

Feldarbeiter mit einfachen geschäfteten neolithischen Querbeilen (Holzhacken, hier die sog. Kniestielhacke, die man bis heute in Afrika findet, wo sie noch lange im Gebrauch waren und teils bis heute sind). Wandmalerei. Grab des Ti, Sakkara, 5. Dynastie.

Die ersten Beile mit Steinklinge und Holzstiel wurden im Jungpaläolithikum verwendet, hauptsächlich jedoch erst im Mesolithikum. Die Schäftung von neolithischen Beilen ist durch die zahlreichen Feuchtbodensiedlungen in Südwestdeutschland und der Schweiz gut bekannt.[59]

Klinge einer doppelzinkigen Geweihhacke aus der Eisenzeit, hergestellt aus Hirschgeweih. Sie hatte entweder am Ende eine hier nicht sichtbare Tüllenlochung, in die das Zwischenstück aus Holz eingepasst war, oder sie war in den Stiel direkt eingepasst, wobei der Geweihansatz (Rosenstock) als Widerlager diente. Bedford Museum.

Beil: Als Beil wird in der Archäologie ein nicht durchlochtes Fels- oder Feuersteinstück bezeichnet mit selten völlig symmetrischer, meist leicht asymmetrischer Schneide, die parallel zur Schäftung steht, wobei die gesamte Klinge entweder indirekt über ein horizontales Zwischenstück oder direkt in der Schaftlochung befestigt ist und der Beilnacken darüber hinaus ragt oder mit ihm abschließt. Stücke mit quer stehender Schneide heißen Dechsel (je nach Größe, Form und davon abhängiger Schäftung auch Querbeil, Breitbeil, Flachbeil, Dachsbeil oder Schuhleistenkeil genannt[60]). Dabei handelt es sich um ein kleines, oft einhändig geführtes Beil mit leicht asymmetrischer Klinge (ähnlich dem modernen Zimmermannsbeil) zur Holzbearbeitung, das besonders in Gestalt des langen Schuhleistenkeils für die frühen bandkeramischen Agrargemeinschaften des Balkan in der zweiten Hälfte des 6. Jahrtausends v. Chr. als typisch gilt.[61] Solche Quer- und Scheibenbeile sind neben Mikrolithen und Äxten typische Werkzeug des Mesolithikums.[62] Auch im frühen und mittleren Neolithikum, wo es zu immer ausgedehnteren Rodungen kommt, waren sie in ganz Europa mit die wichtigsten Geräte.[63]
Beile gibt es vor allem in drei Grundformen:

  • Das Kernbeil, dessen Klinge in Kerntechnik gewonnen wurde,
  • das Scheibenbeil, das mittels Abschlagtechnik produziert wurde. Beide Beilarten gibt es fast nur nördlich der Elbe, in Skandinavien, Mecklenburg, Pommern, Holland und Südostengland.[64]
  • das Walzenbeil. Ebenfalls in Abschlagtechnik, aber dann walzenartig rund geschliffen.

Scheibenbeile, die man aus einer Feuersteinscheibe fertigte und in einen Holzstiel klemmte, wurden vor allem zur Entrindung von Bäumen und zum Aushacken von Einbäumen verwendet. Sie sind evt. im Mesolithikum eine langlebigere Form als die Kernbeile, die sie langsam abzulösen scheinen. An manchen Beilklingen wurden Reste von Schäftungspech gefunden. Man geht daher von einer Schäftung mit Zwischenfutter aus Geweih aus. Für den Halt sorgte eine Füllung entweder aus Bast oder aus Laub o. ä. Gelegentlich war der Beilnacken zu diesem Zweck noch sekundär gepickt.[65]

Es finden sich folgende Sonderformen:

  • Knieholm: Bei ihm wurde die Klinge der Dechsel oben oder unten an ein knieartig vom Schaftstamm abzweigendes Aststück oder eine Geweihsprosse gebunden (ober- bzw. unterständige Schäftung). Eine Sonderform ist der Flügelholm, bei der der Holm aussieht wie ein Flügel.
  • Tüllenbeile: S. oben. Tüllen gab es mit oder ohne Zwischenfutter. Die Tülle steckte im Stielloch und war dort festgeklebt und/oder festgebunden.
  • Geweihaxt und Geweihbeil: Ein Geweihstück mit angeschrägter Schneide wurde für den Einsatz des Schaftes durchbohrt. Das andere Ende des Geweihstückes wurde mitunter mit einer Tülle zur Aufnahme einer Steinklinge versehen, so dass eine Kombination aus Geweihaxt und Geweihbeil entstand.
  • Hacken sind prinzipiell mesolithische Werkzeuge. In der Archäologie werden für Europa so meist Geräte bezeichnet, die anders als Dechseln vollständig aus Geweih oder seltener zumindest teilweise aus Knochen hergestellt wurden, aber ebenfalls eine zum Schaft quer stehende Klinge haben. Nur wenige Klingen sind wie die aus Nižnie Veretie I in Nordrussland (ca. 7050–6520 v. Chr.) aus Feuerstein gefertigt, ahmen aber möglicherweise Geweihhacken nach.

Man stellte sie etwa aus einem durchlochten Schulterblatt oder einer Schaufel des Hirsch- oder Elchgeweihs her, dessen abzweigende Sprossen entweder entfernt wurden, wonach man das Reststück am Ende für einen hölzernen Schaft durchbohrte, oder aber man benutzte einen Teil des Schaftes und durchbohrte den Stumpf der Mittelsprosse so, dass er als Fassung für den Stiel diente.[66]
Aber auch im Jangtsekiang-Tal Chinas wurden Hacken mit Schaftlöchern aus Knochen und poliertem Stein gefunden, die dort im 5. Jahrtausend einen frühen Ackerbau belegen. Für Melanesien sind in der Fundstelle Kafiavana sogar 11.000 Jahre alte, polierte und geschliffene Hacken gefunden worden, die wohl zum Roden von Buschwerk eingesetzt wurden.[67]
Hacken finden allerdings nicht nur bei der Holzbearbeitung Verwendung, sondern auch bei der Bodenbearbeitung, denn Querbeile eignen sich vor allem zum Bearbeiten von Flächen, Geradbeile hingegen zum Hacken von Kerben. Allerdings wurden Beile auch als Waffen eingesetzt, wie die Skelettbefunde des Massengrabs von Talheim ausweisen.[68]
In Nordamerika finden sich die ersten unpolierten Beilklingen (celts) in der Dalton-Kultur im Südosten und in der Windust-Phase im Plateau-Gebiet, beide ab 8500 v. Chr. In Südamerika haben die ersten Beilklingen bereits einen polierten Schneidenteil (um 7000 v. Chr.). In Mesoamerika und dem zentralen Andegebiet, die später die höchste Kulturentwicklung aufweisen, erscheinen dagegen Beilklingen erst ab 2000 v. Chr.[69]
Für Ozeanien werden mehrere Beiltypen unterschieden, die nach Robert Heine-Geldern Relevanz für die neolithische Besiedlung des Raumes aus Ostasien haben. Siehe Besiedlung Ozeaniens.[70]

Äxte: Eine Axt hat eine Durchlochung der Klinge oder doch wenigstens eine Tülle, ist also archäologisch durch die Schäftungsart definiert. Die Unterscheidung zwischen den ja stets stiellos aufgefundenen Beilen und Äxten ist nicht immer klar zu treffen. In die Durchbohrung der Axtklinge wurde der konische Schaft eingeführt, der durch einfaches Aufschlagen befestigt wurde, wobei durch Wasser mitunter vor allem bei runden Schäften diese anschließend noch zum Aufquellen gebracht wurden.

Die Streitaxt, eine als Waffe gebrauchte Steinaxt mit Schaftloch und einem Hammerkopf gegenüber der Schneide, findet sich außerhalb des nordischen Bereichs bei den Schnurkeramikern sowie östlich davon zwischen 2800 und 2400 v. Chr. Sie ist für mehrere neolithische Kulturen das gemeinsame Merkmal, außer der schnurkeramischen Kultur vor allem die nordische Einzelgrabkultur, während sie etwa bei den nachfolgenden Glockenbecherleuten völlig fehlt. Streitäxte gibt es je nach Schäftung und Form der Klinge bzw. Schneide in verschiedenen Sonderformen: Amazonenäxte, Bootäxte, Knaufhammeräxte und Hammeräxte. (S. auch Bronzezeit)[71]

Eine nordische Sonderform ist die Bootaxt, eine Streit- oder Hammeraxt der (Einzelgrab-/Schnurkeramik-Kultur, ca. 2800–2400 v. Chr.). Sie hat ihren Namen nach der bootähnlichen Form, wenn man sie von der Seite betrachtet, und weist auch um das Schaftloch herum eine ähnliche Form auf.[72]

Zwei Hammerköpfe. Die Schäftungsrille für die vermutlich zusätzlich durch Binden stabilisierte Klemmschäftung ist in der Mitte erkennbar. Frühe Eisenzeit Spaniens, 750–500 v. Chr.

Keulen:[73] So werden durchbohrte rundliche, kugelige, scheibenförmige, flache und/oder rechteckige geschäftete Steinköpfe bezeichnet, die sich aus simplen Felsbrocken entwickelten, mit denen man Knochen zerschlug und die durch eine Schäftung wesentlich effektiver wurden. Die Schäftung ist der von Beilen und Äxten sehr ähnlich, doch wegen der runden Form des Keulenkopfes besonders schwierig, so dass gut gemachte Keulen stets relativ selten waren und vor allem Häuptlingen und anderen Führern als Zeichen der Macht dienten. Keulen gelten denn auch als mit die ersten absichtlich konzipierten Angriffswaffen und stehen damit am Beginn der Militärtechnologie. Die ersten kupfernen Keulenköpfe stammen aus Mesopotamien in der Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends und gelten als erste Nutzung von Metall jenseits rein dekorativer Zwecke.[74] Geschäftet gibt es sie seit dem frühen Mesolithikum (Geröllkeulen) bis ins Neolithikum sowie ethnologisch vielfach bis heute, etwa in Neuseeland, wo sie häufig nicht geschäftet, aber aus edlen Materialien wie Jade hergestellt sind. Archäologisch sind sie aber im Vergleich zu Beilen und Äxten eher selten. In Mesoamerika waren sie allerdings eine wichtige Kampfwaffe. Sie sind die Nachfolger der ungeschäfteten Schlagkeulen aus Holz.

Keulenköpfe finden sich in mehreren Formen:

  1. Wenig modifizierte Geröllkeulen aus vorhandenen Knollen mit einer Durchbohrung in der Mitte.
  2. Eine plumpe Form, länglich knollenförmig mit eine Einschnürung um die Mitte zur Befestigung des Schaftes.
  3. Scheibenkeulen: Runde flache, diskoide Scheiben, die um das Mittelloch herum erhöht sind.
  4. Konische Keulen.
  5. Birnenförmig Keulen sowie als Mischform konisch-birneköpfige Keulen.
  6. Doppelspitzkeulen: länglich mit zwei konischen Spitzen.

Durchlochung: durch trichterförmiges Picken oder Vollbohrung. Seit dem Neolithikum auch als Hohlbohrung.
Als älteste Formen gelten evtl. die Hacken der Lyngby-Kultur, die schon in Choukoutien und Bilzingsleben als Knochengeräte ihre frühen Formen gefunden hatten.[75] Im Maglemosien findet sich ein Typ, der sich evtl. aus dem Walzenbeil entwickelt hat. Weitere Sonderformen gibt es im Campignien. Manche Formen imitieren Felssteingeräte oder reine Geweih- oder Holzkeulen mit Griffende, die allerdings auch kaum erhalten sein können.

Keulen dienten wohl als Waffe und zum Töten von Tieren. Allerdings sind reine Holzkeulen sehr viel älter. So beträgt etwa das Alter einer erhalten aufgefundenen hölzernen Keule in Kalambofalls (Sambia) 200.000 Jahre. Möglicherweise wurden Keulen aus den Unterschenkeln von Antilopen aber schon von den Australopithecinen als Gelegenheitswaffe benutzt. Selbst bei Schimpansen ist ihr Gebrauch nachgewiesen.

Hämmer: Statt wie beim Beil eine Schneide hat der Hammer eine Schlagfläche. Die ältesten geschäfteten Hämmer stammen vom Ende des Jungpaläolithikums. Eingesetzt wurden sie vor allem ab dem Mesolithikum beim Hausbau, Bootsbau oder Ähnlichem. Geschäftet sind sie meist wie Äxte mit einem Loch in der Klinge oder auch wie ein Beil mit Schaftloch oder auch in Klemmschäftung. Sonderformen sind Kombinationen mit Beil oder Axt, etwa die Hammeraxt der Aichbühler Gruppe Oberschwabens, die Streitaxt der Einzelgrabkultur oder die skandinavischen Bootäxte. Als Ursprung gilt der meist ungeschäftete, bis zum Ende des Neolithikums gebrauchte Hammerstein (Klopfstein, Schlagstein), der bei der Werkzeugherstellung verwendet wurde (sog. Sphäroid), [76] um Abschläge zu erzielen und als ältestes Werkzeug bereits bei den Bonobos nachgewiesen ist.[77] Mesolithisch finden sich gelegentlich auch durchbohrte Hammerköpfe aus Hartholz; leichte Hämmer wurden auch aus Geweihmaterial hergestellt. Ab der Bronze- und Eisenzeit wurden Hammerköpfe zunehmend auch aus Metall gefertigt, aber Steinhämmer finden sich noch bis in die Eisenzeit.[78]

Lanzen- und Speerschäftung, Spitzen

Paläoindianische Clovis-Speerspitze, 11.000 BP. Das konkave Ende der dafür kannelierten Spitzen bildet den Einsatz für den Schaft, hier wohl als Klebe- bzw. Klemmschäftung.
Paläoindianische Folsom-Spitze. Dieser Typ folgt den Clovis-Spitzen, ist flacher und kürzer, aber breiter und mit längerer Kannelierung.

Der Übergang zwischen Lanze, Wurflanze und Speer ist fließend und archäologisch oft nicht genau feststellbar. Lanzen können sehr lang sein und haben oft große, schwere Spitzen. Kürzere Lanzen können über geringere Distanzen auch geworfen worden sein und bilden somit den Übergang zum vergleichsweise kurzen und leichten Speer mit eher kleiner Spitze, aber großer Reichweite. Dazu gab es kleine, schlanke Speere zum Fischstechen. Vor allem kleinere Speere hatten oft auch Knochspitzen.[79] Entsprechend richtete sich die Schäftungsweise nach diesen Anforderungen, also groß und stabil bei Lanzen, eher klein und windschlüpfig bei Speeren, bei denen es ja oft genügte, dass die Spitze in der Beute stecken blieb und sie ausbluten ließ, so dass an die Festigkeit der Verbindung Spitze/Schaft keine allzu hohen Ansprüche gestellt zu werden brauchten.

All diese Jagdgeräte konnten, wenn sie nicht über eine im Feuer gehärtete Holzspitze verfügten, mit Geschosspitzen aus Stein, Geweih, Knochen oder Elfenbein versehen worden sein. Es gab sie schon seit dem späten Mittelpaläolithikum ab etwa 60.000 BP. Aber man trifft regional auch auf oft recht frühe mittelpaläolithische, zweiseitig retuschierte, blattförmige Speerspitzen sowie auf gestielte Spitzen, deren Schaftzungen bzw. Stiele zur Schäftung dienten.[80] Vor allem aber gibt es Speerschäftungen möglicherweise bereits seit dem Mittelpaläolithikum (Vogelherdhöhle, Neandertaler),[81]sicher aber seit dem Jungpaläolithikum, und zwar potentiell als Blattspitzen einschließlich der nachweislich geschäfteten Lorbeerblattspitzen des Solutréen (seitliche Schäftung in einem geschlitzten Knochen[82]), Kerbspitzen, Gravettespitzen, Stielspitzen etwa des Atérien und europäischer Stielspitzengruppen, Seitenklingen und Mikrolithen. Sie zeigen insgesamt eine große Formenvielfalt und bilden mitunter Leitparadigmen für bestimmte prähistorische Technokomplexe.[83] Insbesondere die Blattspitzen waren neben ihrem Einsatz als Speerspitzen, meist vermutlich in Schlitzschäftung, wohl auch mit hölzernen Griffen versehen, wie aufgefundene Harzreste nahelegen und sie waren daher zumindest seitlich geschäftet und wurden als Messer verwendet.[84] Bei Knochenspitzen, die als Form schon mittelpaläolithisch nachweisbar sind (Moustérien, Vogelherdhöhle), finden sich jung-, spät- und endpaläolithisch auch solche mit teilweise doppelt abgeschrägter Basis, die ein Fixieren im oder am Schaft vermuten lassen. Vor allem im Aurignacien findet sich eine Vielzahl von Schäftungsarten, die alle später vorkommenden bereits enthält.[85]
Nur bei den paläoindianischen Folsom-Spitzen findet sich medial eine breite und lange Kannelierung, die als Einsatz für eine spezielle Schäftung gedeutet wird, die sich von der der Clovis- und sog. Plano-Spitzen der großen nordamerikanischen Ebenen unterscheidet.[86] In Europa wurden vor allem Gravettespitzen als Geschossköpfe verwendet, teils als Speerspitzen, teils als Pfeilspitzen. Für die Ahrensburgspitzen ist der Gebrauch als Pfeilspitzen erwiesen, für die Hamburger Kerbspitzen ist er wahrscheinlich.[87]
Steinspitzen wurden wohl in die gespaltene Spitze des Schaftes eingeklemmt, mit Harz festgeklebt und zusätzlich mit Riemen, Sehnen oder Bast festgebunden.

Feuersteinspitzen wurden in eine geschnitzte Rinne des Schaftes eingekittet und umwickelt. Bei runder Basis erhielten sie eine Tülle, bei flacher Basis wurden sie im Schaftspalt direkt befestigt.

Gegabelte Spitzen, spätes Magdalénien (V u. VI) (12.000 bis 10.000 BP), Isturitz-Höhle, Pyrénées-Atlantiques

Mikrolithen aus Feuerstein wurden in zwei gegenüber liegenden Rillen direkt am Speerkopf eingesetzt und festgekittet. Geschossspitzen aus Geweih, Knochen oder Elfenbein: Hier wurde die Schaftspitze an der Basis unterschiedlich präpariert: als runde oder spitze Tülle, kegelförmig, gespalten oder abgeschrägt, oder sie erhielt einen Stiel.[88] Befestigt wurde sie durch Umwickelung. Nach ethnologischen Befunden kann man die gegabelte Basis als günstigste, wenn auch bruchanfälligste Schäftungsart bei Geschossspitzen ansehen, da sie eine besonders feste Verbindung zwischen Schaft und Spitze herstellt und daher vor allem für die Verbindung kurzer Stücke geeignet ist. Bei den sog. „Blutrinnen“ der Geschossspitzen aus Geweih, etwa der kleinen Rückenmesser des Magdalénien, handelt es sich um Schäftungsrinnen, die nicht zur Ableitung des Blutes dienten.[89]

Pfeilspitzen

Die Formenvielfalt ist hier am größten.[90] Man unterscheidet zwei Gruppen: Spitzen mit und ohne Stiel, wobei letztere eine konkave, konvexe oder gerade Unterseite haben, an der sie geschäftet wurden. Davon abhängig ist jeweils die Form des Pfeilschaftkopfes. Pfeilspitzen wurden entweder in eine Tülle oder in den gespaltenen Schaft eingesetzt, verklebt oder umwickelt. Für mikrolithische Pfeilspitzen gilt Ähnliches. Pfeilspitzen aus Feuchtbodensiedlungen[91] enthielten teilweise noch Reste des Birkenpechs. Die Spitze wurde mit einer Steckverbindung, einer Nut oder einem Schlitz, in den Pfeilschaft geklebt, evtl. noch mit einer Schnürverbindung verstärkt. Die Befestigung musste sehr stark sein, da beim Aufprall Belastungen von einem bis acht Zentnern auftraten bei einem Gewicht der Spitze von einem bis acht Gramm.[92]

Eine weitere, sehr spezielle Variante sind die sog. zusammengesetzten Pfeilspitzen, wie sie die Buschmänner noch heute für ihre hölzernen Giftpfeile verwenden, wie sie aber bereits für die Zeit vor 4000 Jahren in Südafrika nachgewiesen wurden. Dabei handelt es sich um eine knöcherne Spitze, die durch eine Schilfrohrmanschette mit einem ebenfalls knöchernen Verbindungsschaft verbunden und mit Sehnen umwickelt wurde, um das Spalten zu vermeiden. Das Ende des Verbindungschaftes saß im hohlen Ende eines Schilfrohrpfeiles, das ebenfalls umwickelt wurde, um das Spalten zu vermeiden. Mit dieser in sich geschäfteten Pfeilspitze hat man einen deutlichen Hinweis auf die frühe Verwendung von Gift (s. Abb. weiter unten).[93]

Sicheln und Erntemesser, Sägen

Dabei handelt es sich um Geräte, die erst ab dem Meso- und Neolithikum beim frühen Ackerbau verwendet wurden und deren Formen sich wie bei anderen landwirtschaftlichen Geräten sehr lange, teils bis heute erhalten haben, gleichgültig, ob sie aus Stein, Bronze oder Eisen bestanden. Entsprechend Funde und historische Beschreibungen etwa aus China belegen die Langlebigkeit dieser Technologie.[94]

Die frühesten Sicheln stammen aus der Zeit zwischen 9000 und 8500 v. Chr. und wurden im Irak und in Israel gefunden.[95] Die meist aus Feuerstein gefertigten Sichelschneiden bestanden aus einer einzelnen, zwei gebogenen oder vielen kleinen Klingen, sog. Mikrolithen, die in einem Schlitz im verdickten Mittelteil eines gebogenen Holz- oder Geweihgriffes eingelassen und mit Pech verkittet waren.[96] Manchmal bestückte man im Mesolithikum Geweihstücke so dicht mit Mikrolithen, dass man von einer Säge sprechen kann.[97] Ein mit sieben Schäftungslöchern versehenes poliertes Steinmesser aus dem 5. Jahrtausend fand sich im Jangtsekiang-Tal.[98] Typisch für die neolithischen, ansonsten sehr vielgestaltigen Sicheln ist, dass die Griffe sich im Lauf der Zeit immer mehr krümmen. Die am stärksten gekrümmten Exemplare, die zuerst in Südosteuropa und in der Donau-Kultur auftauchen, bildeten dann offenbar die Vorbilder für die Sicheln der Bronzezeit. Die Schäftung hatte sich dem offenbar ergonomisch begründeten Wandel entsprechend anzupassen.[99]

Klingenlamelle aus dem Jungpaläolithikum (Magdalénien IV, Labastide-Höhle), zwischen 17.000 und 9000 BP. Die seitliche Einkerbung weist auf den Schaftansatz hin.

Klingengeräte

Klingen

Klingen sind archäologisch als Abschlag definiert, der mindestens doppelt so lang wie breit ist. Sie treten zwar sporadisch schon im Alt- und Mittelpaläolithikum auf, sind aber hauptsächlich die Leitform des Jungpaläolithikums und stellen auch in späteren Perioden bis hin zur Bronze- und Eisenzeit die Grundform vieler Werkzeuge und Waffen dar, wo sie für Beile, Äxte, Sicheln, Messer usw. benutzt wurden. Ihr Merkmal ist eine scharfe Schneide. Gewonnen wurden sie, außer für Beile (Ausnahme Kernbeil) und Äxte, in Abschlagtechnik. Materialien sind Stein, Geweih, Knochen und Metall. Haben sie eine umlaufend retuschierte Schneide, müssen sie geschäftet gewesen sein. Mitunter zeigt sich aber auch am stumpfen Ende ein möglicher Schaftansatz, da es unpraktisch gewesen wäre, dieses kaum mit zwei Fingern fassbare Ende als einzige Grifffläche zu benutzen. Geschäftet wurden sie vermutlich mit Harz oder ähnlichen Klebemitteln. Im Gravettien finden sich Mikrostichel, die ebenfalls geschäftet gewesen sein müssen, evtl. sogar direkt an großen Klingen.[100][101]

Mikrolithen

Mikrolithen sind keine Erfindung der Mittelsteinzeit, wie oft behauptet wird, sondern es gibt sie bereits hie und da im Alt- und Mittelpaläolithikum, vermehrt im Jungpaläolithikum Afrikas und im Pavlovien Osteuropas. Doch werden sie erst im Mesolithikum bestimmend.[102] Mikrolithen lassen auf die Erfindung von komplexen Geräten und Pfeil und Bogen schließen. Sie dienten zunächst als scharfe, geometrisch oder nichtgeometrisch gestaltete Einsätze in die Holzschäftung von Harpunen, Speeren, und Lanzen (teils als seitliche Widerhaken). Neolithisch dienten sie zur Herstellung von Messern, Sägen und Sicheln sowie als Mikrostichel. Um sie zu schäften wurde mit einem Stichel eine tiefe Längsrinne in den Schaft geschabt, in die man die mikrolithischen Klingen nacheinander einsetzte, so dass sie eine zusammenhängende lange Schneide bildeten, die dann mit Baumharz befestigt wurde. Trapezförmige Mikrolithen mit breiten Schneiden dienten bei Pfeilen als Querschneider, die größere und stärker blutende Wunden verursachten. Im späten Mesolithikum stellen sie sogar bei Pfeilen die dominierende Form dar.[103][104][105]

Ein Schoschone, der einen Lochstab als Pfeilschaftstrecker benutzt (Smithsonian Institution). Solche ethnologischen Befunde helfen, die Funktion steinzeitlicher Werkzeuge aufzuklären.

Mögliche Hilfsgeräte zur Schäftung

Ahlen (auch Pfrieme):[106] Es handelt sich dabei um bereits aus dem Mittelpaläolithikum (z. B. Neandertaler) und besonders dem frühen Jungpaläolithikum bekannte langgestreckte, am Ende spitz zulaufende Objekte mit einem runden oder ovalen Querschnitt, meist aus Knochen, Geweih oder Holz. Neben dem Durchstechen von Häuten dienten sie beim Binden einer Schäftung dazu, das Endstück einer Schäftungsschnur unter den Windungen durchzuschieben und so zu fixieren oder dort Knoten zu schlingen, wie ethnologische Befunde zeigen. Entsprechend wurden sie auch als Nähnadeln und bei der Fertigung von Netzen eingesetzt.

Lochstäbe als Schaftstrecker:[107] Geweihstangen eines Ren oder Hirsches, die bei einer Gabelung abgeschnitten und mit einer Durchbohrung, meist am Ende im verdickten Bereich, versehen wurden. Sie waren zudem oft verziert, so dass man zunächst eine rituelle Funktion annahm. Über ihre Funktion wurde lange gerätselt. Ethnologische Befunde etwa bei Eskimos und Befunde der Experimentellen Archäologie lassen jedoch vermuten, dass sie als Schaftstrecker eingesetzt wurden. Gekrümmte Geweihstangen oder Äste mussten, wollte man sie zu Speeren oder Pfeilen verarbeiten, gerade gebogen werden. Man erhitzte sie dazu über Feuer oder im Wasserdampf, um sie biegsam zu machen, und zog sie dann durch das Loch des Stabes, um sie durch Hebelwirkung gerade zu biegen. Auch andere Funktionen werden diskutiert, etwa als Maulknebel bei widerspenstigen Tieren. In Nordamerika finden sich in der Llano-Kultur (die Folsom- und Clovis-Speerspitzen gehören hierher) sog. Vorschäfter für Speere, zylindrische Objekte aus Knochen oder Elfenbein, deren Funktion aber nicht eindeutig ist. Sie werden mitunter irrtümlich auch als Pfeilschaftglätter bezeichnet, denn Pfeile gab es damals noch nicht in Nordamerika.[108]

Pfeilschaftglätter:[109] Dies sind meist aus wegen der Abriebfunktion grobkörnigem Sandstein hergestellte kleine Platten oder Walzen mit flacher Oberseite, die dort eine bis drei längliche, regelmäßig vertiefte Rillen mit halbrundem Querschnitt aufweisen. Sie dienten dazu, die hölzernen Pfeilschäfte, die man durch diese Rillen hin und her zog, zu schmirgeln und zu glätten, bis alle Unebenheiten beseitigt waren und eine optimale Aerodynamik, also Flugweite, erreicht wurde. Es gibt sie seit dem Magdalénien des Jungpaläolithikums in und außerhalb Europas. Sie waren mitunter, gewöhnlich ein Zeichen größerer Wichtigkeit, mit Symbolen oder figürlich verziert, wie die frühneolithischen aus Göbekli Tepe.[110] Ist der Rillenquerschnitt allerdings dreieckig und nicht halbrund, handelt es sich um Pfeil- oder Speerspitzenschärfer, wofür man allerdings auch flache Schieferplatten einsetzte.[111] Eine Ähnliche Funktion haben Politeure, flache unbearbeitete Steine, die an der Oberfläche oft polierte Stellen aufweisen und auch als Glättesteine bezeichnet werden.[112]

Kulturhistorische Periodik

Ihr Verhältnis zu einzelnen Ausprägungen einer Technologie ist eine Formalie von hauptsächlich praktischem Nutzen im Sinne eines groben Ordnungssystems, das ebenso ganz anders aussehen könnte als das heute übliche, wenn auch durch andere Methoden verfeinerte, in seiner Grundkonzeption schon über zweieinhalb Jahrhunderte alte Dreiperiodensystem.[113] Dieses vor allem für europäische-mediterrane Verhältnisse konzipierte System ist jedoch keineswegs allgemeingültig. Mitunter kann es, selbst unter Berücksichtigung eines „chronologischen Gefälles“, bei der Ausbreitung von Kulturphänomenen sogar regelrecht irreführend sein, wenn man es global zu sehr verabsolutiert und multipolare Entstehungen und Vorgänge zu sehr von einem wie immer gearteten globalen Mainstream-Muster überlagert werden. Es gibt andere, in den einzelnen globalen Kulturbereichen oft stark abweichenden kulturhistorischen Ordnungskriterien, die in ihrer lokalen Relevanz und interkulturellen Signifikanz für die Schäftungstechnologie viel eher von Bedeutung sind.[114] Andererseits gilt aber auch, was Der Große Ploetz in seiner Einleitung zum Kapitel Vorgeschichte notiert:

„Neben den so in Erscheinung tretenden regionalspezifischen Kulturstufen-Abfolgen der einzelnen Erdgebiete und Geschichträume ist für die geschichtswissenschaftliche Verständigung eine pragmatische Gesamtperiodisierung unerlässlich, die nicht auf der diachronen (zwischenzeitlichen) Verfolgung „entsprechender“ Kulturerscheinungen beruht, sondern die Erfassung synchroner (gleichzeitiger) auch unterschiedlicher geschichtsstruktureller Ausprägung ermöglicht. So zu verstehen ist die altweltliche Gliederung in Neolithikum (Jungsteinzeit), Kupferzeit, Bronzezeit und Eisenzeit.“

Der Große Ploetz, 29. Aufl 1981, S. 11

Interkulturelle Signifikanz

Dargestellt sind hier neben den formal-technologischen Kriterien und Ausprägungen auch die kulturellen Rahmenbedingungen, die jeweils einzelne Schäftungsmethoden beeinflussen oder in deren spezifischem kulturgeschichtlichen Zusammenhang sie beobachtet werden können. Obwohl das Schwergewicht der Darstellung naturgemäß auf dem europäischen, mediterranen und nahöstlich-vorderasiatischen Kulturraum liegt, sind dabei dennoch nicht nur Europa und der Mittelmeerraum mit ihren vielfältigen Kulturen einbezogen, da sie nicht ein in sich geschlossenes Ganzes darstellen. Vielmehr war zu jener Zeit vor allem die Welt des Mittelmeeres, von wo aus die entscheidenden Impulse auf das übrige Europa mit einiger Zeitverzögerung einwirkten, Teil eines viel größeren Ganzen, das den Vorderen Orient und sogar die weiten Ebenen Russlands mit einschloss, die von China bis Europa reichen.[115] Dass zudem Afrika schon aus Gründen der Paläoanthropologie mit einbezogen sein muss, liegt auf der Hand. Und im Sinne einer wechselseitigen Erhellungen sind hier auch Amerika, Ozeanien sowie außer Ostasien auch Südasien und Australien von Belang, da sich hier Parallelentwicklungen vollzogen mit eigenen Ausdrucksformen, die doch etwa im Spezialgebiet der Schäftung zwangsläufig zu ähnlichen technischen Lösungen kommen mussten wie im Westen. All diese Prozesse waren eingebettet in soziale und umweltbedingte Kontexte wie Flusstal- und Küstenkulturen, Stadtentwicklung, Entstehung von Eliten und staatsähnlichen Verbänden, die jenen in Europa und am Mittelmeer durchaus ähnlich sind. Vom Osten Asiens aus ist es dann immer wieder auch über den Steppengürtel zu Wirkungen auf westliche Kulturen gekommen, wie sie sich etwa im Kessel von Gundestrup aus Dänemark manifestieren könnten.[116] Diese Kontakte liefen zudem nachweislich in beiden Richtungen. So fand man etwa Bronzen aus der Steppe im China der Shang-Zeit, zum Beispiel Messer aus Karasuk, geschäftete Äxte oder Speerspitzen aus der Uralgegend usw.[117]
Zur außereuropäischen Periodik und ihre Struktur siehe die ausführliche Darstellung in Ur- und frühgeschichtliche Terminologie und Systematik.

Die Schäftungstechnologie in der Steinzeit

Zum Thema Systematik der Periodik, insbesondere auch zu den außereuropäischen Sonderfällen siehe Ur- und frühgeschichtliche Terminologie und Systematik.

Altsteinzeit

Alt- und Mittelpaläolithikum
  • Altpaläolithisch sind in der frühen und mittleren Phase keine Schäftungen nachweisbar, was nicht heißt, dass es sie nicht in der urtümlichen Form gegeben haben könnte. Ob jedenfalls die Faustkeile des Paläolithikums geschäftet waren, ist nicht feststellbar, aber die allseitig scharfkantigen Keile könnten mit einem ledernen Handschutz benutzt worden sein.[118]
    In der Endphase des Altpaläolithikums treten dann erste nachweisbare Schäftungen auf. Neben den Schöninger Speeren gibt es weitere Funde von Stöcken mit Kerben an den Enden, die darauf hinweisen, dass die Menschen bereits vor 400.000 Jahren Geräte geschäftet haben. Sie stellen die ältesten zusammengesetzten Werkzeuge dar. Auch Schaber, Kratzer und Spitzen bzw. Spitzklingen waren zweckmäßig oft nur in Schäftungen zu handhaben.[119] Vor allem im Sangoan und Lupemban des späten Acheuléen Afrikas gab es möglicherweise geschäftete Beile, da ihr Gebrauch ohne Schaft kaum möglich war.[120] Am deutschen Fundort von Bilzingsleben mit Geräteinventaren des Homo erectus um 370.000 BP wurden noch ungeschäftete Vorformen, später geschäfteter Werkzeuge aus Knochen und Horn gefunden, so etwa das sog. „Urbeil von Bilzingsleben“ sowie Speere mit angespitzem Ende und dolchartige Geräte, wie sie so ähnlich auch in Schöningen gefunden wurden.[121]
  • Im Mittelpaläolithikum setzt sich diese Tradition offenbar fort, ohne dass es wesentliche Weiterentwicklungen gegeben hätte, wohl aber gab es offenbar eine Ausweitung der Schäftung auf andere Geräte, die hier als praktische einziger technischer Fortschritt bei der Werkzeugfertigung gilt.[122] Die Ableitung mittelpaläolithischer Kulturen aus den altpaläolithischen gilt jedenfalls als unproblematisch.[123] An manchen mittelpaläolithischen Abschlägen ohne weitere Retusche fanden sich allerdings typische Spuren von Manipulationen, die auf den Artefakten Scheuerstellen, Abschilferungen und Glanz hinterlassen hatten und teils mikroskopisch verifiziert werden konnten. Auch viele Schaber, Spitzen und Messer, typische Erzeugnisse der vor allem mittelpaläolithischen Levallois-Abschlagtechnik insbesondere des Moustérien, weisen solche Gebrauchsspuren auf. Dazu fand man Reste von Klebemitteln wie Birkenpech, teils mit Werkzeugabdrücken.[124] Geschäftete beilartige Steingeräte kommen vermutlich ebenfalls schon vor. Projektilspitzen sind nun häufig und treten erstmalig in ganz speziellen Formen auf, vor allem als Blattspitzen, die geschäftet gewesen sein müssen, um benutzbar zu sein.[125]
Jungpaläolithikum und Spätpaläolithikum
Karte der ältesten jungpaläolithischen Kultur, des Aurignacien (ca. zwischen 47.000 und 27.000 Jahre v. Chr.) Die Angaben auf der Karte sind unkalibriert.
Verbreitung der jüngsten jungpaläolithischen Kultur, des Magdalénien in Europa (ca. 18.000–11.500 BP).
Europa und angrenzende Kulturen um 8500 v. Chr. Blau: mit Eis bedeckte Bereiche.
1. Jungpaläolithische Kulturen, 2. Mesolithische K., 3.Swidérien, 4. Tardenoisien der Steppe, 5. Iberisches Capsien, 6. Epipaläolith. Iberomaurusien Nordafrikas, 7. Jüngeres Capsien, 8. Fruchtbarer Halbmond.

Im Gegensatz zur Situation des Mittelpaläolithikums, das sich problemlos aus dem Altpaläolithikum ableiten lässt, ist die Ableitung jungpaläolithischer Kulturen aus mittelpaläolithischen umstritten. Übereinstimmend besteht die Meinung, dass die jungpaläolithische Kultur die erste als modern zu bezeichnende Kultur war. Man findet hier ein kreatives und dynamisches Leistungsspektrum in Technologie, Kunst und Verhalten, das dem heutiger Kulturen durchaus vergleichbar ist, wobei jedoch nicht auf eine total veränderte neurologische Basis geschlossen werden darf. Allerdings erfolgte ein diachroner Anstieg der Komplexität der kulturellen Ausdrucksformen, der sich zudem beschleunigte, wie etwa die eiszeitliche Kunst zeigt. Entscheidend scheint dabei weniger der Wechsel vom Neandertaler zum modernen Homo sapiens, sondern vor allem das Klima gewesen zu sein, das mit seinen extremen Schwankungen vor allem in der letzten Phase der Würm-Eiszeit einen erhöhten Anpassungsdruck ausübte. Durch seine geringere Überlebens- und Reproduktionsrate scheint hingegen der Neandertaler populationsdynamisch so stark ins Hintertreffen geraten zu sein, dass er schließlich ausstarb, obwohl er durchaus hohe kreative, antizipatorische und planerische sowie künstlerische und technologische Fähigkeiten besaß, etwa die Schäftung beherrschte, wie die Funde des Chatelperronien nahelegen, ja sogar bereits religiöse Praktiken bei Bestattungen durchgeführt haben dürfte besaß (etwa in Shanidar und der Kebara-Höhle).[126] Die Steintechnologie wirkt jetzt vom Aurignacien bis zu Magdalenien und Epigravettien variantenreicher und zeigt häufiger Innovationen. Vor allem der Bedarf nach neuen Werkzeugtypen, etwa geschäfteten Klingen, Schaber oder Projektilspitzen, führte nun zur Produktion länglicher und gleichmäßiger Abschläge, die gut geschäftet werden konnten. Diese Klingenformen setzten sich in ganz Eurasien in unterschiedlichen Varianten durch. Es entstand so ein sehr viel breiter gefächertes Werkzeuginventar als früher. All diese Typen lassen sich bereits zu Beginn des Jungpaläolithikums nachweisen. Materialien wie Holz, Knochen, Elfenbein oder Horn wurden vermehrt eingesetzt. Warum diese Entwicklung so ablief, ist unklar, jedoch könnte die starke Variationsbreite teils auf engem Raum auch Ausdruck einer zunehmenden ökonomischen Konkurrenz gewesen sein mit den dabei regelmäßig auftretenden Abgrenzungsphänomenen.[127]

Die Schäftungstechnik weitet sich entsprechend diesen neuen Anforderungen stark aus, und im Jungpaläolithikum werden leichte und geschäftete Kompositgeräte, die vorher eher selten gewesen waren, immer mehr üblich.[128] Bekannt sind Schäftungen von Lamellen, also sehr kleine Klingen, die eine Griff benötigten. Typisches Erzeugnis ist dabei die Schaftzungenspitze, deren zum Schaft hin gelegenes (proximales) Ende eine U- oder V-förmige Einkerbung aufweist, die zur Schäftungszwecken angelegt worden sein muss. Sie kommt vor allem als Atérien- oder Gravettien-Spitze vor sowie in der Bromme-Lyngby-Kultur Nordeuropas. Eingesetzt wird sie als Speer- oder Lanzenspitze.[129]

Gestielte Atérienspitzeh sind im Nordwesten Afrikas sogar der erste eindeutige Beweis für eine Schäftung überhaupt.[130] Spätpaläolithisch ist dann die Schäftung von Pfeilspitzen Voraussetzung für die Pfeil-und-Bogen-Technik. Gelegentlich wird die Entfernung des Bulbus als Zeichen einer möglichen Schäftung interpretiert, etwa im epipaläolithischen Capsien Kenias. Jungpaläolithische Kerbspitzen sind ihrer Machart nach wohl ebenfalls für eine Schäftung bestimmt gewesen. Möglicherweise wurde das Universalgerät des Paläolithikums, der Schaber, nun manchmal ebenfalls geschäftet.[131] Der sog. Handgriffschaber der Ertebölle-Kultur ist jedoch mesolithisch.[132]

Mittelsteinzeit (Mesolithikum)

Die mittelsteinzeitlichen Geräte und Waffen unterscheiden sich von den altsteinzeitlichen einerseits durch eine gewisse Vereinfachung und Verflachung mancher lithischen Formen,[133] andererseits durch die Entwicklung neuer Werkzeugtypen, die für die beginnende Landwirtschaft erforderlich waren und für deren Herstellung neben dem für die Klingen- und Spitzenproduktion hauptsächlich verwendeten Feuerstein (neben Schiefer, Quarz und Felsgestein, das man jedoch pickend und nicht mit Abschlagtechnik bearbeiten musste) nun immer mehr auch Holz, Geweih und Knochen eingesetzt wurden. Insbesondere Harpunen, Pfeil- und Speerspitzen weisen nun einen enormen Formenreichtum auf.[134]

Vor allem die Schäftung von Mikrolithen beginnt sich jetzt aber stark auszuweiten.[135] Besonders in Skandinavien sind geschäftete Mikrolithen jetzt sehr häufig. Im Zuge des beginnenden Ackerbaues und der damit einhergehenden neuen technischen Anforderungen finden sich nun aber auch immer mehr komplexer zusammengesetzte Geräte, die das Bedürfnis nach einer Effektivitätssteigerung aufzeigen. Allerdings sind Nachweise von Schäftungen und die genauen Handhabungen von Steingeräten oft unbekannt, da die Schäftungsteile aus vergänglichen Materialien bestanden und allenfalls in zirkumalpinen Feuchtbodensiedlungen wie denen an den Schweizer Seen, am Bodensee oder Federsee erhalten sind und archäologisch geborgen werden konnten.[136] Zudem sind Mikrolithen wegen ihrer geringen Größe (max. 1 cm breit und 3 cm lang, es gibt sie aber auch im Millimeterbereich) oft relativ schwer auffindbar oder nicht mehr erhalten, wurden in der Forschung auch lange übersehen.[137]

Neben Kompositgeräten wurden vor allem Pfeilspitzen mit Mikrolithen hergestellt, wie sie etwa die spätmesolithische Ertebølle-Kultur vor allem trapez- und rhombenförmig herstellte und wie sie sich von dort aus über ganz Europa verbreiteten. Geschäftet waren sie mit Klemm- und/oder Binde- bzw. Klebeschäftung. Mitunter finden sich Projektilspitzen aus Knochen, in die Mikrolithen eingefügt wurden, etwa Speerspitzen mit mehrfachem Mikrolithenbesatz, bei denen eine doppelte Schäftung nötig war: erst die Schäftung der langestreckekten Knochenspitze mit mehreren dreieckigen Mikrolithen auf beiden Seiten, dann die Schäftung dieser Spitze im eigentlichen Holzsschaft.[138] Die Formenvielfalt der Pfeilspitzen ist im Mesolithikum größer geworden, wobei jede Form offenbar einer bestimmten jägerischen Aufgabe gedient hat.[139]

Experimentelle Archäologie im Feldversuch. Baumfällversuch mit rekonstruierten, als Dechsel (Querbeil) geschäfteten, Schuhleistenkeilen nach linearbandkeramischen Funden der Zeit um 5600 bis 5000 v. Chr. Man sieht, dass die Dechsel wesentlich höher angesetzt werden musste als bei einem modernen Beil und eine völlig andere Fälltechnik verlangte, etwa wie bei einem Biber.

Beile mit Steinklingen und Holzstiel wurden zwar schon in der jüngeren Altsteinzeit gefertigt, in großem Umfang jedoch erst in der Mittelsteinzeit, als die Rodung von Waldflächen für die Entstehung von Siedlungskammern immer wichtiger wurde. Im Mesolithikum sind sie noch retuschiert, im Neolithikum hingegen gepickt oder geschliffen. Dort setzte man sie dann vermehrt auch zum Bau etwa der bandkeramischen Langhäuser und späterer Hausformen samt den Dorfpalisaden ein, wie sie in Konstruktion und Material in den europäischen Seeufersiedlungen bis in die späte Bronzezeit hinein gut belegt sind und bereits auf eine zunehmende gesellschaftliche Differenzierung mit Entstehung eines spezialisierten Handwerkertums hinweisen.[140] Das geschäftete Feuersteinbeil gilt denn auch als ein der wichtigsten Erfindungen des Mesolithikums, das neben dem älteren Knochenbeil nun immer häufiger auftritt.[141]

Hacken zur Bodenbearbeitung sind eine neue Werkzeuggattung des Mesolithikums. Die Schäftung erfolgt meist an einer Tülle mit zusätzlicher Schlingenschäftung und möglicherweise noch mit Pech zum Festkleben der Klinge. Aus einem T-förmigen Geweihstück gefertigte Geweihhacken sind besonders typische Geräte des Mesolithikums und kommen vor allem nördlich vor, etwa im Bereich der Ertebølle-Kultur.[142] Sie sind entweder ungeschäftet, wobei das längere unbearbeitete Geweihstück den Schaft bildet und das kürzere, die Sprosse, schneidenartig zugeschliffen wurde, oder das Geweihstück erhielt nach Entfernung der Sprosse ein Loch oder eine Tülle für den Holzschaft, und das Ende des Geweihstückes wurde scharf geschliffen. Alternativ setzte man in Loch oder Tülle für den Holzschaft eine Klinge aus Stein, Horn oder Holz ein. Es war auch möglich, den Stangenabschnitt am Ende scharf zuzuschleifen. Das Gerät wurde dann vermutlich auf den Zapfen eines Knieholms gesteckt und ebenfalls als Hacke zur Bodenbearbeitung verwendet. Auch Knochenhacken wurden auf ähnliche Weise gefertigt. Man schärfte und durchbohrte die Knochen und steckte sie auf einen Holzschaft, wo sie dann auf unterschiedliche Weise fixiert wurden.[143] Vermutlich wurden die Schuhleistenkeile des Neolithikums nicht nur als Äxte, sondern auch als Hacken verwendet.

Eine Sonderform der Hacken sind die Pickel, die im Bergbau zur Förderung von Feuerstein[144] im ausgehenden Mesolithikum, vor allem aber im Neolithikum eingesetzt wurden. Statt einer Schneide haben sie eine Spitze.[145] Auch bei den Großbauten der Megalithkultur in Neolithikum und Bronzezeit dürften sie eingesetzt worden sein.

Jungsteinzeit

In Gesamteuropa und dem Mittelmeerraum unterscheidet man neben verschiedenen Sonderentwicklungen und Mischformen insgesamt Sieben wichtige neolithische Kulturkreise und Formen:[146]

  1. Die ägäische bemaltkeramische Kultur, die mit kleinasiatischen Kulturen zusammenhängt, insbesondere als westliche Ausläufer der dortigen neolithischen Kulturen aus dem Bereich des Fruchtbaren Halbmondes.
  2. Das mediterrane Neolithikum der Mittelmeerküsten mit dem Merkmal Impressokeramik.
  3. Die Starčevo-Kultur als ältestes Neolithikum des Innerbalkans, die Anregungen aus der Ägäis aufnahm.
  4. Später daran anschließend der anatolisch-balkanische Kreis (z. B. die Vinča-Kultur) mit charakteristischer unbemalter Keramik und großen, teils bis in die Metallzeit reichenden Hügelsiedlungen (sog. Tells).
  5. Die bandkeramische Kultur als älteste neolithische Kultur Mitteleuropas, die in Westeuropa zur Ausbildung weiterer Lokalkulturen führte (s. Tabelle) und Elemente der Starčevo-Kultur und der Vinča-Kultur miteinander verband.
  6. Die südrussischen Hirtenkulturen (Grubengrab- und Katakombenkultur).
  7. In Nordwest-Russland die kamm- und grübchenkeramischen Kulturen (Jäger, Fische und Sammler mit Keramik und Steinschliff).
  8. Die jungneolithischen bemaltkeramischen Kulturen des Balkans und Vorderasiens.
Tabellarische Chronologie Jungsteinzeit und Einzelkulturen: Mitteleuropa und südliches Skandinavien.
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Welt um ca. 2000 v. Chr., an der Grenze zur Bronzezeit.
Farbschlüssel: Gelb: Jäger-Sammler (hunter-gatherer), violett: Hirtennomaden (pastoral farmers), grün: frühe Bauern (farmer), orange: entwickelte Bauern mit Häuptlingsstruktur, blau: Staaten, weiß: unbewohnt. Rot eingegrenzt: bronzezeitliche Kulturen.
Kulturspezifische Begriffe (Europa, Vorderer Orient): Unetice c.: Aunjetitzer K., Bell beacher: Glockenbecher-K., cordial war c.: Schnurkeramik, Pastoralists: Hirtennomaden, Hunter gatherers: Jäger-Sammler, Catacomb grave: Kurgan-K., Late neolithic: spät-/endneolithisch. Minoan: minoisch, canaan: Kanaaniter, Hittites: Hethiter, Ela: Elamiter, Hurrians: Hurriter, Kassites: Kassiten, Arctic marine mammal hunter: Meersäugetier-Jäger der Arktis.

Grundlagen:

Sehr grob gearbeitete und retuschierte spätneolithische Klingenlamellen aus Frankreich, 4000–3300 BP.

Das Nachweisproblem besteht grundsätzlich auch hier. Die im Jungpaläolithikum und Mesolithikum entwickelten Techniken werden weitergeführt und ggf. verfeinert, etwa um sie an die neuen bäuerlichen Bedürfnissen anzupassen. Dabei werden nun auch die bereits im Paläolithikum an Knochen und Geweih sowie an Figuren aus Stein wie den Venusfigurinen entwickelten Techniken von Steinschliff und Steinbohrung eingesetzt,[147] etwa bei Beilen, Äxten und Dolchen, die wegen des größeren Aufwandes bei der Herstellung auch dauerhafter angelegt sind und deren professionelle Perfektion teils, wie verschiedene Fundstellen ausweisen, mit einer Art Serienfertigung immer mehr in Richtung einer handwerkliche Spezialisierung weist. Bei den einfachen Kleinwerkzeugen, die man noch selbst herstellte, ist hingegen ein Stillstand, ja sogar eine gewisse Vergröberung des Werkzeugrepertoires zu beobachten, allerdings mit Ausnahme der Pfeil- sowie Speerspitzen und Fischfanggeräte sowie bestimmten Klingen.[148] Dazu gibt es einen Wandel von Jagdwaffen zu Kampfwaffen, der auch einen gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt, wobei Waffen auch immer mehr religiöse und repräsentative Funktionen annehmen. Der Handel spielt nun ebenfalls eine immer wichtigere Rolle und sorgt für den beschleunigten Austausch von Gütern und Technologien. Der zunehmende Wohlstand im Verlauf der sog. Neolithischen Revolution, ein Begriff, den Gordon Childe 1936 prägte, schuf andererseits durch eine immer stärkere Verzerrung des sozialen Gefüges und der Eigentumsverhältnisse Konflikte und zwang zur verstärkten Verfeinerung der Waffentechnologie, die ihren Höhepunkt dann in der Bronze- und Eisenzeit erreichte und die erhebliche Auswirkungen auf die bisher verfügbaren Schäftungstechniken hatte.[149]

Spitzen und Klingen führen ebenfalls die jungsteinzeitliche und mesolithische Traditionen fort, teils wirken vor allem Messer vergröbert. Eine Besonderheit des späten Neolithikums in diesem Sinne sind nun die Dolche, retuschierte Spitzklingen, die geschäftet wurden. Sie werden als Spandolche bezeichnet. Daneben existieren auch beidflächig retuschierte Dolche. Entsprechend der Schäftung gibt es zwei Typen:[150]

  1. Mit einer einfachen Umwickelung durch zwei Weideruten, die mit Teer an der Feuersteinklinge verklebt und deren Enden durch Einstecken in die Wickelung fixiert sind.
  2. Mit einem mit Teer angeklebten Buchenknauf, der von einem Tannenzweig umwickelt und schließlich mit einem Band zusammengehalten wurde.

Feuersteindolche kommen zeitweise so häufig vor, dass man nach ihnen die sog. Dolchzeit benannte, die letzte jungsteinzeitliche Kulturstufe im nördlichen Mitteleuropa. Die dortigen Dolche ersetzten damals die Steinaxt als Waffe, hatten zunächst keinen Griff, später einen verdickten Holzgriff. Die sog. Fischschwanzdolche gelten dabei als die am höchsten entwickelte Form. Dolche wurden teilweise mit einer teils stoffgefütterten Lederscheide getragen und oft als Grabbeigaben gefunden.[151]. Möglicherweise ahmen diese spätneolithischen Steindolche, die auch Statussymbole waren, aber auch Metalldolche etwa der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur nach. Insbesondere im nordischen Endneolithikum sieht man solche Dolche denn auch mit Vollgriff, wie sie für die späteren Bronzedolche typisch waren. Manche Steinwerkzeuge, vor allem Pfeil- und Speerspitzen etwa in Spanien, sind so fein gearbeitet, dass sie eindeutig Prototypen aus Kupfer imitieren.[152]

Jungneolithischer Hammeraxtkopf aus Stein, gefunden in Ulsnis, Kreis Schleswig-Flensburg

Äxte und Beile: Hier werden im Mesolithikum vermehrt Geweih und Knochen eingesetzt. Und tatsächlich orientieren sich manche Äxte und Beile sogar an der Ausformung von Geweihsprossen. Es entwickeln sich nun je nach der Art der Verwendung verschiedene Typen, die sich in Klinge und Schäftung unterscheiden. Auch die Kombination Geweihaxt/-beil bzw. -dechsel kommt vor, wenn das der Schneide gegenüber liegende Ende eine Tülle zur Aufnahme der Beilklinge erhält. (Sie ist in dieser Form bis heute als Feuerwehraxt erhalten.) Äxte haben insgesamt einen wesentlich längeren Schaft als Beile und werden meist beidhändig geführt. Entscheidend für die Unterscheidung verschiedener Typen ist die Bohrung, und zwar im Verhältnis zum Schwerpunkt der Klinge.[153]

  • Keulenäxte und Streitäxte mit der Bohrung im Schwerpunkt,
  • Hammeräxte mit der Bohrung zwischen Schneide und Schwerpunkt,
  • Arbeitsäxte mit der Bohrung zwischen Schwerpunkt und Nacken,
  • Keiläxte mit extrem weit hinten beim Nacken sitzender Bohrung.

Große Steinäxte und Fällbeile wurden für schwere Rodungssarbeiten eingesetzt, Keiläxte dienten zum Spalten von Baumstämmen und Hammeräxte entweder mit dem Nacken als Hammer oder als Spaltaxt. Runde oder eckige Keulenäxte konnten eine Schneide besitzen.

Als Waffen und als Statussymbol treten Äxte in unterschiedlichen Formen auf, dies aber erst ab der endneolithischen Schnurkeramik, vor allem aber in der Bronzezeit und später (s. Streitaxt).

Die Kultfunktion der Axt belegt eine bei Cham-Eslen in der Schweiz im Zuger See im Jahre 1999 gefundene 6000 Jahre alte Axt der Chassey-Lagozza-Cortaillod Kultur. Ihr 17,2 cm langer Doppelaxtkörper war mittels Keilen aus Geweih am 1,2 m langen Eschenholzschaft befestigt. Dieser war spiralförmig mit rhombenverzierter Birkenrinde umwickelt.[154] Der Schaft der Axt aus Grab 43 des äneolithischen Gräberfeldes von Warna in Bulgarien war mit einem Goldstreifen umwickelt.

Neolithische Flintsäge oder Sichel.

Erntemesser und Sicheln: Sie sind eines der typischsten Werkzeuge des Meso-, vor allem aber des Neolithikums, und es gibt sie im Vorderen Orient seit dem Natufien. Man findet mindestens acht Schäftungstypen, die sich bis zur frühen Bronzezeit von sehr einfachen Formen mit Holzschäften am Ende oder gebogenen Schäften entlang der Klinge, teils mit Mikrolitheneinsatz reichen. Sie bestanden aus mehreren geschäfteten Klingen, die durch Endretusche auf die benötigte Länge gebracht wurden, oder aus zahlreichen Mikrolithen, mitunter flächig retuschierten. Einige dieser Geräte können auch als Sägen interpretiert werden, vor allem dann, wenn sie einen besonders reichen Mikrolithenbesatzt haben. Andere sind sorgfältig in einem Stück gearbeitete Flintgeräte.[155]

Die Schäftungstechnologie in der Metallzeit

Grab 43 des kupferzeitlichen Gräberfeldes von Varna am Schwarzen Meer, Bulgarien, ca. 4600/4000 v. Chr. Neben 990 Goldobjekten fanden sich dort Waffen aus Kupfer und Feuerstein.[156]

Grundlagen und Unterschiede

Der entscheidende Unterschied zwischen der steinzeitlichen und der metallzeitlichen Schäftungstechnik liegt vor allem darin, dass es sich bei der Letzteren nicht mehr um rein handgefertigte, je nach handwerklicher Begabung individuell variable Geräte handelt, sondern, bedingt durch die angewandte metallurgische Technologie, um zunehmend standardisierte, wie sie in Gussformen notwendigerweise entstehen. Auch die Schäfte, sofern sie nicht ohnehin aus Metall waren und mitunter sogar mit der Klinge als Ganzes gegossen wurden (etwa später bei den Schwertern und Dolchen) oder mit einem langen metallenen Fortsatz, der wie bei Sicheln in einen hölzernen Handgriff nur noch eingefügt wurde, mussten dem fertigungstechnisch angepasst werden. Lediglich die Kupferzeit mit ihrer meist noch handwerklich und teilweise kalt betriebenen Metalltechnik, deren Erzeugnisse zudem wegen der Weichheit von Kupfer nur bedingt gebrauchsfähig waren (allerdings hatte Ötzi ein Kupferbeil bei sich, ein Randleistenbeil, das sogar geschäftet erhalten ist) und die daher wohl vor allem rituell oder als Statussymbole eingesetzt wurden, stellt hier eine allerdings relativ kurze Übergangsphase dar und wird allgemein als „Kupfersteinzeit“ noch zum ausgehenden Neolithikum gerechnet. Vor der Entwicklung der Bronze waren Metallgegenstände somit nur begrenzt waffenfähig einsetzbar, da Kupfer in kaltem Zustand verbiegt und schnell abstumpft. Erst das Gießen ermöglichte außerdem die Serienfertigung gleichartiger Objekte. Insgesamt ist mit einer jeweils relativ langen Übergangszeit zwischen Stein, Kupfer und Bronze sowie zwischen Bronze und Eisen zu rechnen, so dass sich in Gräber durchaus kupferne, bronzene und später sogar eiserne Objekte nebeneinander finden (neben goldenen wie in den Fürstengräbern).

Kupfer- und Bronzezeit

Kupfer- und Bronzezeit beginnen in Europa regional teils sehr unterschiedlich. Dasselbe gilt auch für den Übergang zur Eisenzeit, der zudem ebenfalls mehrere Jahrhunderte benötigte, in deren Verlauf beide Technologien noch weitgehend nebeneinander existierten, so dass vor allem die Frühe Eisenzeit mit ihren meist noch stark vor- und/oder frühgeschichtlichen Merkmalen hier mit besprochen werden muss. Aber auch für China gilt etwa, dass die Grenzen zwischen Neolithikum und Bronzezeit nicht eindeutig zu ziehen sind und starken regionalen Schwankungen und Überschneidungen unterliegen. Gleichzeitig entwickelten sich die Bronzegusstechniken dort schneller und erreichten einen weit höheren Grad der Perfektion als anderswo, vermutlich aufgrund der langen Erfahrung in der Keramikherstellung. Dies gilt später auch für die Eisengustechniken, und Stahl wurde hier ebenfalls früher entwickelt (ab dem 2. Jh. n. Chr.).[157]

Grundlagen

Es fällt auf, dass nun die Waffentechnologie immer größere Bedeutung gewinnt und dabei eine Entwicklung fortsetzt und verstärkt, die schon im Neolithikum eingesetzt und bereits dort zum Beginn der Entwicklung expliziter Waffenformen geführt hatte.[158] Als Ursache ist neben dem zunehmenden Bevölkerungsdruck wohl die unterschiedliche Ansammlung von Gütern in den einzelnen Siedlungen anzusehen bis hin zur Entstehung von Reichtum und sozialen Verzerrungen im Verlauf einer sozialen Differenzierung und Hierarchisierung der Gesellschaft, die den Schutz des Eigentums nach innen und außen nun wesentlich machten und sich etwa auch im zunehmenden Bau geschützter Palisadensiedlungen, ja sogar von Burgen äußert.[159] Auch der zunehmende Tauschhandel, teils sogar als Fernhandel wie aufgefundene Artefakte etwa aus dem Mittelmeerraum bezeugen, dürfte zu dieser Entwicklung beigetragen haben.[160]

Bronze war ein relativ wertvolles Material, wie einschlägige Depotfunde ausweisen, das denn auch vor allem für Waffen und Statussymbole eingesetzt wurde. Auch der Kupferdolch von Schorrenried gehört vermutlich in diese Kategorie.[161] Alltagswerkzeuge wurde noch lange in der steinzeitlichen Tradition gefertigt, bevorzugt auch als Horn- und Knochengeräte, wie einschlägige Funde zeigen.[162]

Entscheidend für die Qualität der Waffen und Werkzeuge, vor allem auch der Schäftungen, war die Qualität der Bronzelegierung, die durch verstärkte Zinn-Zumischung härter wurde. So war es möglich, mit dem Gießen in zwei Gussformen vor allem in der Waffenherstellung große Fortschritte zu erzielen: Dolche verlängerten sich nach und nach zu Rapieren und Schwertern mit festen Griffen; die Äxte wurden dadurch verbessert, dass man ihnen bessere Schäfte gab. Da die sehr langen, schmalen und spitzen Rapiere aber nicht stabil genug mit dem Griff verbunden werden konnten, wurden sie jedoch bereits in der mykenischen Kultur wieder aufgegeben zugunsten breiterer und kürzerer Schwerter mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kampftechnik.[163] Kunstvoll gravierte bronzene Schaftlochstreitäxte aus dem frühen 2. Jahrtausend wie die in Nordostungarn gefundenen zwölf Exemplare und Stabdolche traten auf. Sie waren wie die extrem bleihaltigen Beile der Bretagne ebenfalls Statusobejekte und wurden auch im Tauschhandel eingesetzt.[164] Diese Veränderungen finden sich zuerst gegen Mitte des 2. Jahrtausends in den frühagrarischen Tell-Dörfern des Balkans, vor allem im Karpatenbecken Ungarns, wo bereits ab Beginn des 4. Jahrtausends Kupferäxte nachweisbar sind, die Stiellöcher haben und noch in Stein gearbeitete Formen imitieren.

Folgende Haupt-Waffentypen aus Bronze finden sich in der Britannica.[165]

Beile und Äxte
Einfache Schäftungsmethoden bei Bronzebeilen (Konvexbeile). Oben links: Schlingenschäftung. Die Fixierung der Klinge erfolgt bei den anderen beiden an jeweils drei Punkten; teils wie hier über eine Öse.
Mittelständiges Lappenbeil (oben) und Tüllenbeil (unten, mit Knieholm) aus der archäologischen Sammlung des Stadtmuseums Wels

Beile: Sie wurden sowohl als Prunkobjekte, etwa in der Hügelgräberkultur des mittleren und nördlichen Europa, wie als Waffen verwendet.[166] In der Ägäis und später auch in Mitteleuropa bildete sich die Sonderform des Lappenbeile heraus, bei dem durch Tricks bei Guss und Schäftung ein Verrutschen der Klinge im Schaft verhindert wurde.[167] Während die ersten Metallbeile sich in ihrer Form von steinernen Flachbeilen ableiten und lediglich in Kupfer oder Bronze gegossen wurden, kam es im Verlauf der Bronzezeit bald zu einer Reihe eigener Entwicklungen und technologischer Verbesserungen, und man entwickelte Randleisten, Lappen oder eingegossene Tüllen.[168] Derartige Tüllenbeile wurden nicht nur im europäischen Kulturraum gefunden, sondern zum Beispiel auch in der Frühphase der nordvietnamesischen Ban-Chiang-Kultur aus der dortigen Bronzezeit.[169] So sollten erhabene Randleisten an den Seiten des Schäftungsteiles ein Verrutschen des Beiles verhindern. Noch zweckmäßiger sind die bronzenen Absatzbeile. Dabei wird in der Klingenbahn ein Absatz eingegossen, auf den sich das hölzerne Schaftende stützen kann. Bei den sich daraus entwickelnden Lappenbeilen nehmen konisch gestaltete, nach innen gebogene „Lappen“ die bei der Arbeit entstehenden Kräfte auf. Schließlich wird als Schäftungshilfe noch eine Öse mitgegossen, an der die Bindung befestigt werden kann. Dann führte man den Schaft in einen Tülle ein, ohne den Schaft vorher noch aufspalten zu müssen. Für die Schäftung wurde ein geeigneter winkelig abgebogener Holzschaft an seinem kurzen Ende aufgespalten und in die Schaftlappen eingepasst. Eine Umwicklung mit Bronzedraht oder anderen Materialien, z. B. Streifen aus Leder, fixierte den Beilkörper noch zusätzlich. Abbildungen siehe: [170] und [3].

Streitaxt mit Hammerkopf, frühe Bronzezeit (1800–1500 v. Chr.), Aunjetitzer Kultur. Wegen des mykenischen Einflusses wird sie mitunter auch Axt vom Nestor-Typ genannt.

Axt: Sie war nach wie vor auch ein ziviles Werkzeug, erhielt jedoch bereits neolithisch eine neue Funktion als Streitaxt sowie als Statussymbol, das entnimmt man der Tatsache, dass Äxte fast gesamteuropäisch meist in Männergräbern und Horten gefunden wurden,[171], eine Funktion, die sie bis ins späte Mittelalter behielt. Erstmals nachweisen lässt sich dies für die nordeuropäische Einzelgrabkultur, die mitteleuropäische Schnurkeramik-Kultur, die daher mitunter auch Streitaxt-Kultur heißt, sowie östlich davon.

Bis zur Bronzezeit war sie eine als Waffe gebrauchte Steinaxt mit Schaftloch und einem Hammerkopf gegenüber der Schneide. Im späten Neolithikum imitiert sie gelegentlich den Bronzeguss, den es damals schon gab, und je nach Schäftungs- und Klingenform sowie der Gestaltung des Nackens gab es verschieden Typen: [172]

In Depotfunden sowie in Bestattungen, etwa in Steinkistengräbern Spaniens oder jungbronzezeitlich in England, sind einfache Flachbeile zahlreich nachgewiesen. Dasselbe gilt für als Schaftlochäxte auftretenden schmale Doppeläxte der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur, die ihre Bronzeobjekte, Beile und Dolche vor allem, bis in das noch jungsteinzeitliche Skandinavien exportierte und eindeutige Kontakte zu anderen europäischen Bronzezeitkulturen wie der kretisch-minoischen mit ihren Votiv-Doppeläxten hatte, deren Artefakte sie beeinflusste und sie mit Kupfer und Zinn belieferte.[174]

Die ältesten Axtklingen der Neuen Welt finden sich in der Dalton-Kultur (8500–8000 v. Chr.), sie waren quergeschäftet und unpoliert.[175]

Weiterentwicklungen bei Äxten und Beilen: Die Stabilität der verwendeten Bronze und die Ausführung des Gusses waren zunächst limitierende Faktoren. Die Axt- bzw. Beilklinge war daher relativ breit und am Griff an drei Punkten durch eine Bindung oder durch Nieten befestigt.

Das Schäftungsproblem wurde akut, als Verbesserungen der Defensivbewaffnung längere und schmaler Klingen nötig machten, mit denen man weniger hieb, sondern eher zustach. Dies führte zur Entwicklung einer Tüllenaxt, bei der der Griff durch ein röhrenförmiges Tüllenloch geführt wurde, das man auf den Axtkopf goss. Sowohl Tülle wie Schaftloch verjüngten sich von außen nach innen, damit die Klinge sich beim Hieb nicht lösen und davonfliegen konnte. Diese weit effizientere Schäftungstechnik war offenbar begleitet von einer erheblichen Verbesserung der ursprünglich ja immer noch relativ weichen Bronzelegierung. Die Ausbreitung dieser Verbesserung variierte jedoch zeitlich und räumlich stark. Sumerische Schmiede etwa beherrschten sie bereits um 2500 v. Chr., während es in Ägypten noch tausend Jahre später nur einfache Zapfenlochäxte gab.[176] Allerdings hat es offenbar Prototypen von metallenen Tüllenäxten in Mesopotamien bereits in der Obed-Zeit vor 5000 v. Chr. gegeben, wie aufgefundene Tonmodelle aus Uqair bestätigen, und gegen Ende der Periode ist die Metallbearbeitung sicher belegt.[177] Schaftlochäxte, wie sie in Ungarn aus der frühen Bronzezeit gefunden wurden, dürften vor allem als Waffen benutzt worden sein. Man goss die zweiteilige Form mit einem Tonkern für das Schaftloch, eine Technik, die aus dem Kaukasus nach Europa gelangte.[178] Eine weitere Varianten stellen die sog. Nackenscheibenäxte dar.[179]

Die bronzene Doppelaxt oder Labrys war insbesondere in der kretisch-minoischen Kultur ein reiner Kultgegenstand. Derartige Doppeläxte, auch als Gebrauchsgegenstand, gibt es unter anderem aber auch bei den Kelten und in Skandinavien. Die Deutung ihrer kultischen Symbolik ist umstritten. Siehe auch Abbildungen in: [4].

Speer und Lanze
Speerspitze mit Tüllenschäftung und dem nun sehr häufigen, der Versteifung der relativ biegsamen Bronzspitze dienenden Mittelgrat, Millstätter Alpe, Urnenfelderkultur (1400 bis ca. 750 v. Chr.) und Hallstattkultur (750 bis ca. 250 v. Chr.). Landesmuseum Kärnten, Klagenfurt.

Bronzespeerspitzen kamen mit der Entwicklung der immer härterer Legierungen vermehrt in Gebrauch, desgleichen Objekte der parallel verlaufenden frühen Eisenzeit. Diesbezüglich zu den ältesten europäischen Stücken gehören die eisernen Speere, die 1853 in etruskischen Gräbern bei Bologna entdeckt wurden. Sie stammen aus dem 9. bis 10. Jahrhundert vor Christus. Um das Verbiegen beim Auftreffen zu verhindern, erhielten sie nach und nach eine verstärkende Mittelrippe, die bei den frühen Spitzen der Kupfer-Bronze-Periode etwa in Harappa noch fehlt. In Nordthailand fand sich im Dorf Ban Chiang um 2000 v. Chr. neben bronzenen Tüllenbeilen sogar bereits eine bimetallische Speerspitze, bei der die Spitze aus Eisen, die Schaftzunge hingegen aus Bronze war, so dass die Eisenverarbeitung hier offenbar früher einsetzte als in China, denn man fand auch entsprechende Schmelztiegel. Ähnliches gilt für Fundorte wie Dong Son in Nordvietnam.[180] Die Schäftungstechnik der Ban-Chiang-Kultur und der älteren Ban-Kao-Kultur folgt dabei zunächst weitgehend den tradierten Methoden der Speere mit Feuersteinspitzen. Bei Lanzen waren die Schäfte länger und die Spitzen größer. Die Schäfte bestanden wohl oft aus Bambus, die Spitzen zunächst aus Knochen. Sie zeigen oft eine Schäftungszunge, dazu seitlich kleine Vorsprünge, die verhinderten, dass die Spitze beim Aufprall in den Schaft getrieben wurde.[181]

Grundsätzlich gab es zwei Methoden der Schäftung: entweder hatte die Spitze am Ende eine Tülle, in die der Schaft eingeführt wurde oder einen unterschiedlich geformten spitzen Dornfortsatz, der im Schaft verklemmt war und oft wie schon die Tülle mit Nieten gehalten wurde. Diese Schäftungsmethoden, die so ähnlich auch bei Messern und Dolchen angewendet wurden, behielt man auch während der Eisenzeit, ja noch weit später bis ins Mittelalter bei, bis Speere und Lanzen im 16. Jahrhundert nach der Einführung der Arkebuse als Feuerwaffe allmählich aus der Mode kamen.

Bronzene, meist relativ kurze gegossene Tüllenspitzen von Lanzen finden sich in Mitteleuropa und im Griechenland der mykenischen Periode, aber auch wohl als Handelsgut etwa in der Terramare-Kultur der Po-Ebene und in Skandinavien. Allerdings wurden Lanzenspitzen während der frühen Bronzezeit vor allem im östlichen Mittelmeerraum benutzt, da ihre Schäftung schwierig war. Sie finden sich wegen ihrer relativen Kostbarkeit häufig in Gräbern und Horten.[182]

In der Jungbronzezeit verbesserten sich die notwendigen Gusstechniken erheblich, wie aufgefundene Formen ausweisen, und Schmiedetechniken begannen sich zu entwickeln. Zudem begann sich das Material Eisen nun auszubreiten, nicht zuletzt wohl wegen der in dieser Phase sehr kriegerischen Situation insbesondere während der Urnenfelderkultur.[183]

Messer, Dolche und Schwerter
Dreieckiger Bronzedolch, Griff mit Nieten befestigt (2200–1600 v. Chr.)
Apa-Schwerter.

Während der Dolch sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen lässt und sich dort aus dem Feuersteinmesser entwickelt hat, einem relativ unspezifischen Gerät zum Schneiden, das es ohne Schäftung schon seit dem Altpaläolithikum gibt und das in der Klingentechnologie des Jungpaläolithikums vervollkommnet wurde, ist das Schwert eine Erfindung der Bronzezeit und verlangte bereits fortgeschrittenere Gusstechniken. Ab ca. 1500 v. Chr. hatte sich die Axt nach und nach zu dem gebogene Sichelschwert entwickelt.[184] Belegt sind vor allem Messer, Dolche und Schwerter sowie Lanzenspitzen durch Grab- und Hortfunde. Ihre Herstellung und Schäftung kann auch durch die zahlreich aufgefundene Gussformen[185] nachvollzogen werden.

Dolche:[186] Im Unterschied zum gewöhnlichen Messer mit geschäfteter Klinge, wie man sie etwa mit genieteten Metall- und Holzgriffen, teils in Ringform, im Mittelmeerraum insbesondere des mykenischen Zeitalters findet,[187] ist der Dolch eine meist zweischneidige Stoßwaffe mit Griff. Der erste noch aus Kupfer (später auch aus Bronze) gefertigte Metalldolch ist in Mitteleuropa für die endneolithische Glockenbecherkultur belegt,[188] eine einfache dreieckige Klinge mit kurzem Zungenfortsatz zum Aufstecken eines Griffes, eine Schäftungstechnik, die jedoch bald aufgegeben wurde. Kennzeichnend für die bronzezeitlichen Dolche ist ihre Zweiteiligkeit: Klinge und Griff wurden getrennt hergestellt und dann durch eine Nietenverbindung, später auch gusstechnisch, zusammengefügt. Die Griffe sind in der Megalithkultur meist noch aus vergänglichem Material, später sind sie aus Metall; und derartige Objekte werden dann als Vollgriffdolch bezeichnet, bei denen der Griffguss sehr hohe Anforderungen stellt (Wachsausschmelzverfahren bei Hohlgriff mit Tonkern[189]). Dabei gab es Massiv-, Hohl-, Tüllen- und Zweischalengriffe. Vereinzelt wurde der Griff auf die Klinge aufgegossen und nicht mit ihr vernietet. Ob die Dreiecksdolche allerdings als wirksame Waffe oder nur als Messer verwendet wurden, ist unklar. Vor allem in der Aunjetitzer Kultur, in der der Dolch die wichtigste Waffe war, erhielt er dann einen soliden Metallgriff, der durch Überfangguss mit der Klinge verbunden wurde. Eine solche Klinge konnte auch als Stabdolch benutzt werden, indem man sie mit Nieten im rechten Winkel an einem langen Schaft befestigte, so dass das Ganze zur Hellebarde wurde.[190] Siehe auch Abbildungen in [5].

Schwerter:[191] Gegen Ende der Bronzezeit ersetzt das in der mittleren Bronzezeit im östlichen Alpengebiet entwickelte Schwert nach und nach den Dolch als Waffe, und dieser kommt erst wieder in der Eisenzeit in Gebrauch. Auch bei den Schwertern unterscheidet man nun solche mit vergänglichem Griff, etwa aus Holz, Horn oder Knochen; sie waren als Griffzungenschwerter über ganz Europa verbreitet und geschäftet, evtl. angenietet.[192] Vollgriffschwerter hingegen hatten Metallgriffe. Ihr Guss erfolgte mit dem Wachsausschmelzverfahren, wobei man nur noch Tüllengriffe herstellte. Es findet sich entsprechend eine große, teils kulturell zuzuordnende auch gusstechnische Formenvielfalt wie etwa die slowakischen Schwerter vom Apa-Typ.[193] Überwiegend wurden die Griffe durch zwei Pflocknieten mit der Klinge verbunden. In einigen Fällen wurden Schwerter (Typ Auvernier) im Überfangguss hergestellt und direkt an die Klinge angefügt. Gegen Ende der Bronzezeit tauchen in Mitteleuropa dann Schwerter mit Bronzegriff und Eisenklinge auf. Es scheint dabei hauptsächlich nicht nur auf die Zweckmäßigkeit angekommen zu sein, sondern auch auf das Aussehen, zumal durchaus an Metallgriffe aus praktischen Gründen Griffplatten aus organischem Material angenietet wurden wie etwa beim sog. Rosnoën-Schwert.

Pfeil und Bogen

Als in großen Mengen verbrauchte Munition und vor dem Hintergrund der kriegerischen Jungbronzezeit und frühen Eisenzeit mit ihrer Vorrangstellung des Kriegers, wie sie etwa in den Felsbildern des ostalpinen Val Camonica aber auch in Skandinavien zum Ausdruck kommt, mussten Pfeilspitzen schon aus Kostengründen relativ billig herstellbar sein.[194] Entsprechend blieben sie technologisch hinter den übrigen Waffen und Geräten zurück, und Pfeilspitzen aus Feuerstein- oder Obsidianabschlägen waren bis weit in die Bronzezeit hinein Standard, ebenso wie die dabei verwendeten, lange bewährten steinzeitlichen Schäftungen. Bronzene Pfeilspitzen wiederum überdauerten bis weit in die Eisenzeit hinein. Bei ihnen lohnte es sich dann auch, sie am Ende wieder zu bergen. Bronzepfeilspitzen gab es mit Tüllen- und Zungenschäftung.[195] Bei den Glockenbecherleute finden sich nun vermehrt Bogenausrüstungen mit Flintpfeilspitzen, die mit einem Widerhaken versehen waren. Die Schäftungsmethoden bleiben nach wie vor konventionell und setzen die Traditionen der Schnurkeramik fort.[196]

Eisenzeit

Antennengriff-Dolch aus Bronze und Eisen mit Scheide. Vergoldete Grabbeigabe aus dem Keltisches Fürstengrab von Hochdorf. Um 530 v. Chr.
Kulturhistorische Situation

Während des 1. vorchristlichen Jahrtausends erlebte Europa den schnellsten und dramatischsten Kulturwandel, den es vor dem 18. Jahrhundert n. Chr. durchmachte. Die Kulturen Europas, die sich in jener Periode herausbildeten oder fortbestanden, waren gekennzeichnet durch ein Nebeneinander von Bauern- und Hirtengruppen, die Eisengeräte benutzten und von städtischen Gemeinschaften mit protostaatlichen Strukturen, durch den Einfallsreichtum der Handwerker und Händler, durch soziale Anpassungsfähigkeit und Herausbildung von kriegerischen Eliten.[197]

Unter diesen Voraussetzungen lässt sich im Verlauf der geographisch wie zeitlich sehr heterogenen, durch vielfältige interkulturelle Interferenzen gekennzeichneten frühen und mittleren Eisenzeit beobachten, wie eine Technologie, hier die Schäftung, einerseits bronzezeitliche Techniken übernimmt und adaptiert, andererseits sich dabei zu dem Standard entwickelt, wie er teils heute noch existiert. Diese Entwicklung ist allerdings ohne die Kenntnis der sozialen und ökonomische, vor allem aber politischen Mechanismen der Eisenzeit kaum zu verstehen, wobei die Mykenische Kultur in gewissem Sinne einen Vorlauf darstellt, der die späteren Muster antizipiert.[198]

Begriff und Anfänge in Europa
Vorrömische Eisenzeit[199]
Latènezeit
D 150 v. Chr.–30/0
C 320–150 v. Chr.
B 400–320 v. Chr.
A 480–400 v. Chr.
Hallstattzeit
Ha D1–D3 650–475 v. Chr.
Ha C 800–650 v. Chr.

Die Benutzung des Eisens in Europa gilt vielfach als archäologische Zäsur, eine etwas unglückliche Situation, denn trotz rascher Ausbreitung der Technologie dauerte es noch lange, bis Eisen alltägliches Gut wurde. Nirgendwo ersetzte Eisen die Bronze, vielmehr wurde es zusätzlich zur Bronze alternativ als bevorzugtes Waffenmaterial eingesetzt; und als es dann mehr Eisen gab, stellte man damit zunehmenden auch Werkzeuge und Gebrauchsartikeln her wie Nägel, die nun als Metallnägel ab der frührömischen Periode erstmals sicher nachweisbar sind (Holznägel sind sehr viel älter), dazu Beschläge, Sicheln, Räder, Pferdegeschirre, Pflüge und ähnliche hoch belastete Gegenstände. Der Bronze wies man nun eher die Rolle als dekoratives Material zu, wenn Silber und Gold zu teuer gewesen wären. Die eisernen Langschwerter, Speere und Streitäxte wurden aber erst zwischen dem 8. und 6. vorchristlichen Jahrhundert in Alteuropa übernommen, und diese bilden bis zur Zeitenwende die sog. vorrömische Eisenzeit unter der etwas unglücklichen Bezeichnung Hallstattzeit, ein Name, der sowohl eine Periode wie eine Kultur bezeichnet, die im 19. Jh. erforscht und nach dem Hauptfundort benannt wurde.[200] Ähnliches gilt für die vorrömische Eisenzeit nach der Zeitenwende, die nach einem Schweizer Fundort als Latènezeit benannt wurde. Dazu kommt die Unschärfe der historischen Periodik, denn die Eisenzeit ist wie teilweise schon die späte Bronzezeit in einigen Bereichen zur Frühgeschichte zu rechnen, in der es bereits sporadische schriftliche Zeugnisse gibt, wenigstens indirekte durch griechische Historiker wie Herodot. Manche alten Kulturen, die wie das vor- und frühdynastische Ägypten und das Alte Reich gehören sogar teilweise noch der späten Jungsteinzeit an, wie hinterlassene Steinwerkzeuge der Pyramidenbauer, aber auch die Steinkeule des Königs Narmer bezeugen, besitzen jedoch bereits teils reiche schriftliche Überlieferungen, gelten also als historisch.

Der zentrale Punkt beim mehrere Jahrhunderte währenden Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit, die in Griechenland um etwa 1000 v. Chr. begann, in Mittel- und Osteuropa jedoch drei Jahrhunderte später, ist, dass Bronze eine vorwiegend auf Guss und Legierung beruhende Technik erfordert, Eisen jedoch eine Schmiedetechnik.[201] Allerdings waren etwa Pfeilspitzen nach wie vor aus Bronze, wenn nun auch technologisch raffinierte, wie die dreiflügeligen Pfeilspitzen der kaukasischen Reitervölker des 7. vorchristlichen Jahrhunderts zeigen, die durchaus Rüstungen durchschlagen konnten.[202]

Die jetzt sich entwickelnden Schäftungsarten gehorchen dieser Tatsache und entsprechen nun immer mehr den modernen Schäftungstechniken. Es ergibt sich dabei, wie in anderen Perioden der Vorgeschichte schon zu beobachten, eine sehr differenziertes regionales und zeitlich-historisches Bild: So zählt der Anfang der Eisenverhüttung und -bearbeitung z. B. in Mittel- und Nordeuropa zur Vorgeschichte, in manchen Bereichen zur Frühgeschichte (Mittelmeerraum, Vorderer Orient, China, Indien). Für Mitteleuropa wird der Begriff Eisenzeit, der in anderen Regionen bereits historische Epochen kennzeichnet, wiederum nur auf vorgeschichtliche Perioden angewandt, und in Nordeuropa wird der vorrömischen Eisenzeit sogar noch eine eigene Metallzeit vorangestellt.[203]

Ausbreitung und Perfektionierung
Keltische Expansion. Gelb: Kern des Hallstatt-Bereichs um 500 v. Chr.; hellgrün: maximale keltische Expansion um 270 v. Chr.; blassgrün: Portugiesischer Keltenbereich in Spanien (unsicher); mittelgrün: Grenzen der sechs sog. Keltischen Nationen mit keltischen Sprachen im Mittelalter (Bretagne, Wales, Cornwall, Isle of Man, Irland, Schottland); dunkelgrün: heutige Gebiete mit keltischer Sprache.
Späte vorrömische Eisenzeit. Dunkelgrün: Nordische Gruppe, dunkelrot: Jastorfkultur, beige: Harpstedt-Nienburger Gruppe mit den sich bildenden Germanen, hellgrün: Hausurnenkultur, orange: Keltische Gruppen, gelbgrün: Przeworsker Kultur, fleischfarben: Ostbaltische Waldzonen-Kulturen, lila: Westbaltische Hügelgräberkultur, türkis: Zarubincy-Kultur, schwarz: Estländische Gruppe, hellrot: Gubener Gruppe der Jastorfkultur, braun: Oxhöft-Kultur, beige: Getische und thrakische Gruppen, gelb: Pieneşti-Lukaševka Kultur (von Przeworsker und Jastorf-Kultur beeinflusst).

Im Verlauf der Ausbreitung der Eisentechnologie in Europa ist nun eine fortschreitende Perfektionierung der Technik bis hin zu seriellen Herstellungsmethoden kennzeichnend. Die Kenntnis der Eisenverarbeitung selbst wie auch ihre Produkte breiteten sich nun über immer dichtere Handelswege über ganz Europa aus, und zwar über hauptsächlich vier Mechanismen:

  1. Durch die assimilatorischen Einflüsse alter Reiche und Kulturen an deren Rändern, die Diffusioneffekte bei der Ausbreitung von neuen Technologien in benachbarte Kulturen hinein auslösten, wie dies etwa am Beispiel des skythischen Einflusses bei der Übernahme der Eisentechnologie durch die Thraker zu beobachten ist.[204]
  2. Hier führten insbesondere die expansiven, primär ökonomisch verursachte Konflikte zwischen den mittelmeerischen Völkern der Etrusker, Phönizier und Griechen dazu, dass die Völker Mitteleuropas, besonders die Kelten, unter den Einfluss der Eisentechnologie gerieten,[205] die ausgehend vom Reich der Hethiter, vor allem im östlichen und zentralen Mittelmeerbereich bereits etabliert war. Diese auf Handelswegen importierte Technik, die am frühesten in Fürstengräbern der Hallstatt-Zeit belegt ist (ab ca. 700 v. Chr.),[206] wurde nun zunehmend kopiert. Dabei änderten diese in der Bronzezeit etablierten Wege nun ihren Verlauf und konzentrierten sich während der späten Hallstattzeit zunächst auf den Import von Luxusgütern in den Süden und Westen Mitteleuropas, schufen so aber auch die Grundlage für die Entstehung des historischen Europa, indes der Norden mehr oder weniger sich sebst überlassen blieb.[207]
  3. Im Verlauf der Expansion der Kelten wurde die Eisenbearbeitung nun über weite Teile des westliche, mittleren und östlichen Europa eingeführt, und die zu Beginn der Eisenzeit von Norden nach Süden drängenden Germanen der Jastorf-Kultur übernahmen die Technik ebenfalls im 5. Jahrhundert von diesen,[208] als sie wegen einer massiven Klimaverschlechterung – das Subatlantikum löste die subboreale Klimaperiode ab, es wurde kühler und trockener –, die zwischen 800 und 400 v. Chr. ihren Höhepunkt erreichte, zu einer Südwanderung gezwungen waren, ebenso wie die Steppenvölker in Bewegung gerieten.[209]
  4. Durch die Wanderbewegungen der Reitervölker der südrussischen Steppen, die die Technologie von den Griechen übernahmen. Die Eisenprodukte der verschiedenen Völker unterscheiden sich vor diesem kulturhistorischen Hintergrund denn auch vor allem in den gestalterischen Formen, aber, abgesehen von unterschiedlichen lokalen Entwicklungsstufen, kaum noch in ihren ohnehin weitgehend aus der Bronzezeit übernommenen technologischen Konzepten, die sich an den Notwendigkeiten des praktischen Gebrauchs orientieren, so dass etwa Schaftzungen speziell bei Langwaffen stabiler waren und oft noch durch Nieten stabilisiert wurden, eine Tüllenschäftung aber besonders für Spitzen und Dolche eingesetzt wurde, während wiederum Schaftdornen bei kleinen Spitzen sinnvoll waren. Die eisernen Langschwerter, Speere und Streitäxte sowie die zeitgleichen Bronzeobjekte jedenfalls wurden nun zusammen mit den metallurgischen Schäftungstechniken zwischen dem 8. und 6. vorchristlichen Jahrhundert in einem großen Teil Alteuropas von den dortigen sog. „barbarischen Völkern“ übernommen und zunächst, da kostbares Handelsgut, primär als Statussymbole angesehen. Dabei führte die Ausbildung von lokalen Eliten zu immer prächtigeren Fürstengräbern mit entsprechend reichhaltigen Kriegswaffen, die die besondere Rolle des Kriegers in der damaligen Gesellschaft aufzeigen wie später auch bei den Thrakern und Dakern, Skythen (die Kurgankulturen) und Illyrern. Während des 8. und 7. Jahrhunderts erfolgte die Übernahme der Eisenmetallurgie auch in Mitteleuropa, verbunden mit der Kenntnis des Schmelzens örtlich reichlich vorhandener Eisenerzvorkommen (die für Bronze notwendigen Zinnlagerstätten waren hingegen selten gewesen). Dabei spielten engere Kontakte zu den südrussischen Hirtenvölkern eine nicht unbedeutende Rolle, und man nimmt an, dass die zunehmende Nutzung des Pferdes als Reit- und Zugtier, die sich damals ausbreitete, auf solche Einflüsse zurückgehen könnte.[210]

Neue Technologien wie das Damaszieren zu Stahl ergänzten überdies die handwerklichen Möglichkeiten. Zudem wurden nun unterschiedliche Materialien mit zunehmender Kunstfertigkeite eingesetzt, wie das Beispiel des Kirkburn-Schwertes zeigt, an dem verschiedene Legierungen verarbeitet wurden. Die Schäftungstechnik bot unter diesen Voraussetzungen nun keinerlei Probleme mehr und wurde in den schon in der Jungbronzezeit entwickelten, vor allem in der Latènezeit vervollkommneten zahlreichen Gussvarianten voll beherrscht,[211] die zunehmend nur noch dekorativen Zwecken gehorchten und auch repräsentative Funktionen mit oft großer figurativer Kunst berücksichtigten, wobei sich zahlreiche lokale Kunststile ausbildeten. Das führte letztlich dazu, dass der Beruf des Schmieds mythologisch teilweise überhöht und mit einem gewissen Nimbus umgeben war, nicht nur in Europa und seiner Götter- und Heldenwelt ( z. B. Hephaistos, Mime/Siegfried usw.), sondern z. B. auch in Nordafrika, wo die Schmiede der Tuareg, die Enaden bis in neuere Zeit eine eigene, geheimnisumwobene Klasse bildeten. Ähnliches gilt auch für die Schmiede bei vielen Völkern der Subsahara.[212] Bemerkenswert ist überdies, dass in der hebräischen Sprache des Alten Testamentes Kain soviel wie Schmied bedeutet.

Ethnologisch-kulturhistorische Übersicht des außereuropäischen Raums

Vorbemerkungen: ethnologisch/prähistorische Abgrenzung

Frühe Entstehungsgebiete der Landwirtschaft; a. C. = v. Chr. (zur Ausbreitung siehe auch weiter oben die Karte unter Neolithikum)

Das Verhältnis prähistorisch-archäologischer und enthnologischer Befunde und ihrer Bezüge und archäologischen Prämissen bei der Befundung ist relativ heikel (siehe Aspekte der kulturhistorischen Bewertung, Punkt 3).

Die entscheidende Phase in ethnologischer Hinsicht ist der Übergang zu den neolithischen Techniken, ein regional selbst im Kerngebiet des Fruchtbaren Halbmondes teils bis heute oft ungeklärtes Problem, [213] viel mehr aber noch z. B. im Amazonasbecken, in Äthiopien oder Teilen Ozeaniens sowie in Teilen des subsaharischen Afrika, wo überdies noch der Übergang zur Metallzeit of unklar ist, wobei noch anzumerken ist, dass bis heute in Teilen der Wissenschaft die eigenständige Neolithisierung in verschiedenen Kerngebieten bestritten und von der primären Rolle des Fruchtbaren Halbmondes ausgegangen wird, von wo aus dann durch ein historisch zusammengehöriges „auf Kontakten beruhendes Beziehungsgeflecht“ die anderen Zentren erst entstanden seien.[214] Damit aber sind für die Beurteilungen der außereuropäischen Situation vor allem die kulturhistorischen und ökosozialen Rahmenbedingungen entscheidend, in deren spezifischem Kontext sich die Schäftungstechnologie in ihren lokalen Varianten jeweils ausprägte.

Vor- und frühgeschichtliche Periodik der Kulturgeschichte und ethnologische Befunde der Gegenwart in weiterem Sinne lassen sich aber nicht in jedem Falle scharf gegeneinander abgrenzen, vielmehr mündet die erste nicht selten in letztere, wenn nämlich prähistorische Perioden bis in unsere Tage bei einzelnen Völkern weiter bestehen bzw. ineinander übergehen und dabei überdies recht unterschiedliche vorgeschichtliche Stufen belegen, dies dann auch noch ohne eigene entwickelte Schriftkultur, die ja die Vor-Geschichte von der Geschichte trennt, mit dem Übergang der Früh-Geschichte mit noch relativ geringen schriftlichen Zeugnissen bzw. nur mit Berichten von Autoren anderer Kulturen (z. B. Herodot über die Steppenvölker, Caesar über Germanen und Kelten oder Livius über Etrusker) bei Vorherrschen archäologischer Befunde. Denn teils finden sich noch altsteinzeitlich lebende Ethnien, teils jungsteinzeitliche, teils auch bereits metallzeitliche in jeweils unterschiedlichen Stadien und Ausprägungen. Damit aber sind Ethnologie und insbesondere Ethnographie zumindest partiell auch ein Thema im Rahmen der Vor- und Frühgeschichte – und umgekehrt. Beide müssen somit miteinander und gegeneinander dargestellt werden, jeweils in wechselseitiger Erhellung. Ausschlaggebend für die steinzeitlichen Problemlösungen rezenter schriftloser Ethnien waren und sind die vergleichbaren Umweltbedingungen, unter denen sie ebenso leben wie die Menschen der Vorgeschichte und die selektiv auf Verhaltensmuster und Lösungsansätze wirken und wirkten. Dabei kann die Ethnographie bei der Beurteilung und Interpretation archäologischer Befunde wichtige Modelle und Denkanstöße liefern, indem sie etwa statistisches Material liefert, während die Archäologie chronologische Daten erarbeitet. Auch bestimmte ethnographische und archäologische Befunde, die nicht aus ihrer Funktion erklärbar sind, sind von besonderer wichtigkeit. So kann etwa das Auftreten von Tüllenschäftung in einem Gebiet, in dem sonst die Dornschäftung überwiegt, ein wichtiges historisches Indiz sein.[215]

Mit Zurückhaltung zu bewerten sind zudem Berichte, denen wie bei Missionaren oder ideologisch orientierten Autoren bestimmte sachfremde Tendenzen zu eigen sind oder von Europäern bzw. US-Amerikanern, die mitunter bis heute auf sog. Naturvölker mit einer gewissen Arroganz herabblicken oder die wie Edward B. Tylor, Sigmund Freud, C. G. Jung, Leo Frobenius, Oswald Spengler, S. A. Tokarew oder Samuel P. Huntington dies durch die Brille bestimmter theoretischer Konzepte taten und tun.[216] Zum Problem der sog. Ethnoarchäologie siehe[217].

Was die Schäftungstechnologie angeht, so finden sich weltweit ähnliche oder gleiche Lösungen mit den vier Grundtypen bzw. Kombinationen davon, da die funktionellen Vorgaben überall gleich waren und ihre Umsetzung nur durch das Vorhandensein unterschiedlicher Materialien und die Existenz unterschiedlicher Kulturstufen, also Stein- versus Metallzeit, bestimmt wurde. Lediglich die Formen von Klingen, Spitzen und Schäften sowie die Applikationsarten der Bindemittel unterschieden sich innerhalb der techisch-funktionale Zwänge. Die Technik war also dieselbe, nicht hingegen die kulturell definierte Ästhetik.

Afrika: Prähistorische und ethnologischen Situation

Siehe auch: Ethnien Afrikas und Geschichte Nordafrikas

Buschmann, der eine Pfeil vergiftet. Der Pfeil ist nicht geschäftet, sondern nur vorne angespitzt. Ähnlich bei den Pygmäen.
Assegai-Speere der Zulu, 1908. Eisenspitze, die in die Spitze des Holzschafts eingedornt und am Einsatz zur Stabilisierung umwickelt ist. Derartige Speere waren damals bei den Zulu-Kriegern im Gebrauch.[218]
Mursi-Frau mit Gewehr. Der Zusammenprall von Steinzeit und Moderne könnte nicht deutlicher sein, zumal ein Gewehr ja auch eine geschäftete Waffe ist.
Junger Massai-Hirte in Tansania mit Stab und Speer, letzterer mit langer metallener Tüllenspitze oben und metallenem Speerschuh unten.
Zeremonielle Hacke der Dan aus Westafrika, 20. Jh. Die Klinge ist direkt in einem spitzen Stielaufsatz geschäftet, der grabstockartig ausgebildet ist oder einen Keulenkopf symbolisiert.

Grundlegende kulturhistorische Merkmale

Vor allem in Afrika ist insbesondere subsaharisch die prähistorische Situation teils bis heute auch eine ethnologische. Dabei finden sich Merkmale, wie sie so ähnlich auch in anderen Weltregionen anzutreffen sind, deren Übergang in die moderne Eisenzeit, soweit er nicht während der Bantu-Expansion vollzogen wurde, ebenfalls im Verlauf der Kolonisierung sprunghaft von steinzeitlichen Niveaus aus stattfand, so dass die meisten der Ethnien Afrikas heute als eisenzeitlich angesehen und eingeordnet werden müssen, auch wenn in ihnen oft noch steinzeitliche Wirtschafts- und Kulturformen existieren.

Selbst die als besonders archaisch geltenden und noch auf Jagd- und Sammelbasis als Wildbeuter wirtschaftenden Buschmänner (am bekanntesten die !Kung) – ein Neolithikum hat es hier wie in vielen Teilen des subsaharischen Afrika nie gegeben – benutzen zwar vorwiegend Holz und Leder für Werkzeuge und Waffen, Steinwerkzeuge werden jedoch nur noch in geringem Maße verwendet, allenfalls Pfeilspitzenteile aus Knochen, um die oben beschriebenen zusammengesetzten Pfeilspitzen herzustellen, für die sich im Übrigen ein Kontinuum von mindestens 4000 Jahren belegen lässt und damit ein Nachweis für eine lange Konstanz der Buschmannkultur.[219] Zwar nutzt man für solche Zwecke nun Metall, das von den benachbarten Bantu gekauft und grob umgeschmiedet wird, oder auch Glasscherben, doch die Schäftungstechniken sind noch die alten, sofern wie bei Pfeilen überhaupt geschäftet wird.[220]
Allerdings gibt es für Südafrika, insbesondere Namibia mit dem Wilton-Komplex, deutliche Hinweise für eine ausgedehnte Mikrolithenindustrie ab 8000 BP, die auf Anfänge eines Mesolithikums südlich der Sahara hindeuten, wobei Mikrolithen die Existenz entwickelter Schäftungsmethoden voraussetzen; auch die Existenz von Knochenspitzen und -schäften deutet in diese Richtung sowie manche Bearbeitungsmerkmale makrolithischer Inventare.[221]
Besonders komplex ist die Besiedelungsgeschichte des zentralafrikanischen Regenwaldes, da hier lithische Funde so gut wie völlig fehlen und vor allem Keramiken als Leitparadigmen der Einteilung dienen. Eine ausgeprägt steinzeitliche Besiedlung des Raumes, insbesondere des inneren Zaire-Beckens, gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Vielmehr scheint die offenbar vom westzentralafrikanischen Regenwald ausgehende Besiedlung Folge der Bantu-Expansion[222] und damit früh eisenzeitlichen Charakters gewesen zu sein und mit einem Übergang vom Wildbeutertum zur neolithischen Wirtschaftsweise etwa vor 2500 Jahren eingesetzt zu haben, vor allem entlang der Flussläufe des Kongo-Systems. Damit sind die kulturell-technologischen Eigenschaften in der Bevölkerung der Region mit denen der Bantus weitgehend identisch.[223]
Einen gewissen Sonderfall stellen die Harpunenfunde von Katanda am Semliki-Fluss nördlich des Edward-Sees nahe Ishango in der östlichsten Ecke der Kongo-Republik dar, für deren dem mittelpaläolithischen Lupemban von der Gerätetypologie her entsprechenden Inventare zwar ein indirekt abgeleitetes Alter zwischen 170.000 und 80.000 Jahren angenommen wird, allerdings begleitet von der Tatsache, dass im dortigen Geräteinventar auch fein gearbeitete, mit Widerhaken versehene und separat zu schäftende Harpunenspitzen aus Knochen gefunden wurden, deren Entwicklung damit sehr viel früher anzusetzen wäre als die der europäischen Harpunen mit löslicher Schaftspitze, deren Alter mit höchstens 15.000 Jahren bestimmt wurde. Auch die Entwicklung der standardisierten Knochengeräte, die erst jungpaläolithisch in Europa nachweisbar sind (ab. ca. 38.000 BP) wäre derart neu zu bestimmen. Die chronologische Einstufung dieser sog. Katanda-Harpunen ist zurzeit Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen.[224]

Damit ergeben sich auch für den Bereich der dortigen Schäftungstechnologie notwendig analoge, von den jeweiligen wirtschaftlichen und Umweltverhältnissen abhängige, weltweit präsente Muster, wie sie bei anderen rezenten Ethnien Afrikas mit neolithischen und oder wildbeuterischen Grundlagen existieren.

Bronzezeit

Außerhalb des altägyptischen Herrschaftsbereiches finden sich nur im Maghreb und in Mauretanien unmittelbare Belege einer frühen Metallzeit, wobei für Marokko und Tunesien Beziehungen zur Bronzezeit in Spanien und Süditalien sowie Sardinien angenommen werden, die vermutlich, da vorphönizisch, durch die Berber-Kultur getragen wurden und durch die Felsbilder im Altlasgebirge und Funde von Bronzewaffen bestätigt werden.[225] Es scheint sogar schon früher um 2000 v. Chr. Kontakte zur iberischen Halbinsel gegeben zu haben, wie Funde der Glockenbecherkultur in Marokko und Westalgerien ausweisen.[226] Auch für die Zentralsahara weisen Felsbilder bronzezeitliche Bezüge auf. Wegen des vollständigen Fehlens einer Schrift sind diese Kulturgebiete jedoch als vorgeschichtlich anzusehen, da die Vorform der Tuareg-Schrift, das Proto-Tifinagh, erst zwischen dem 3. vorchristlichen und 3. nachchristlichen Jahrhundert in Gebrauch war, während die altägyptische Hieroglyphenschrift nach der Einführung des Christentums bis zum 4. nachchristlichen auch in der Spätform des Demotischen völlig verschwand.[227]

Eisenzeit

Eisenzeitliche Kulturformen überlagern in vielen Gebieten spätsteinzeitliche Gruppen. Die vollneolithischen, kupfer- und bronzezeitlichen Stadien Europas werden gleichsam „übersprungen“, da die Eisentechnologie direkt durch die Bantuexpansion (ca. 1500 vor bis 1000 nach Chr.[228]) oder noch später durch die arabischen und europäischen Kolonisatoren eingeführt wurde. Andererseits ist noch unklar, warum etwa der Nok-Kultur Nigerias schon in den letzten Jahrhunderten vor Chr. die Eisengewinnung bekannt war, Zusammenhänge mit der Bantu-Expansion, deren Kerngebiet in Nigeria lag, werden diskutiert.[229]

Waffentypen

Eingedornte eiserne Speerspitzen kamen als Produkte einer regional hoch entwickelten Schmiedekunst bis ins letzte Jahrhundert auch als Handelsgut in zahlreichen Ethnien Afrikas vor und unterscheiden sich nicht durch ihre Schäftung, sondern durch Größe und Form, etwa bei den Zulu, den Nguni und den Jaga der Sambesi-Angola-Provinz. Die Massai bevorzugen Speere mit Tüllenschäftung und langen Blättern mit Speerschuhen (eine Tülle am unteren Schaftende, die das Aussplittern verhindert).[230]

Bei den Pflanzervölkern des westlichen Nordkongo findet sich bevorzugt ein Speer mit querschneidendem Tüllenblatt.[231] Die Urwaldpygmäen wiederum verwenden teils bis heute (etwa die Pygmäen des Ituri-Waldes) im Feuer gehärtete, nicht geschäftete vergiftete Holzpfeile oder Pfeile mit Eisenklingen in Tüllenschäftung, aber auch, allerdings nur für die Elefantenjagd, Speere mit schwerer eiserner aufgesetzter Spitze mit Tüllenschäftung, die zudem festgebunden und mit Harz verpicht ist. Leichterere Speere haben mitunter auch nur eine Schlitzschäftung. Die Eisenspitzen werden gehandelt, nicht selbst hergestellt.[232] Die Hausa und Fulbe haben als Jagdwaffen kleine gedornte Pfeile, meist vergiftet.[233] Die Senufo und andere Ethnien in Obervolta und Togo haben wiederum Pfeile mit eingedornten Eisenspitzen.[234]

Ab der Sahelzone nordwärts sind Geräte und Waffen der nordafrikanischen Ethnien dann stark den historisch-eisenzeitlichen Traditionen verpflichtet, wie sie der Islam, die Berber, Mauren und Araber mitbrachten. Auch die nomadisierenden Bäle und Daza tragen in ihrer klassischen Ausstattung nun Schwerter, Lanzen und Armreifdolch, desgleichen die Tuareg.[235]

Besonders im Omo-Tal Äthiopiens haben sich zahlreiche kleinere, noch recht archaische Ethnien erhalten, die als Surma-Mekan zusammengefasst werden und unter denen die Mursi wegen der Tellerlippen der Frauen besonders bekannt sind. Aber auch hier ersetzen nach und nach moderne Waffen bis hin zur Kalaschnikow die alten stein- bis eisenzeitlichen.[236]

Arbeitsgeräte

Generell werden überall im subsahrischen Afrika dort, wo Feld- oder Gartenbau betrieben wird, teils bis heute klassisch geschäftete Hacken (Querbeile, die Bezeichnung in der Ethnologie ist hier rein funktional und nicht wie in der Archäologie am Material orientiert) mit eingedorntem Blatt aus Eisen oder Holz verwendet, etwa im äquatorialen Ostafrika,[237] mit unterschiedlicher Klingengestaltung, je nachdem, ob sie auf den Feldern oder zum Baumfällen eingesetzt werden. Im Zentralsudan finden sich wie bei allen Völkern, die Hackbau betreiben, Geradhacken mit Dornschäftung oder Kniestielhacken mit Dorn- oder Tüllenschäftung oft nebeneinander, weiter im Süden Kniestielhacken mit aufgebundenem Blatt, teils gedornt, desgleichen bei den Semibantu im Kameruner Grasland sowie z. B. im Senegal bei den Wolof und Lebu, hier sogar im Senegal als Geradstielhacke mit eiserner Tüllenklinge.[238] Bei den Senufo in Obervolta werden hingegen Eisenscheiben in Klemmschäftung verwendet, die nun die früheren hölzernen Hacken ersetzen.

Die Oasenbauern der saharischen Daza verwenden vor allem die tüllengeschäftete Krummstielhacke.

Außerhalb des islamischen Einflussbereichs und der Bantu-Expansion dauerte im subsaharischen Afrika die Steinzeit, meist als Jungsteinzeit, aber auch noch in einem altsteinzeitlichen Gepräge, bis ins 19. Jahrhundert, bei einigen isolierten Ethnien sogar bis ins 20./21. Jahrhundert.

Asien: Ethnien, Vor- und Frühgeschichte

Hauptzweige der malayo-polynesischen Sprachfamilie, einer Untergruppe des Austronesischen. Farbschlüssel s. Vergrößerung.
Yayoi-Bronzespeerspitze mit Tüllenschäftung,1./2.Jh. n. Chr., Kyushu.
Yayoi-Steinmesser aus dem Hokura-Schrein, das offenbar über zwei Löcher evtl. mit Nieten an einem hölzernen Schaft befestigt war.

Asien zeigte im Vergleich zur vorerasiatisch-mediterranen und alteuropäischen Welt einige Sonderentwicklungen auch im Bereich der Schäftungen, etwa die teils gusstechnisch vorgeformte Schnürschäftung der chinesischen Zeremonialbeile und Axtdolche. Seine vor- und frühgeschichtlichen Phasen werde daher hier dargestellt, da sie eigenständige Entwicklungen außerhalb der klassisch-westlichen repräsentieren.

Wegen der außerordentlich großen Heterogenität des Großkontinentes unterteilt man gewöhnlich grob in Ost-, Süd-, Nord-, West- und Zentralasien. Für die beiden letzten allerdings gilt, dass sie entweder Teil des mediterran-alteuropäischen Kulturspektrums waren oder doch, vor allem was die Steppenvölker Zentralasiens angeht, sehr eng entweder mit demselben Kulturraum oder aber mit dem ostasiatischen verbunden waren, wobei sie hie und da als Vermittler von Kulturtechniken fungierten oder gar als Entwickler, denn die Domestizierung von Pferd und Kamel etwa entstammt dieser Region.[239] Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei ihnen um schriftlose Völker handelt, deren archäologischer Zugang noch sehr lückenhaft ist, wenn man etwa von den Kurganen einmal absieht. Die Schäftungstechnologie dieser Nomaden jedenfalls unterscheidet sich nicht von der der umliegenden Schriftvölker, einmal abgesehen von der besonderen Prächtigkeit der Waffen in den Hügelgräbern.

Ostasien

Datei:CMOC Treasures of Ancient China exhibit - bronze battle axe.jpg
Bronzene chinesische Zeremonialaxt (eigentlich ein Beil) yue der Shang-Dynastie.
Dolchaxt der Shang-Dynastie, Bronze, Nephrit, Türkis.
Negrito (Luzon (Philippinen)) mit Speer (Binde-/Klemm- bzw. Klebeschäftung). Die metallene Speerspitze hat mehrere eingegossene oder -geschmiedete Widerhaken.

In China endete das Neolithikum mit seinen hauptsächlich durch ihre Keramik definierten Yangshao-, der Longshan- und der Xiaotun-Kultur, deren Schäftungstechnologien, wie Ausgrabungen zeigen, nicht prinzipiell von den in einer solchen Kulturphase Üblichen abwichen, also bindegeschäftete Lanzen und Speere, Hacken und Beile oder Dechseln.[240]

Offenbar unabhängig entwickelte sich dort dann aber der Bronzeguss, und zwar seit der Shang-Dynastie (1700–1025 v. Chr.), also ab dem 18. vorchristlichen Jahrhundert, mit deren Aufstieg die chinesische Vorgeschichte endet, das heißt in etwa ein halbes Jahrtausend nach Mitteleuropa. Er wurde für die Herstellung von Waffen und meist zunächst rituellen Gefäßen und Geräten wie die breite Zeremonialaxt (yue) aus der späten Shang-Dynastie genutzt, die vom Typ her auf schmale neolithischen Steinäxte fu zurückgehen, über einen Schaftzapfen am oberen Ende am Schaft befestigt waren sowie durch zwei dazwischen liegenden Schlitze, durch die Lederriemen gezogen wurden. Solche kostbaren Objekte waren zunächst der aufsteigenden Adelsschicht vorbehalten und erreichte schnell eine hohe Perfektion auch der Schäftung. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa die chinesische Sonderform der Dolchaxt ge etwa der Shang- und Zhou-Dynastie; die Klinge war am Ende eines langen Schaftes quer zu diesem meist mit Schnüren befestigt und diente wie eine Hacke zum Zuschlagen. Daraus entwickelte sich später die Hellebarde. Dass solche Schäftungsrelikte auch an den im Ganzen gegossenen Geräten beibehalten wurden, wo sie dann keinen Sinn mehr machten und zur Dekoration wurden, zeigen die Dolchäxten qi der östlichen Zhou-Dynastie zur Zeit der Streitenden Reiche, bei denen ein T-förmiges Zapfenloch im oberen Teil der Waffe beweist, dass sie ursprünglich in einen Holzschaft eingepasst war, ebenso wie zwei Löcher, durch die man dabei die Lederriemen zog.[241]

Da zu dieser Zeit etwa ab dem 13. bis 11. Jahrhundert bereits die Schrift auf Orakelknochen bekannt ist, die sich dann in der zweiten Hälfte der Shang-Dynastie vollends ausbildete, während der Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends verkehrsfähig und während der Qin-Dynastie standardisiert wurde, muss man diese Periode als frühgeschichtlich definieren, die dann in der Spätphase, spätesten aber gegen Ende der Zhou-Dynastie in die Geschichtlichkeit mündete.[242]

In den Randgebieten Chinas, etwa in Tibet und der Mongolei, haben sich sporadísch einzelne Ethnien erhalten, die wie die Ainu im Norden Japans noch Reste alter Technologien bewahrt haben können. Dabei bestanden Kontakte zu den ethnisch verwandten Reitervölkern der zentralasiatischen und osteuropäischen Steppengebiete. über die möglicherweise ein Technologietransfer in beiden Richtungen möglich war.

Japan und Korea: Auch in Japan, dessen Besiedelung sich in drei Wellen über Landbrücken vom asiatischen Festland, vor allem aus Korea sowie auf dem Seeweg aus Südostasien vollzog,[243] waren entsprechende Technologien noch in der Jōmon-Periode, welche in ihrer Endphase den Übergang zum Neolithikum und dem Beginn des Reisanbaus brachte, und der Yayoi-Zeit bis hin zur Kofun-Zeit üblich, bevor mit dem Buddhismus im 4. und 5. Jahrhundert auch die Schrift nach Japan kam. Entsprechend finden sich in der Yayoi-Zeit geschäftete Steinsicheln und Hacken sowie Bronzen aus Korea.

Aus Korea, dessen kulturelle Entwicklung in der Vor- und Frühgeschichte der in China sehr ähnelt und von wo aus Japan unter anderem mit besiedelt wurde,[244] hatten die Yayoi-Bauern allerdings auch eiserne Geräte mitgebracht; üblich waren aber auch Steinmesser und Steinäxte. Ab dem 1. nachchristlichen Jahrhundert finden sich dann auch Bronzewaffen wie Hellebarden, Schwerter und Wurfspeere, allesamt geschäftete Geräte, die zunächst aus den Nachbarländern eingeführt wurden und mit der Vervollkommnung der Schmelztechnik immer größer und kunstvoller wurden, eine ähnliche Entwicklung wie in Europa.[245]

Nordasien

Die oft noch nomadisierenden Ethnien Nordasiens, vor allem in Sibirien und Nordfinnland, haben teilweise noch kulturelle Techniken der sog. Zirkumpolaren Steinzeit erhalten, auch wenn sie etwa für Klingen nun auch Metall (und Schusswaffen) nutzen und nicht mehr Steinwerkzeuge, wie geschliffene Äxte, Beile, Hacken, Speerspitzen, Harpunen, Keulen usw. Dabei werden die gängigen Schäftungsmethoden eingesetzt. Die Materialien richten sich nach dem ökologischen Umfeld und ähneln entsprechend denen der Eskimos, also wurden neben dem in den nördlichen Regionen eher seltenen Holz Rentier- und Seehundknochen sowie Walbein und Walrossknochen verwendet.

Die ältesten Werkzeuge der Samen waren eingeschäftete Mikrolithen, etwa als Pfeilspitzen mit gerader Basis. Ab dem 1. nachchristlichen Jahrhundert kannten sie Bronze und Eisen samt Gussverfahren. Zusammen mit den Inuit und den Aleuten bildeten sie die Arktische Kleinwerkzeug-Tradition aus, die sich über 2000 Jahre in Alaska, Grönland, Kanada und Sibirien entwickelte. Als Materialien tritt neben den biologischen auch Schiefer auf. Die meist widerhakenartig gegabelten oder mit mehreren Widerhaken versehenen Harpunenspitzen enthalten an der Basis meist ein Loch, in das eine Schnur eingeführt wird. Ähnliche Techniken finden sich überall auf der Welt, etwa in Ozeanien, wo es darauf ankam, eine hier mit Hilfe eines Wurfbrettes geschleuderte Spitze samt der daran haftenden Beute wieder einzuholen oder auch nach einem Fehlwurf nur die Spitze. Das dechselartige Steinbeil der Aleuten war oberständig geschäftet und ist von einem analogen Produkt der europäischen Steinzeit kaum zu unterscheiden.[246]

Südasien

In Südasien gibt es wie in Afrika und Südamerika bis heute ebenfalls eine Reihe von Ethnien, die sich noch steinzeitliche Techniken bewahrt haben. In Indien werden sie als Adivasi zusammengefasst, die meist noch als Jäger und Sammler oder allenfalls vom Rodungsfeldbau leben. Zu den Adivasi gehören unter anderem die wenn auch in den Einzelheiten oft recht unterschiedlichen Völkern wie die Chenchu in Andhra Pradesh oder die Aranadan in Kerala, ebenso die Birhor.

Die Entwicklungen des vor- und frühgeschichtlichen Indien sind im Zusammenhang mit der Situation des mediterranen Raumes und Vorderasiens zu sehen, mit dem bereits damals enge Handelskontakte aus der Induskultur bestanden. Es fanden sich kaum Waffen bei diesen noch stark egalitären Gesellschaften, wie sie sich archäologisch in Harappa, Mohenjo Daro und Mehrgarh präsentieren.[247]

Auf der südasiatischen Inselwelt, die insgesamt wie schon die pazifische durch eine große Heterogenität der Sprachen und Kulturen gekennzeichnet ist, leben mitunter noch meist als Waldkulturen am Rande der Zivilisation isolierte Ethnien wie die Kubu und Batak auf Sumatra, die zu den Dayak gehörenden Dusun auf Borneo, die Semang und Senoi auf der Malaiischen Halbinsel sowie andere kleine Ethnien, die als Orang Asli bezeichnet werden und vor allem die sog. Negritos umfassen, die auf vielen südostasiatischen Inseln zu finden sind, insbesondere als Urbevölkerung der Andamanen und Nikobaren, die Wedda auf Ceylon und die Igorot auf den Philippinen. Sie haben meist neolithische Techniken bewahrt, mitunter auch noch paläolithische.

Auch in Hinterindien gibt es verschiedene isolierte Ethnien, die noch Teile der alten Technologien erhalten haben.[248] Eine besondere Rolle spielt dieser Bereich jedoch bei der Entwicklung der Metalltechnologie. Die Ausbreitung von Bronze und Eisen begann in der südasiatischen Inselwelt anscheinend kurz nach 1000 v. Chr. Von ca. 500 v. Chr. an breiteten sich Bronze-Artefakte im sog. Dong-son-Stil weit über Indonesien aus, wie aufgefundene, reich verzierte Tüllenbeile belegen, und sie erreichten sogar die Küsten von Neuguinea.[249]

Für Norden Thailands ist am Fundort Ban Chiang um 2000 v. Chr. neben bronzenen Tüllenbeilen sogar bereits eine bimetallische Speerspitze nachgewiesen, bei der die Spitze aus Eisen, die Schaftzunge hingegen aus Bronze ist. Das hieße, dass die Eisenverarbeitung hier offenbar früher einsetzte als in China und möglicherweise von Hinterindien aus nach China gelangte.[250]

Amerika: Präkolumbianische und ethnologische Situation

Nordamerika

Nordamerikanische Kulturareale der Indianer und Inuit.
Ein Speer- und Lanzenmacher der Eskimos, 1935. Die Geräte sind ganz unterschiedlich geschäftet, wohl entsprechend der Art der Beute.

Die nordamerikanischen Indianerkulturen vor Kolumbus ähneln in der kulturellen und ökonomischen bedingten Heterogenität ihrer Inventare der Situation in Afrika und reichen von altsteinzeitlich über neolithisch bis über fast schon hochkulturell zu nennender Kulturzonen im Süden am Rande der mittelamerikanischen Kulturen, etwa der Mississippi-Kultur, der Moundbuilders und Pueblo-Kulturen wie die der Anasazi oder Navajo, die die sesshafte Lebensweise im Gegensatz zu den benachbarten Apachen übernahmen, die weiter auf Bisonjagd gingen.
Prinzipiell finden sich viele Zeichen einer Schäftungstechnik während der nordamerikanischen Jäger- und Sammler-Periode bis zum Beginn der Sesshaftwerdung zu Beginn des Holozäns vor allem der südlichen Stämme entlang der großen Flussläufe um ca. 8000 v. Chr., wo etwa die Irokesen zu Maisbauern wurden. Sie ähnelt der steinzeitlichen Südamerikas und ist ab der Folsom- und Cloviskultur ausgehend von der Gestaltung der Spitzen eindeutig, auch wenn sie teils unterschiedliche technische Lösungen bevorzugt, wie zum Beispiel auch in Afrika zu beobachten.[251] Nur die Tüllenschäftung scheint eher selten. Das Steinbeil der Aleuten ähnelt etwa stark europäischen und afrikanischen Vorbildern.[252]

Die Inuit bzw. Eskimos stellen mitunter bis heute geschäftete Geräte aus Walbein oder Knochen her. Ihre älteste Technologie bevorzugte bereits dieses Material, bei dem die Spitzen entweder mit einem Schaftdorn versehen waren oder eine aufgespaltende Basis für eine Klemmschäftung hatten, dazu gelegentlich wie bei der Dorset-Kultur und den Harpunenspitzen anderer zirkumpolarer Völker mit einem Loch zum Durchführen einer Schnur, mit der die Spitze zurückgezogen werden konnte, ähnlich den Angelhaken Polynesiens. Ein Sonderfall ist das quergeschäftete Ulu-Messer der Inuit, das vor allem von Frauen zum Schaben von Fellen benutzt wurde und das schon vor 3000 v. Chr. am Kodiak belegt ist, als Knochengeräte durch solche aus Schiefer ersetzt wurden.[253] Es findet sich fast identisch in China.

Kupfer wurde in Nordamerika nur in der metallisch reinen Form durch Kalthämmern und Ausglühen bearbeitet; Schmelzen und Gießen blieb stets unbekannt, im Gegensatz zu den südamerikanischen Andenkulturen. Umstritten ist, ob die so hergestellten Objekte Gebrauchsgegenstände waren oder wie zum Beispiel die Jadebeile West- und Südosteuropas,[254] der frühen alteuropäischen Kulturen oder der mesoamerikanischen Hochkulturen nur repräsentativen Zwecken oder dem Handel dienten (sie fanden sich vor allem als Grabbeigaben). Am Oberen See findet sich schon 3500 v. Chr. die sog. Alte-Kupfer-Kultur (Old copper complex) von Wisconsin mit einer Vielzahl von Geräten, darunter quergeschäftete Messer, Projektilspitzen, teils gestielt, Beilklingen, Harpunenspitzen mit Tüllenansatz und Tüllenbeilklingen. Diese Technologie blieb in Nordamerika jedoch isoliert. Allerdings wurden diese Produkte über ein umfassendes Netz von Handelsbeziehungen in den ganzen Osten exportierten.[255] Zwischen 800 und 1600 n. Chr. gab es im Bereich der Mississippi-Kultur ebenfalls eine fortschrittlichere Kupferbearbeitung, bei der das Metall erwärmt wurde, um es biegsamer zu machen, allerdings für rein dekorative Zwecke (figurative Platten).[256]

Der legendäre Tomahawk der Comanchen, die überdies für ihre besonders penible Waffenproduktion bekannt waren, ist wiederum zunächst keineswegs eine Waffe gewesen, sondern ursprünglich eine Steinaxt zum Fällen von Bäumen, wie bereits der aus dem Algonkin stammende Name nahelegt, der „schneiden“ bedeutet. Gekämpft wurde vielmehr mit einer Streitkeule, in die vorne eine Steinklinge eingelassen war, ähnlich der Waffe bei den mittelamerikanischen Völkern. Die Bezeichnung wurde dann auf die europäische Stahlaxt übertragen. Andererseits benutzten die Indianerkulturen der Nordwestküste wie die Tlingit oder Eyak noch ungeschäftete Steinhämmer, sog. stone mauls, neben für die Holzbearbeitung hochspezialisierten Werkzeugen wie der Ellenbogenaxt, bei der die Klinge waagerecht zum abgewinkelten Stiel steht, so dass sie besser zum Glätten des Holzes eingesetzt werden konnte, wie es für den Bootsbau benötigt wird. Die zu den Küsten-Salish gehörenden Cowichan besaßen polierte kegelförmige Steinhämmer mit Schäftungsdorn.[257]

Mittel- und Südamerika

Aztekenkrieger, 16. Jh. Links und rechts ein Adler-Krieger, in der Mitte ein Jaguarkrieger. Sie schwingen ein Macuahuitl, eine hölzerne Keule, in die auf beiden Seiten mehrere (je 6)scharfe Obsidianklingen eingesetzt sind.
Obsidianklinge aus Teotihuacan, die verblüffend europäischen Blattspitzen ähnelt.

Die ersten paläoindianischen Einwanderer Südamerikas stellten um 9000/8000 v. Chr. die auch anderswo vertrauten Speerspitzen, hier im sog. Fischschwanz-Stil, her, die ein Schäftung zwingend machen, hier wohl als Bindeschäftung, indes andere Spitzenformen wie El Jobo, Paiján oder Ayampitin-Luricocha-Blattspitzen andere Schäftungsformen verlangten und die dortigen Fischschwanzspitzen die einzigen mit Kannelierung sind.[258]

Die präkolumbianischen Kulturen Mittel- und Südamerikas und der Karibik sind hingegen ein Sonderfall.

In Mittelamerika und seinen Hochkulturen gab es vor Kolumbus keine oder kaum eine eigentliche Metallzeit im Sinne von Metall für Werkzeuge und Waffen, denn nur Edelmetalle und Kupfer wurden dort nachweislich seit 1500 v. Chr. genutzt (Goldbleche), die für diesen Zweck eher ungeeignet, da relativ weich sind, und nur die Inkas entwickelten die Bronze. Wohl aber gab es in den mesoamerikanischen Kulturen die Schrift (nicht hingegen in Peru, mit Ausnahme der Knotenschrift Quipu). Die Völker Mittelamerika benutzen vor allem Obsidian und andere dafür geeignete Mineral- und Steinarten, um scharfe Spitzen und Klingen zu erzeugen, die dann geschäftet wurden, auch seitlich wie bei den sog. Macuahuitl genannten Obsidiankeulen, oder den Macanas, die sich daraus entwickelten und ebenfalls eine hier am Ende geschäftete Mischung aus Keule und Schwert darstellen.[259] Obsidian wurde im Übrigen auch in Neuseeland für die Herstellung scharfer Waffen eingesetzt. Jade hingegen war wegen seiner relativen Weichheit Zeremonialgeräten vorbehalten, wie weltweit in anderen Kulturen zwischen Europa und China auch.

Bereits in der olmekischen Kultur waren Steinbeile weit verbreitet, als wertvolle Werkzeuge in einer Zeit, in der noch keine Metalle verarbeitet wurden. Außer Beilen für den praktischen Gebrauch sind auch solche für rituelle Zwecke hergestellt worden, und man fand wie etwa in La Venta ganze Depots mit ihnen, in einem davon alleine 258. Man nimmt an, dass sie als Opfergaben gebraucht wurden. Sie waren meist aus Serpentin, einige jedoch aus dem härteren Jadeit.[260]

Eine weitere typische Waffe aller mittelamerikanischen Kulturen war das Atlatl, die Speerschleuder. Das technisch schon sehr aufwendige Gerät mit Rinne, Öse und Haltezapfen für den einzulegenden Speer sowie Halterungen aus Muschelschalen am unteren Ende der ca. 60 cm langen Waffe, war oft reich geschnitzt. Einfache Wurfbretter wie bei den Inuit gab es ebenfalls.[261] Sie wurden zur Vogeljagd eingesetzt.

Die oft sehr langen (bis 40 cm) Feuersteinmesser der Azteken sind meist in Opferdepots erhalten und waren an einem Ende mitunter sägenartig ausgebildet. Wegen der umlaufenden scharfen Kante müssen sie an den schmalen Enden geschäftet gewesen sein. Dass es solche Griffe geben hat, zeigen die mit Jadeit-, Muschel- und Türkisplättchen oft reich geschmückten Holzgriffe.[262]

In Südamerika hingegen stand die Metallbearbeitung etwa in der vorinkaischen Mochica-Kultur auf einem hohen Niveau, und man beherrschte das Schmieden, Treiben, Gießen und Löten. Und die Inkas selbst besaßen Werkzeuge und Waffen, etwa eine in einem Stück gegossene fünfzackige Streitaxt aus Bronze.[263] Auch die Bewohner von Tiahuanaco verstanden sich auf die Metallverarbeitung.[264]

In Mesoamerika beschränkte sich die Anwendung der im Andengebiet entwickelten neuen metallverarbeitenden Verfahren jedoch meist auf Schmuckgegenstände, und die im Andenraum entwickelte Bronze taucht hier nie auf.[265]

Geschäftete Werkzeuge und Waffen werden in Südamerika noch in einigen isolierten Ethnien etwa des Amazonasgebietes hergestellt und eingesetzt. Allerdings ist die materielle Kultur dieser Gruppen eher einfach und basiert vor allem auf der Nutzung der Flüsse und des Waldes, also Fischfanggeräte, teils ungeschäftete Pfeil und Bogen sowie das Blasrohr. Steinwerkzeuge sind selten, am häufigsten findet sich der polierte Axtkopf.[266]

Die seit dem 5. Jahrtausend dort lebenden und später von den Europäern fast ausgerotteten Bewohner der Karibik wiederum entwickelten erst zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausend ausgfeiltere Steinwerkzeuge, die dann auch Schäftungsmerkmale wie Schäftungsdorn oder Klemmschäftungen aufweisen, wie Funde aus der Cowrie-Kultur der Großen Antillen zeigen, und erst um die Zeitenwende kamen dort neolithische Techniken durch die Saladoid-Kultur und ander lokale Kulturgruppen zum Tragen.

Ozeanien, Neuguinea, Neuseeland, Australien: Werkzeugtraditionen

Verbreitung der austronesischen Sprachfamilie. Sie reicht im Westen bis Madagaskar.
Trans-Neuguinea-Sprachen. (Farblegende s. Originalgröße).
Sprachen Ozeaniens. Orange: Amiralitätsinseln und Yapese, gelborange: St. Matthias, grün: Westl. Ozeanien, violett: Temotu, Rest: östlich zentral; dunkelrot: südöstl. Salomonen, blau: Südozeanien, rosa: Mikronesien, Sonstig: Übriges Fidsch-Polynesisch.
Aborigines-Häuptling der Kirrae Wuurong („Blutspitzen-Stamm“) mit Bumerang und geschäftetem Breitbeil. Aufnahme: 1881.
Häuptling Wiremu Kingi des Te-Atiawa-Stammes der Maori. Gemälde von Gottfried Lindauer, um 1915. Der Häuptling hält eine ungeschäftete Jade- oder Nephritkeule, auf seinem Schoß liegt eine Taiaha genannte typische Maori-Waffe: eine Kombination aus Speer und Keule, beide meist aus Holz geschnitzt und an beiden Enden als Waffe benutzbar.

Schon ausweislich seiner komplexen Sprachvielfalt, die die Vielfalt der kulturellen Entwicklungen des riesigen Gebietes mit seinen durch oft sehr lange Meerstrecken getrennten Inseln abbildet, ist der Großraum kaum in ein halbwegs homogenes historisch-geographisches Schema einzuordnen, und man kann am ehesten auch unter Berücksichtigung prähistorischer Befunde von Werkzeugtraditionen sprechen,[267] die teils bis heute konzeptionell lebendig sind. Indiktativ für diese Situation ist die Vielfalt vor allem der ozeanischen Sprachen aber auch der Papua- und australischen Sprachen, die selbst auf relativ engem Raum wie etwa in Papua-Neuguinea eine extrem komplexe Struktur annehmen, während dies für die eher homogene Maorische Sprache weit weniger gilt.

Der australisch-pazifische Raum

Für den australisch-pazifischen Raum gilt generell, dass die Schäftung von Werkzeugen schon sehr früh bekannt war. So treten an den ältesten Fundorten behauene Steinbeile neben hackenartigen Steinwerkzeugen mit geschwungener Klinge auf, die ziemlich sicher geschäftet waren und vermutlich der Rodung der Urwaldränder Neuguineas dienten, wobei sie bereits geschliffen auftreten, ähnlich bei den Aborigines. In Australien fand sich in der Kenniff-Höhle in Queensländ, die 20.000 Jahre alte Darstellunge eines geschäfteten Beils, dazu knöcherne Speerspitzen.[268] Häufiges Klingenmaterial ist Obsidian, das etwa auf den Admiralitätsinseln unterirdische abgebaut und über weite Strecken gehandelt wurde. Die Griffe sind aus Holz und mit Kitt befestigt, dazu oft reich dekoriert.[269] Geschäftet wurden vor allem in Ozeanien nun vielfach aufgrund der häufig maritimen Lebensweise Angelhaken, Harpunen und sogar Paddel, bei den Aborigines, deren Lebensraum Wüste ansonsten ihre Lebensweise bestimmte und auch für das Fehlen neolithischer Techniken verantwortlich ist, gibt es dreizinkige Fischspeere usw.[270] In Melanesien und Polynesien blieb das grundlegende Werkzeug aber die steinerne Klinge bzw. Spitze, die als Axt oder Beil geschäftet wurden.[271]
Dabei zeigen sich in den Herstellungstechniken Parallelen zum Paläolithikum Südostasiens, von wo aus die Besiedlung möglicherweise ihren Ausgang genommen hatte. Doch ganz isoliert kam es ebenfalls im Verlauf der zweiten und potentiell dritten Besiedlungswelle Ozeaniens zur Entwicklung von Steinschliff und neolithischen Agrartechniken mit ihren Anforderungen an den Werkzeugbestand und seine Schäftungen.[272]

Solche archaischen Werkzeuge sind bei den Aborigines und Papuas noch heute im Gebrauch und weisen die klassischen Schäftungsformen mit Holzgriff, Klebe-, Binde- und Lochschäftung auf. Steinbeile etwa gibt es in unzähligen Größen und – auf Klingenform und Schäftung bezogen – unzähligen Variationen.[273] Dabei entstanden in teilweise hochkomplexen Herstellungsprozessen geschäftete Geräte wie die Kodj-Axt oder die Kartan-Axtköpfe. Diese waren in sich schon ein Produkt aus Kieseln, welche mit durch Stachelkopf-Grassamen gewonnenem Harz verklumpt wurden, das auch für die übrige Werkzeugproduktion wichtig war, die ja bei den Aborigines nie über den Status von Steinwerkzeugen hinaus gegangen ist.[274] Auch der Bumerang ist ja keineswegs eine ausschließlich australische Erfindung, ebenso wenig wie die Bola eine der Eskimos oder amazonischen Indios ist, denn prähistorische Bolakugeln finden sich etwa auch in der Sahara.[275]

Die meist aus Obsidian gefertigten Speerspitzen (mata'a) der Osterinsel waren gestielt und haben große Ähnlichkeit mit den gestielten Spitzen des Atérien. Sie wurden mit Binsengarn umwickelt und an einem Schaft befestigt. Zum Festkeilen wurden noch zwei kleine Holzstückchen an jede Seite eingesetzt.[276]

Ozeanien

Im engeren Sinne umfasst die ozeanische Region Polynesien, Melanesien und Mikronesien, jedoch nicht Australien, Tasmanien, Neuguinea und Neuseeland.

Die hauptsächlichen Materialien der Werkzeugherstellung waren Holz, Stein, Pflanzenfasern, Muscheln und Knochen; Korallen und Seeigel wurden ebenfalls verwendet.[277] Auch in Ozeanien finden Schrift und Metall wie weitgehend im pazifischen Raum Ozeaniens erst über malaische, japanische und chinesische Händler sowie mit der europäischen Kolonisierung Anwendung. Damit liegt hier eine vorgeschichtlichen, also schriftlosen Situation vor, wenn man einmal von bis heute nicht entzifferten Schrift- bzw. Symbolzeichen etwa der Aborigines oder der Ureinwohner der Osterinsel absieht (die Rongorongo-Tafeln[278]), die es aber bei allen traditionellen Kulturen Ozeaniens in ähnlicher, wenn auch bei weitem nicht so entwickelter Gestalt als Zeichensysteme gegeben hat, die auf Personen (Tatauierung), Gegenstände, Bauten, Felsflächen im Freien etc. zu finden waren, so dass es sich außer bei der Osterinsel-Schrift, die im Pazifik einzigartig ist, hier nicht um Schrift im eigentlichen Sinne, sondern um ein mnemotechnisches System handelt.[279] Möglicherweise sind es sogar Mythogramme, so Julien Ries, André Leroi-Gourhan, Mircea Eliade, Emmanuel Anati und andere in ihren Werken zur Religionsgeschichte und prähistorischen Felskunst (auch die Donauschrift gehört vermutlich in diesen Zusammenhang). Ein voll ausgebildetes Schriftsystem als unbegrenzt nutzbarer Informationsträger wie in anderen Fällen liegt also nicht vor.

Australien, Neuguinea, Neuseeland

Das vor 25.000 Jahren besiedelte Neuguinea hat steinzeitliche Techniken in einigen der melanesischen Papua-Ethnien besonders gut erhalten. Vor 3000 Jahren wurden die Eingeborenen des Nodwestteils erstmals durch südostasiatische Seefahrer mit metallzeitlichen Einflüssen konfrontiert, ohne dass dies zunächst in der steinzeitlichen Kultur bedeutende kulturelle Spuren hinterlassen hätte.[280] Vor 1000 Jahren begann durch Gewürzhändler ein reger Austausch mit Indonesien. Ethnien mit noch steinzeitlichen Repertoiren, bei denen heute allerdings oft Metallklingen verwendet werden, sind die im indonesischen West-Papua lebenden Dani, Yali, Mek, Asmat, die in Baumhäusern wohnenden Waldnomaden der Korowai sowie besonders die Einwohner der Insel Waigeo und Bergpygmäen, außerdem die Bewohner des Sepik-Gebietes. Sie alle benutzen Speere, Lanzen, Pfeil und Bogen, Querbeile, meist mit Bindeschäftung und zusätzlich in Lochschäftung und geklebt, dazu wie überall in Ozeanien und Australien die Kriegskeule, die häufig zeremonielle Funktionen erfüllt oder den Häuptlingsstatus repräsentiert und entsprechend dekoriert ist, oft mit einer Nephritscheibe als Klinge, ähnlich bei den Maori Neuseelands, aber auch in Amerika.[281] Pfeile haben oft nur eine Holz- oder Bambusspitze, Speere eine Tüllenschäftung mit großem metallener Blattspitze. Bei den Sepik-Stämmen, die vor allem von der Jagd und vom Gartenbau leben und eine ausgeprägte ornamentale Kultur besitzen, sind die Speere manchmal bis zu drei Meter lang und als Ganzes gefertigt sowie kunstvoll geschnitzt. Die binde- und klebegeschäfteten Holzspitzen haben mitunter zahlreiche Widerhaken oder sind als Mehrfachspitzen ausgearbeitet.[282] Nur die Asmat sind ausschließlich Jäger und Sammler, das Werkzeug- und Waffenrepertoire der anderen Ethnien, die allesamt zu den Papuas des indonesischen West-Neu-Guinea Irian Jaya gehören, orientiert sich an Jagd, Hackbau und Fischfang.[283] Allerdings ist insbesonder die archäologische Befundung Neuguineas noch im Anfangsstadium, und besonders der große Unterschied zwischen den Hochlandfunden und denen der Küste ist ungeklärt.[284]

Australien und Neuseeland: Andererseits verfügten nicht nur die Papuas, sondern auch die Aborigines Australiens und die Maori Neuseelands, die ihre lithischen Techniken ja bei ihrer Einwanderung vor etwa 40.000 Jahren mitgebracht hatten, über eine teils außerordentlich hoch entwickelte steinzeitliche Werkzeugtechnologie. Die Aborigines etwa hatten fein retuschierte Spitzen oder mit kleinen Abschlägen seitlich geschäftete Messerklingen mit Klebeschäftung. Man fand in Australien zudem große, 20.000 Jahre alte Klingen mit seitlichen Einkerbungen, die ebenfalls eine Schäftung nahelegen und die so ähnlich bis heute hergestellt werden, unter Umständen auch aus moderneren Materialien wie Porzellanisolatoren von Telegraphenmästen.[285] Die Grundformen, etwa der Schäftung, bewegen sich allerdings wie die in anderen Regionen der Erde innerhalb der technischen, funktionellen und materiellen Rahmenbedingungen und gelangen zu durchaus ähnlichen Lösungen, wenn auch mit einer enormen Formenvielfalt, wie man etwa an den Steinbeilen und -äxten sowie den Keulen sieht, etwa dem Tula-Querbeil oder einer kantengeschliffenen Axt aus Puntutjarpa (Südwest-Australien), die auf 10.000 BP datiert wurden und hölzerne Schäfte besaßen. Die Gantja-Steinmesser der Arrernte Zentralaustraliens waren andererseits auch sehr einfach und bestanden aus einer Steinklinge, die an einen Holzgriff mit Harz, Rinde und Haarschnur angeschäftet war.[286]

Literatur und Quellen

Allgemeine und spezielle Nachschlagewerke, Atlanten

  • Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. 19. Auflage. F. A. Brockhaus, Mannheim 1994, ISBN 3-7653-1200-2.
  • Der Große Ploetz. Auszug aus der Geschichte. 29. Aufl., Verlag Ploetz, Freiburg/Würzburg 1980/1981, ISBN 3-87640--170-4.
  • Lutz Fiedler, Gaëlle Rosendahl, Wilfried Rosendahl: Altsteinzeit von A bis Z. WBG, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-23050-1.
  • Christine Flon (Hrsg.): Der große Bildatlas der Archäologie. Orbis Verlag, München 1991, ISBN 3-572-01022-5.
  • Emil Hoffmann: Lexikon der Steinzeit. Verlag C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42125-3.
  • Chris Scarre (Hrsg.): Weltatlas der Archäologie. Südwest-Verlag, München 1990, ISBN 3-517-01178-9.
  • Andrew Sherratt (Hrsg.): Die Cambridge Enzyklopädie der Archäologie. Christian Verlag, München 1980, ISBN 3-88472-035-X.
  • The New Encyclopædia Britannica. 15. Auflage. Encyclopædia Britannica Inc., Chicago 1993, ISBN 0-85229-571-5.

Europa, Mittelmehrbereich, Naher Osten

  • Barry Cunliffe (Hrsg.): The Oxford Illustrated History. Illustrierte Vor- und Frühgeschichte Europas. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-593-35562-0.
  • R. Dinnis, A. Pawlik, C. Gaillar: Bladelet cores as weapon tips? Hafting residue identification and micro-wear analysis of three carinated burins from the late Aurignacian of Les Vachons, France. Journal of Archaeological Science 36/9, 1922–1934 (2009).
  • Harald Haarmann: Geschichte der Sintflut. Auf den Spuren früher Zivilisationen. C. H. Beck Verlag, München 2003, ISBN 3-406-49465-X.
  • Joachim Hahn, Hansjürgen Müller-Beck, Wolfgang Taute: Eiszeithöhlen im Lonetal. Archäologie einer Landschaft auf der Schwäbischen Alb. 2. Aufl. Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0222-2.
  • Joachim Hahn: Erkennen und Bestimmen von Stein- und Knochenartefakten. Einführung in die Artefaktmorphologie. Archaeologica Venatoria e. V., Institut für Urgeschichte der Universität Tübingen, Tübingen 1993, ISBN 3-921618-31-2.
  • Joachim Herrmann (Hrsg.): Archäologie in der Deutschen Demokratischen Republik, 2 Bde. Theiss Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0531-0.
  • Albrecht Jockenhövel, Wolf Kubach (Hrsg.): Bronzezeit in Deutschland. Sonderheft 1994: Archäologie in Deutschland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1110-8.
  • Erwin Keefer: Steinzeit. Sammlungen des Württembergischen Landesmuseums, Bd. 1. Theiss Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1106-X.
  • Joachim Köninger, Helmut Schlichtherle: Die Siedlung Forschner im siedlungsarchäologischen Kontext des nördlichen Alpenvorlandes. In: Siedlungsarchäologie im Alpenvorland XI. Die früh- und mittelbronzezeitliche "Siedlung Forschner" im Federseemoor. Befunde und Dendrochronologie. Forsch. Ber. Vor- u. Frühgesch. Baden-Württemberg 113 (Stuttgart 2009), S. 361–397. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3-8062-2335-1.
  • Wighart von Koenigswald: Lebendige Eiszeit. Klima und Tierwelt im Wandel. WBG, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23752-4.
  • Dietrich Mania: Auf den Spuren des Urmenschen. Die Funde von Bilzingsleben. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1990, ISBN 3-326-00566-0.
  • Hansjürgen Müller-Beck (Hrsg.): Urgeschichte in Baden-Württemberg. Theiss Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0217-6.
  • Hermann Müller-Karpe: Handbuch der Vorgeschichte. Band I: Altsteinzeit. 2. Aufl. C. H. Beck Verlag, München 1977, ISBN 3-406-02008-9.
  • Hermann Müller-Karpe: Grundzüge früher Menschheitsgeschichte. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. Theiss Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-8062-1309-7.
  • Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit. Jäger, Fischer und Bauern zwischen Nordseeküste und Alpenraum. Bertelsmann Verlag, München 1991, ISBN 3-570-02669-8.
  • Josef H. Reichholf: Warum die Menschen sesshaft wurden. Das größte Rätsel unserer Geschichte. 2. Aufl. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-062943-2.
  • Helmut Schlichtherle: Pfahlbauten: die frühe Besiedelung des Alpenvorlandes. In: Spektrum der Wissenschaft (Hrsg.): Siedlungen der Steinzeit, S. 140–153. Spektrum der Wissenschaft-Verlagsges., Heidelberg 1989, ISBN 3-922508-48-0.
  • Helmut Schlichtherle: Die archäologische Fundlandschaft des Federseebeckens und die Siedlung Forschner. Siedlungsgeschichte, Forschungsgeschichte und Konzeption der neuen Untersuchungen. In: Siedlungsarchäologie im Alpenvorland XI. Die früh- und mittelbronzezeitliche "Siedlung Forschner" im Federseemoor. Befunde und Dendrochronologie. Forsch. Ber. Vor- u. Frühgesch. Baden-Württemberg 113 (Stuttgart 2009), S. 9–70. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3-8062-2335-1.
  • Klaus Schmidt: Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger. Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53500-3
  • Harry Wüstemann: Dolche und Schwerter – Der Waffenschmied und seine Technik. In: Jockenhövel/Kubach: Bronzezeit in Deutschland, S. 86–88.

Afrika

  • Hermann Baumann (Hrsg.): Die Völker Afrikas und ihre traditionellen Kulturen. 2. Bde. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1979, ISBN 3-515-01974-X und ISBN 3-515-01968-5.
  • John Desmond Clark (Hrsg.): The Cambridge History of Africa. Vol. 1: From the Earliest Times to c. 500 BC. Cambridge University Press, Cambridge 1989. ISBN 0-521-22215-X.
  • Angela E. Close: Holocene Occupation of the Eastern Sahara. In: Klees, Kuper (Hrsg.): New Light on the Northeast African Past. S. 155–184. John Donnelly Fage (Hrsg.): The Cambridge History of Africa. Bd. 2: From c. 500 BC to AD 1050. Cambridge University Press, Cambridge 1988. ISBN 0-521-21592-7.
  • Frank Klees, Rudolph Kuper (Hrsg.): New Light on the Northeast African Past. Contributions to a Symposium Cologne 1990. Mit Beiträgen von R. Kuper, J. D. Clark, F. Wendorf u. R. Schild, R. Schild, F. Wendorf u. Angela E. Close, P. M. Vermeersch, Angela E. Close, Barbara E. Barich, M. Kobusiewics, F. Geus, L. Krzyzaniak. Heinrich-Barth-Institut, Köln 1992, ISBN 3-927688-06-1.
  • Wilhelm J.G. Möhlig: Die Bantusprachen im engeren Sinne. In: Bernd Heine, Thilo C. Schadeberg, Ekkehard Wolff (Hrsg.): Die Sprachen Afrikas, S. 77–116. Buske, Hamburg 1981, ISBN 3-87118-433-0.
  • Jocelyn Murray (Hrsg.): Weltatlas der alten Kulturen: Afrika. Christian Verlag, München 1981, ISBN 3-88472-042-2.
  • Wilhelm J.G. Möhlig: Die Bantusprachen im engeren Sinne.In: Bernd Heine, Thilo C. Schadeberg, Ekkehard Wolff (Hrsg.): Die Sprachen Afrikas, S. 77–116. Buske, Hamburg 1981, ISBN 3-87118-433-0.
  • David W. Phillipson: African Archaeology. 3. Aufl. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-54002-5.
  • Franz Rottland, Rainer Vößen: Sprache und Geschichte.In: Bernd Heine, Thilo C. Schadeberg, Ekkehard Wolff (Hrsg.): Die Sprachen Afrikas, S. 479–512. Buske, Hamburg 1981, ISBN 3-87118-433-0.
  • Jürgen Richter: Studien zur Urgeschichte Namibias. Heinrich-Baarth-Institut, Köln 1991, ISBN 3-927688-04-5.
  • L. Wadley, T. Hodgskiss, M. Grant: Implications for complex cognition from the hafting of tools with compound adhesives in the Middle Stone Age, South Africa. PNAS 106, S. 9590–9594 (2009).
  • Hans-Peter Wotzka: Studien zur Archäologie des zentralafrikansichen Regenwaldes. Heinrich-Barth-Institut, Köln 1995, ISBN 3-927688-07-X.

Amerika

  • Michael D. Coe (Hrsg.), Dean Snow, Elizabeth Benson: Weltatlas der alten Kulturen: Amerika vor Kolumbus. Geschichte, Kunst Lebensformen. Christian Verlag, München 1986, ISBN 3-88472-107-0.
  • Wolfgang Haberland: Amerikanische Archäologie. WBG, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-07839-X.
  • Hans Läng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas. Gondrom Verlag, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-1056-4.
  • Jeffrey Quilter: Die Schätze der Anden. Der Glanz der Inkazeit und des präkolumbischen Südamerika. Frederking & Thaler Verlag, München 2005, ISBN 3-89405-497-2.
  • Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim: Glanz und Untergang des alten Mexiko. Ausstellung 1986. Verlag Philipp von Zabern, Mainz, ISBN 3-8053-0908-2.
  • Miloslav Stingl: Die Inkas. Ahnen der Sonnensöhne. Econ Verlag, Düsseldorf 1978, ISBN 3-927117-40-4.

Asien

  • Caroline Blunden, Mark Elvin: Weltatlas der alten Kulturen: China. Christian Verlag, München 1983, ISBN 3-88472-091-0.
  • Martin Collcutt, Marius Jansen, Isao Kumakura: Weltatlas der alten Kulturen: Japan. Christian Verlag, München 1989, ISBN 3-88472-151-8.
  • Horst Goepper: Die chinesische Schrift. Vorformen und frühe Stadien. In: Kulturstiftung S. 156 – 166.
  • Valentina Gorbatcheva, Marina Federova: Die Völker des Hohen Nordens. Kunst und Kultur Sibiriens. Parkstone Press, New York 2000, ISBN 1-85995-484-7.
  • Gordon Johnson: Weltatlas der alten Kulturen: Indien und Pakistan, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Sri Lanka. Christian Verlag, München 1995, ISBN 3-88472-271-9.
  • Kulturstiftung Ruhr, Essen (Hrsg.): Das alte China: Menschen und Götter im Reich der Mitte 5000 v. Chr.–220 n. Chr. Hirmer Verlag, München 1995, ISBN 3-7774-6640-9.

Australien, Neuseeland, Neuguinea und Ozeanien

  • Thomas Barthel: Eingekerbte Vergangenheit. Die Zukunft der Rongorongo-Studien. In: Geheimnisvolle Kultur der Osterinsel, S. 125–133.
  • Roland Garve: Irian Jaya. Die verlorene Steinzeit. Kiepenheuer Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-378-00456-8.
  • Geheimnisvolle Kultur der Osterinsel. Schätze aus dem Land des Hotu Matua.. Weltbild Verlag, Augsburg 1993, ISBN 3-89350-723-X.
  • Jean Guiart: Die Schriftzeichen der Osterinsel. In: Geheimnisvolle Kultur der Osterinsel S. 134–138.
  • Lindenmuseum Stuttgart, Südsee-Abteilung. Text Ingrid Heermann. Stuttgart 1989.
  • Hermann Mückler: Einführung in die Ethnologie Ozeaniens: Kulturgeschichte Ozeaniens, Band 1: Kulturgeschichte Ozeaniens 1. facultas.wuv Universitätsverlag, Wien 2009, ISBN 978-3708903927.
  • Richard Nile, Christian Clerk: Weltatlas der alten Kulturen: Australien, Neuseeland und der Südpazifik. Geschichte Kunst Lebensformen. Christian Verlag, München 1995, ISBN 3-88472-291-3.
  • Waldemar Stöhr: Lebensraum Ozeanien. In: Geheimnisvolle Kultur der Osterinsel. S. 39–52.

Spezialthemen – Werkzeuge, Klima, Kulturtechniken, Anthropologie, Ethnologie

  • S. Ambrose: Coevolution of composite-tool technology, constructive memory, and language. Implications for the evolution of modern human behavior. Current Anthropology 51/S1, S. 135–147 (2010).
  • Norbert Benecke: Der Mensch und seine Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung. Konrad Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1105-1.
  • Rudolf Feustel: Abstammungsgeschichte des Menschen. 6. Aufl., Gustav Fischer Verlag, Jena 1990, ISBN 3-8252-1722-1.
  • Harald Haarmann: Universalgeschichte der Schrift. 2. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt 1991, ISBN 3-593-34346-0.
  • Eike Haberland: Historische Ethnologie. In: Hans Fischer (Hrsg.): Ethnologie. Einführung und Überblick. 3. Aufl., S. 311–336, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-496-00423-1.
  • Winfried Henke, Hartmut Rothe: Paläoanthropologie. Springer Verlag, Heidelberg 1994, ISBN 3-540-57455-7.
  • H. H. Lamb: Klima und Kulturgeschichte. Der Einfluss des Wetters auf den Gang der Geschichte. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 1994. ISBN 3-499-55478-X.
  • Roger Lewin: Spuren der Menschwerdung. Die Evolution des Homo sapiens. Spektrum Akad. Verlag, Heidelberg 1992, ISBN 3-89330-691-9.
  • Klaus E. Müller: Geschichte der Ethnologie. In: Hans Fischer (Hrsg.): Ethnologie. Einführung und Überblick, 3. Aufl., S. 23–56. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-496-00423-1.
  • M. Schwarzbach: Das Klima der Vorgeschichte. Eine Einführung in die Paläoklimatologie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-432-87355-7.
  • Eike-Meinrad Winkler: Die Entstehung des menschlichen Bewusstseins aus der Sicht der Paläoanthropologie und Archäologie. In: Giselher Guttmann, Gerhard Langer (Hrsg.): Das Bewusstsein. Multidimensionale Entwürfe, S. 181–208. Springer Verlag, Wien 1992, ISBN 3-211-82361-1.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. v. Koenigswald, S. 149–155, 160 ff.; Britannica, Bd. 26, S. 49 f.
  2. Reichholf, S. 170.
  3. Zu den klimageschichtlichen Angaben s. Lamb, S. 125–176 und Schwarzbach, S. 227–238, 247 ff., sowie Haarmann, Sintflut, S. 19 f., 41 ff., 53–57, 147 ff., 159 ff.
  4. Im Artikel wird durchgängig der Begriff Vorgeschichte verwendet und nicht Urgeschichte. Beide Begriffe sind gleichwertig, „Vorgeschichte“ ist allerdings insofern besser als der Begriff sich an das international gebräuchliche „Prehistory“ anlehnt, Vgl. Hoffmann, S. 390, aber Fiedler, S. 377 f. und 383 f., Brockhaus, Bd. 23, S. 448 f.
  5. Hoffmann, S. 403.
  6. Haarmann, Universalgeschichte der Schrift, S. 14 f.
  7. Sherratt, S. 10, 410 f.
  8. Müller-Karpe, Grundzüge, Bd. V, S. XI.
  9. Sherratt, S. 44 f.
  10. Müller-Karpe, Grundzüge, Bd. 4, S. XI.
  11. Sherratt, S. 36 f.
  12. Müller-Karpe, Altsteinzeit, S. 32.
  13. Hahn, S. 277.
  14. Hoffmann, S. 403 f.
  15. Zur Relativierung dieser Interpretation s. Müller-Karpe, Grundzüge, Bd. 1, S. 4 ff.
  16. Mania, Arch. i. Deutschl. S. 56–61.
  17. Feustel, S. 201 f., 227 ff., 238 ff.
  18. Hoffmann, S. 133; Müller-Karpe, Altsteinzeit, S. 163 f., 192 f.; Clark, Bd. 1, S. 405; Feustel, S. 200 f.; Winkler, S. 193 f., 197 ff., 200; Hahn, S. 146–148; Herrmann/Mania, S. 31, 40; Ambrose 2010 (Commons).
  19. Britannica, Bd. 28, S. 695.
  20. Hoffmann, S. 330.
  21. Feustel, S. 192–204; Lewin, S. 149–152.
  22. Hoffmann, S. 123 f., 330; Müller-Karpe, Altsteinzeit, S. 38 f.
  23. Britannica, Bd. 28, S. 695.
  24. Hoffmann, S. 124.
  25. Müller-Karpe, Altsteinzeit, S. 54.
  26. Hahn, S. 218, 230, 237.
  27. Müller-Beck, S. 338.
  28. Hahn, S. 242.
  29. Fiedler, S. 213; Hoffmann, S. 231, Hahn et al., S. 93, 99.
  30. Keefer, S. 30 ff.
  31. Hoffmann, S. 349 f.
  32. Fiedler, S. 345 f.
  33. Jayne Wilkins, Benjamin J. Schoville, Kyle S. Brown, Michael Chazan: Evidence for Early Hafted Hunting Technology. In: Science, 16 November 2012, Bd. 338, Nr. 6109, S. 942–946. [1]
  34. Müler-Karpe, Altsteinzeit, S. 159 f.
  35. Hoffmann, S. 350 ff.; Hahn, S. 390 ff., Fiedler, S. 346 f.
  36. Sherratt, S. 90; Hahn, S. 247.
  37. Hoffmann, S. 307; Cunliffe, S. 116.
  38. Hoffmann, S. 264 f., 403 f.
  39. Müller-Beck, S. 399.
  40. Hoffmann, S. 171 f.
  41. Hahn, S. 11–23, 26 ff.
  42. Mückler, S. 261 f.
  43. Keefer, S. 30, 97.
  44. Probst, S. 61.
  45. Fiedler et al., S. 333.
  46. Fiedler, S. 333.
  47. Fiedler, S. 190 f.
  48. Hoffmann, S. 231.; Probst, S. 60.
  49. Müller-Beck, S. 300 f.; Hahn et al., S. 130 f.
  50. Hoffmann, S. 204 f.
  51. Dinnis et al. 2009; Wadley et al. 2009; Ambrose 2010.
  52. Hoffmann, S. 404; Hahn, S. 387 ff., Schlichtherle, S. 33.
  53. Hoffmann, S. 382, 404.
  54. Hahn, S. 387, 389; Keefer, S. 125.
  55. Hoffmann, S. 58 f.
  56. Fiedler, S. 67.
  57. Hoffmann, S. 330.
  58. Hoffmann, S. 331.
  59. Hoffmann, S. 45, 330 f.; Hahn, S. 286–294.
  60. Zur Typologie s. Hahn, S. 286 ff.
  61. Cunliffe, S. 201; Hahn, S. 287.
  62. Cunliffe, S. 113.
  63. Cunliffe, 205 f., 209 f., 218; Müller-Beck, S. 439 f.
  64. Probst, S. 171.
  65. Hoffmann, S. 45 f., Hahn, S. 211 ff., 286–289.
  66. Cunliffe, S. 113–116.
  67. Sherratt, S. 144, 158, 325.
  68. Cunliffe, S. 186; Keefer, S. 99.
  69. Haberland, S. 160.
  70. Mückler, S. 31.
  71. Hoffmann, S. 20, 60, 168, 208, 367; Cunliffe, S. 285.
  72. Hoffmann, S. 60.
  73. Hoffmann, S. 203 f.; Hahn, S. 295 f.; Fiedler, S. 185 f.
  74. Britannica, Bd. 29, S. 530.
  75. Mania, Archäol. i. Deutschl, S. 57 f.
  76. Fiedler, S. 191 f.; Hahn, 296 ff.
  77. Fiedler, S. 191 f.
  78. Hoffmann, S. 168 f., 334.; Hahn, S. 292 f.; Probst, S. 172, 430
  79. Probst, S. 172.
  80. Sherratt, S. 82.
  81. Hahn et al., S. 99 ff.
  82. Fiedler, S. 221 f.
  83. Hoffmann, S. 149 f.; Fiedler S. 348–357.
  84. Müller-Beck, S. 256.
  85. Müller-Beck, S. 338; Hahn et al., S. 97, 99, 117 ff., 123 ff., 127, 130 f.
  86. Hahn, S. 198, 207 ff., Britannica, Bd. 13, S. 354.
  87. Hoffmann, S. 331 f.; Hahn, S. 247.
  88. Hahn, S. 333–342.
  89. Hahn, S. 342.
  90. Hoffmann, S. 332.
  91. Schlichtherle, S. 26.
  92. Hahn, S. 268 f.
  93. Sherratt, S. 177.
  94. Flon, S. 278.
  95. Hoffmann, S. 344 f.
  96. Hoffmann, S. 332; Hahn, S. 277–281.
  97. Probst, S. 170.
  98. Sherratt, S. 158.
  99. Flon, S. 44.
  100. Müller-Beck, S. 293 ff.
  101. Hahn, S. 132, 242, 247, 249.
  102. Probst, S. 170 f.
  103. Müller-Beck, S. 398.
  104. Hoffmann, S. 317; Hahn, S. 264 f.
  105. Hoffmann, S. 264 f.; Hahn, S. 255–267; Cunliffe, S. 107–113.
  106. Hahn, S. 353–356; Hoffmann, S. 309.
  107. Hahn, S. 365 ff.; Hoffmann, S. 340 ff.; Sherratt, S. 88 f.; Müller-Beck, S. 301 f.
  108. Haberland, S. 150.
  109. Hoffmann, S. 305; Hahn, S. 305 f.
  110. Schmidt, S. 167 ff., 189, 207 f., 254.
  111. Probst, S. 171.
  112. Hahn, S. 306 f.
  113. Hoffmann, S. 86; Sherratt, S. 17 f.
  114. Vgl. Sherratt, S. 17 f., 34–37.
  115. Cunliffe, S. 11.
  116. Cunliffe, S. 446, 449 f.
  117. Scarre, S. 148.
  118. Fiedler, S. 333.
  119. Hoffmann, S. 330; Müller-Karpe, Altsteinzeit, S. 38.
  120. Fiedler, S. 49.
  121. Hoffmann, S. 54; Mania, S. 149, 150, 158, 165; Mania, Arch. i. Deutschl. S. 67 ff.
  122. Probst, S. 38.
  123. Henke/Rothe, S. 522.
  124. Fiedler, S. 333.
  125. Fiedler, S. 49; Cunliffe, S. 20, 43.
  126. Henke/Rothe, S. 522 f., 527 ff., 530 ff.; Hoffmann, S. 49 f.
  127. Cunliffe, S. 59 f., 78.
  128. Cunliffe, S. 50.
  129. Fiedler, S. 334 f.; Clark, Bd. 1, S. 262 ff.; Cunliffe, S. 59, 62.
  130. Fage, Bd. 2, S. 42.
  131. Clark, Bd. 1, S. 432; Hoffmann, S. 202, 328.
  132. Hahn, S. 131 f.
  133. Henke/Rothe, S. 532.
  134. Cunliffe, S. 103–107, 114 ff.
  135. Hoffmann, S. 260; Hahn et al. S. 155.
  136. Fiedler, S. 333.
  137. Hahn et al., S. 155.
  138. Müller-Beck, S. 375 f.
  139. Cunliffe, S. 109, 111 f., 114 f., 153.
  140. Cunliffe, S. 202 f., 187, 194. Ausführlich u. a. in: Schlichtherle, Pfahlbauten, S. 140–153.
  141. Probst, S. 170.
  142. Cunliffe, S. 116, 146.
  143. Hahn, S. 384 ff.
  144. Hoffmann, S. 137 ff.
  145. Hoffmann, S. 164, 310.
  146. Brockhaus, Bd. 11, S. 288 f.
  147. Hoffmann, S. 359 f.
  148. Hahn, S. 270, 349–352.
  149. Hoffmann, S. 279 f.
  150. Hahn, S. 273–276.
  151. Probst, S. 414 f.; Hoffmann, S. 82 ff.
  152. Cunliffe, S. 296 f.; Sherratt, S. 150; Hoffmann, S. 81 f.
  153. Hoffmann, S. 33 f., 58 f.
  154. Gross-Klee, S. 69–101.
  155. Hoffmann, S. 206 f.; Hahn, S. 276–281.
  156. Cunliffe, S. 224.
  157. Flon, S. 260, 262.
  158. Hoffmann, S. 280; Müller-Karpe, Grundzüge, S. 158.
  159. Jockenhövel, S. 22–26, 45 ff.
  160. Jockenhövel. S. 10, 42 ff.
  161. Keefer, S. 158.
  162. Jockenhövel, S. 35; Köninger, S. 386 ff.
  163. Cunliffe, S. 251, 269.
  164. Cunliffe, S. 299, 364; Sherratt, S. 150 f.
  165. Britannica, Bd. 29, S. 532 ff.
  166. Cunliffe, S.358 f.
  167. Cunliffe, S. 275; Sherratt, S. 146, 150 f.
  168. Schlichtherle, S. 38 f., Königer, S. 382 f.
  169. Flon, S. 253.
  170. Cunliffe, S. 351
  171. Cunliffe, S. 217 ff., 226, 307, 351.
  172. Hoffmann, S. 367.
  173. Hoffmann, S. 168 f.
  174. Cunliffe, S. 279, 290 f., 294, 307 f.
  175. Haberland, S. 114.
  176. Britannica, Bd. 29, S. 532 f.
  177. Sherratt, S. 115 f.
  178. Cunliffe, S. 296.
  179. Cunliffe, S. 299.
  180. Sherratt, S. 164 f., 172 f.; Scarre, S. 150.
  181. Flon, S. 253.
  182. Cunliffe, S. 275, 290, 303, 319 ff., 329 f.
  183. Cunliffe, S. 350 ff., 369 f.
  184. Jockenhövel/Wüstemann, S. 86 ff.; Britannica, Bd. 29, S. 533; Hoffmann, S. 200 f.
  185. Cunliffe, S. 290–295, 350 ff. etc.
  186. Jockenhövel/Wüstemann, S. 87 f.; Hoffmann, S. 81 f.
  187. Cunliffe, S. 320, 329 f.
  188. Cunliffe, S. 285.
  189. Jockenhövel, S. 39 f.
  190. Cunliffe, S. 290.
  191. Jockenhövel/Wüstemann, S. 88 f.
  192. Cunliffe, S. 320 f., 365, 369.
  193. Cunliffe, S. 303, academia.eu
  194. Cunliffe, S. 369.
  195. Britannica, Bd. 29, S. 534.
  196. Cunliffe, S. 285 f.
  197. Sherratt, S. 222.
  198. Cunliffe, S. 375–414.
  199. Gilt im deutschsprachigen Raum, mit Ausnahme Norddeutschlands. Dort folgt auf die eisenzeitliche Jastorf-Kultur die „Römische Eisenzeit“ als Entsprechung zur Römischen Kaiserzeit (0–375 n. Chr.) und anschließend die „Germanische Eisenzeit“ (375–650).
  200. Sherratt, S. 222.
  201. Cunliffe, S. 419 ff.
  202. Cunliffe, S. 423.
  203. Hoffmann, S. 91.
  204. Britannica, Bd. 14, S. 602.
  205. Sherratt, S. 224.
  206. Britannica, Bd. 3, S. 16.
  207. Britannica, Bd. 18, S. 590.
  208. J. Herrmann/H. Keiling, Bd. 1, S. 152.
  209. Lamb, S. 165 f., 167–171; Cunliffe S. 423.
  210. Cunliffe, S. 395, 400, 405, 425 ff.; Sherratt, S. 222 f.
  211. Cunliffe, S. 347–353, 409 ff.
  212. Baumann/Fuchs, Bd. 2, S. 567, 569 f.
  213. Vgl. etwa Schmidt, S. 247 f., 254 ff. oder die „Biertheorie“ von Reichholf, S. 258 ff.
  214. Müller-Karpe, Grundzüge, Bd. 1, S. 157 f.
  215. Eike Haberland, S. 327 f., 330.
  216. Cunliffe, S. 50; K. E. Müller, S. 23–57.
  217. Sherratt, S. 36 f.; Eike Haberland, S. 311–335; Britannica, Bd. 27, S. 328 ff.
  218. Baumann, Bd. 1, S. 439.
  219. Sherratt, S. 177.
  220. Baumann/Hirschberg, Bd. 1, S. 390 ff.
  221. Richter, S. 249–255.
  222. Wotzka, S. 244–257.
  223. Wotzka, S. 282–285.
  224. Phillipson, S. 120; Hoffmann, S. 171, 210 f.
  225. Clark, S. 617, 959.
  226. Baumann/Smolla, Bd. 1, S. 37.
  227. Brockhaus, Bd. 1, S. 249.
  228. Baumann,/Born, S. 710.
  229. Baumann, Bd. 1, S. 38 f.
  230. Baumann/Kronenberg, Bd. 2., S. 173.
  231. Baumann, Bd. 1, S. 569, 571; Baumann/Born, Bd. 1, S. 708.
  232. Baumann/Schebesta, Bd. 1, S. 779.
  233. Baumann/Klein, Bd. 2, S. 328.
  234. Baumann/Dittmer, Bd. 2, S. 514.
  235. Baumann/Dittmer, Bd. 2, S. 514; Baumann/Fuchs, S. 548, 564.
  236. Baumann/Haberland, Bd. 2, S. 144–149.
  237. Baumann/Liesegang et al., Bd. 2, S. 36.
  238. Baumann/Klein, Bd. 2, S. 326: Baumann/Hirschberg, Bd. 2, S. 358; Baumann/Zernemann, Bd. 2., S. 436.
  239. Benecke, S. 292 ff., 326 ff.
  240. Blunden, S. 50 f.
  241. Kulturstiftung/Katalogteil, S. 233–237, 273 f., 311 ff.
  242. Blunden, S. 54; Rodzinski, S. 17 f., Kulturstiftung/Goepper, S. 162–166.
  243. Brockhaus, Bd. 11, S. 112.
  244. Britannica, Bd. 22, S. 276 f., 494 f.
  245. Collcutt, S. 34–42.
  246. Gorbatcheva, Abbildungen S. 40, 77, 102, 110, 183; Sherratt, S. 320: Scarre, S. 272 f.; Läng, S. 45–49, 65–71.
  247. Johnson, S. 58–62.
  248. Sherratt, S. 272–276.
  249. Sherratt, S. 127 f.
  250. Sherratt, S. 164 f., 172 f.
  251. Haberland, S. 146–158, 169.
  252. Haberland, S. 49.
  253. Flon, S. 329; Haberland, S. 163.
  254. Cunliffe, S. 194, 198.
  255. Sherratt, S. 360; Haberland, S. 169 f.; Flon, S. 330.
  256. Sherratt, S. 377.
  257. Läng, S. 232 f., 298 ff., Abb. 59
  258. Quilter, S. 22; Haberland, S. 154 ff.; Flon, S. 357; Haberland, S. 156.
  259. Vgl. Roemer-Pelizaeus, S. Abb. 54 f., S. 70, Kat. Nr. 86.
  260. Roemer-Pelizaeus, Kat. Nr. 3.
  261. Vgl. Roemer-Pelizaeus, Kat. Nr. 273, 274.
  262. Vgl. Roemer-Pelizaeus, Kat. Nr. 192–295, 345.
  263. Quilter, S. 174.
  264. Stingl, S. 182, 274.
  265. Coe, S. 133, 168 f.
  266. Sherratt, S. 398.
  267. Fiedler, S. 369 f.
  268. Scarre, S. 69, 97.
  269. Lindenmuseum, S. 13.
  270. Scarre, S. 97.
  271. Britannica, Bd. 25, S. 104.
  272. Nile, S. 53.
  273. Sherratt, S. 334, 336, 339; Lindenmuseum Stuttgart, Südseeabt., 1989, S. 36.
  274. Nile, S. 44.
  275. Hoffmann, S. 59, 65, 121 f.; Fiedler, S. 347.
  276. Osterinsel, S. 307.
  277. Britannica, Bd. 25, S. 261.
  278. Barthels, S. 125–133.
  279. Guiart, S. 134
  280. Garve, S. 7, Britannica, Bd. 25, S. 104.
  281. Britannica, Bd. 25, S. 121, 124.
  282. Lindenmuseum, S. 105.
  283. Garve, Abbildungsbelege: S. 38, 74 (Dechsel, Steinbeil), 102 (Dolch mit eingeklebter Knochenspitze), 95 (Speer mit eiserner Tüllenspitze), (Speer mit breiter Eisenklinge in Bindeschäftung), 59, 64, 69, 87, 117, 119 (Pfeile mit und ohne Binde/Klebe-Schäftung, aber mit oft langer Bambusspitze oder Eisenspitze).
  284. Flon, S. 376.
  285. Flon, S. 378 f.
  286. Lindenmuseum, S. 142.

 Portal: Ur- und Frühgeschichte – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Ur- und Frühgeschichte
 Portal: Ethnologie – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Ethnologie


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde...
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp ber...
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht. Gemäss dem internationalen Forscherteam so...
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht un...
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, unt...
25.09.2020
Vor 120.000 Jahren: Älteste sicher datierte Nachweise von Menschen auf der arabischen Halbinsel
Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in ...
25.09.2020
Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Martin Petr und Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipz...
21.09.2020
Versteinerte Bäume im Thüringer Wald: Forscherteam entschlüsselt fossile Mikrowelten
Paläontologen des Museums für Naturkunde Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg führen aktuell in Manebach bei Ilmenau wissenschaftliche Grabung...
21.09.2020
Auch Schimpansen leiden ein Leben lang, wenn sie im Kindesalter die Mutter verlieren
Der Tod eines Elternteils ist für ein Kind traumatisch und Waisenkinder leiden häufig für den Rest ihres Lebens unter diesem Verlust – ein verzö...
21.09.2020
Älteste Spermien der Welt
In einem Bernstein entdeckte ein internationales Team von Paläontologen im Inneren eines weiblichen Muschelkrebses 100 Millionen Jahre alte Riesenspe...
17.09.2020
Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrat...
15.09.2020
Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon.
09.09.2020
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus eine...
09.09.2020
Das letzte Zucken der Eiszeit
Ein internationales Team von Forschenden blickt präzise wie nie in das Ende der letzten Eiszeit. Wann und wo genau die Jüngere Dryaszeit begann und ...
03.09.2020
Milchverträglichkeit hat sich in wenigen Tausend Jahren in Mitteleuropa verbreitet
Paläogenetiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden nur in wenigen Knochen vom bronzezeitlichen Schlachfeld an der Tollense Hinweise auf ...
03.09.2020
Himmelsscheibe von Nebra wird neu datiert
Bisher galt die Himmelsscheibe von Nebra als frühbronzezeitlich und damit als älteste Himmelsdarstellung der Welt. Archäologen der Goethe-Universit...
03.09.2020
Künstliche Intelligenz hilft in der Archäologie
Künstliche Intelligenz ist besser als bisherige Softwareanwendungen in der Lage, den Ursprung archäologischer Funde aus naturwissenschaftlichen Unte...
26.08.2020
Bronzezeit: Fremde Ernährungstraditionen in Europa
Nicht nur Metalle, hierarchische Gesellschaften und befestigte Siedlungen: In der Bronzezeit beeinflusste auch ein neues Lebensmittel die ökonomische...
26.08.2020
Wie sich Neandertaler an das Klima anpassten
Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelte...
17.08.2020
Radiokarbonuhr zur C-14 Datierung neu geeicht
Die Radiokarbondatierung wird genauer als je zuvor: Als Teil eines internationales Forschungsteam trug die Universität Hohenheim dazu bei die Technik...
06.08.2020
Langer Hals half Saurier bei Unterwasserjagd
Sein Hals bestand aus dreizehn extrem verlängerten Wirbeln und war dreimal so lang wie sein Rumpf: Der Giraffenhalssaurier Tanystropheus lebte vor 24...
06.08.2020
Ein Riesenkranich aus dem Allgäu
Forschungsteam beschreibt rund elf Millionen Jahre alten Vogelschädel von der Fundstelle Hammerschmiede als frühesten Nachweis eines großen Kranich...
04.08.2020
Jonah’s Mausmaki: Internationales Forscherteam entdeckt in Madagaskar neue Primatenart
Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sechs Ländern hat in Madagaskar eine neue Mausmaki-Art entdeckt. Das Forscherte...
31.07.2020
Bisher älteste Bissspuren von Säugetieren auf Dinosaurierknochen entdeckt
Forschungsteam der Universität Tübingen belegt, dass kleine Säuger aus dem Nordwesten Chinas vor 160 Millionen Jahren Aas nicht verschmähten.