Musculus biceps femoris


Dieser Artikel befasst sich mit dem Oberschenkelmuskel Bizeps (Musculus biceps femoris); für den Oberarmmuskel Bizeps siehe Musculus biceps brachii
Musculus biceps femoris
Biceps femoris muscle long head.PNG
rückseitige Oberschenkelmuskulatur (M. biceps femoris hervorgeh.) des Menschen
Ursprung
Caput longum: Sitzbein (Tuber ischiadicum)
Caput breve: Rückseite des Oberschenkelknochens
Ansatz
Wadenbein (Caput fibulae) unterhalb des Kniegelenks
Funktion
Beugung und Außenrotation Kniegelenk, Streckung und Außenrotation Hüftgelenk
Innervation
Caput longum: Nervus tibialis
Caput breve: Nervus peronaeus communis
Spinale Segmente
L5, S1

Der Musculus biceps femoris (lat.: Zweiköpfiger Muskel des Oberschenkels, auf deutsch irreführenderweise als Schenkelbeuger oder Beinbeuger bezeichnet, ist ein Skelettmuskel mit zwei Muskelköpfen.

Bei den Paarhufern ist der Muskel mit dem Musculus gluteus superficialis zum Musculus gluteobiceps verwachsen. Bei den vierfüßigen Säugetieren strahlt eine Nebensehne des M. biceps femoris (Fersenbeinsehne, Tendo accessorius) in die Achillessehne ein.[1]

Funktion

Der lange Kopf wirkt sowohl auf das Hüftgelenk als auch auf das Kniegelenk wie auch die beiden anderen Muskeln der Ischiocruralen Muskulatur, die Mm. semitendinosus und semimembranosus. Im Hüftgelenk bewirkt er Streckung und Außenrotation, im Kniegelenk Beugung. Der kurze Kopf wirkt nur auf das Kniegelenk. Somit beugen beide Muskeln das Kniegelenk und können bei gebeugtem Kniegelenk den Unterschenkel nach außen drehen.

Bei den vierfüßigen Säugetieren ist die Wirkung des Musculus biceps femoris noch komplexer. Neben der Streckung und Abduktion des Hüftgelenks wirkt er beim aufgesetzten Bein („Stützbein“) an der Streckung des Knies mit (weil der Unterschenkel am Boden fixiert ist), beim hochgehobenen Bein („Hangbein“) wirkt er als Kniebeuger. Durch seine Fersenbeinsehne wirkt der Muskel auch als Strecker des Sprunggelenks.[1]

Die Mitwirkung des Musculus biceps femoris (und der anderen beiden Muskeln der ischiocruralen Muskulatur, der Mm. semitendinosus und semimembranosus) an der Streckung im Kniegelenk ist allerdings auch beim Menschen unter dem Begriff des Lombardschen Paradoxons bekannt.[2]

Varietäten

Manchmal fehlt das Caput breve. Die Außenrotation im gebeugten Kniegelenk muss dann vom Caput longum allein ausgeführt werden.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Franz-Viktor Salomon: Muskelgewebe. In: Anatomie für die Tiermedizin. Enke Stuttgart, 2. erw. Aufl. 2008, S. 147–234. ISBN 978-3-8304-1075-1
  2. Andrews JG: The functional roles of the hamstrings and quadriceps during cycling: Lombard's Paradox revisited. In: J Biomech. 20, Nr. 6, 1987, S. 565–75. doi:10.1016/0021-9290(87)90278-8. PMID 3611133.

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