Dieser Artikel behandelt Mann im Sinn von „Mensch männlichen Geschlechts“. Für weitere Bedeutungen siehe unter Mann (Begriffsklärung).
Ein erwachsener Mann mit Tätowierung auf der Brust, an den Armen und um den Bauchnabel herum.

Ein Mann ist ein erwachsener Mensch männlichen Geschlechts. Der Begriff lässt sich daher von Frau, Kind, Junge, Männchen etc. abgrenzen. Der Begriff „Mann“ ist jedoch aufgrund der fundamentalen Einflüsse der Geschlechtlichkeit auf die menschliche Gesellschaft mit sehr vielen weiteren assoziativen und teilweise sehr emotionalen Bedeutungen beladen (s. auch Männlichkeit).

Das Symbol für einen Mann ist ♂, das Marssymbol. Männliche Säuglinge werden seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in westlichen Kulturen oft mit der Farbe Blau, im Gegensatz zu Rosa für weibliche Säuglinge, in Verbindung gebracht.

Biologische und medizinische Merkmale

Aus molekularbiologischer Sicht unterscheidet sich der Mann von der Frau durch die Paarung XY (siehe jedoch auch XX-Mann) in den Geschlechtschromosomen (statt XX bei der Frau, siehe aber auch XY-Frau). Dies führt zur Entwicklung diverser anatomischer Merkmale des Mannes:

  • Das Vorhandensein männlicher Gonaden, der Hoden, in denen die männlichen Gameten, die Spermien, produziert werden.
  • Die Entwicklung der primären Geschlechtsmerkmale Penis und Skrotum beim menschlichen Embryo.
  • Die Entwicklung von sekundären Geschlechtsmerkmalen während der Pubertät, wie Bartwuchs, tieferer Stimme als die Frau, breiteren Schultern, einem schmaleren Becken, einem geringeren Körperfett- und höherem Muskelanteil am Gesamtgewicht, einem höheren Wuchs sowie generell stärkerer Körperbehaarung, allesamt Folge eines höheren Spiegels des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Blut.

Zu fehlenden Geschlechtsmerkmalen und Mehrgeschlechtlichkeit siehe Intersexualität und Transgender.

Die Fachrichtung der Medizin, die sich mit den Erkrankungen des Mannes befasst, heißt Andrologie. Im Allgemeinen können Männer von den gleichen Krankheiten befallen werden wie Frauen, es existieren jedoch auch einige geschlechtsspezifische Erkrankungen; für einige weitere Erkrankungen zeigen Frauen und Männer deutlich unterschiedliche Krankheitsverteilungen (etwa für die Rot-Grün-Sehschwäche und andere X-chromosomale Erbkrankheiten).

Skelett

männliches Becken
links zwei Frauenschädel, rechts drei Männerschädel

Weibliche und männliche Becken sind verschieden. Das Hüftbeinloch hat bei Frauen eine ovale Form, und die Beckenschaufeln sind breiter. Das männliche Becken dagegen ist eher hoch, schmal und eng. Das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung ist der Winkel der Schambeinfuge. Er ist beim weiblichen Becken größer als 90° und beim männlichen kleiner als 90°.

Ebenso unterscheiden sich die Schädelformen. Nur Männerschädel weisen über den Augen eine deutlich ausgeprägte Wulst auf.

Die Fingerproportionen von Männern und Frauen sind unterschiedlich. Bei den meisten Männern ist der Ringfinger länger ist als ihr Zeigefinger. Bei Frauen ist hingegen der Zeigefinger länger als der Ringfinger oder zumindest gleich lang. Eine gängige Hypothese sieht die Ursache für das unterschiedliche Fingerlängenverhältnis im Testosteronspiegel im Mutterleib.[1]

Männerhaut

Das Erscheinungsbild der männlichen Haut (fettiger und großporiger als weibliche Haut) wird vorwiegend durch hormonell bedingte Hautunterschiede beeinflusst, z. B. durch die Hautdicke und die erhöhte Talgdrüsensekretion.

Die dickere männliche Haut hat ein höheres Wasserbindungsvermögen, was die Haut gespannter und fester aussehen lässt. Die erhöhte Talgproduktion ist verantwortlich für eine ausreichende Menge an Feuchtigkeit in der Haut und für die Zusammensetzung des sogenannten Hydrolipidfilms. Dieser Film regelt den Wassergehalt der tiefer liegenden Schichten, hemmt die Austrocknung und gibt der Haut ein glattes, geschmeidiges Aussehen.

Zudem hat Männerhaut eine geringere Neigung zur Faltenbildung. Falten zeigen sich beim Mann meist später als bei Frauen und auch nicht als kleine Knitterfältchen, sondern mehr als tiefe („markante“) Falten.

Infolge der erhöhten Talgproduktion kann es vor allem bei jungen Männern öfter zu Mitessern und Akne kommen. Diese entstehen, wenn sich der Talg zusammen mit abgestorbenen Hautzellen an den Poren festsetzt. Eine Reizung der Mitesser führt zur Ansiedlung von Keimen und entzündlichen Pickeln.

Unterschiede zwischen Männern und Jungen

Im Deutschen wird als Junge (in Österreich, Bayern: Bub; veraltend auch: Knabe) übergreifend − wenn auch nicht sehr strikt darauf beschränkt − eine männliche Person vor dem Erreichen der Volljährigkeit bezeichnet. In den meisten Gesellschaften wird das Überschreiten der Grenze vom Jungen zum Mann (häufig gleichgesetzt mit der Geschlechtsreife) als wichtiger Schritt im Leben eines männlichen Individuums angesehen und oft mit Initiationsriten unterschiedlichster Form zelebriert (als Beispiele sind hier etwa Beschneidungen oder Subinzision bei verschiedenen indigenen Völkern, die Firmung respektive Konfirmation in den christlichen Religionen, die Bar Mizwa im Judentum, die Jugendweihe bei den Freidenkern und in der ehemaligen DDR, aber auch einfach das Feiern des achtzehnten Geburtstages zu nennen), die jedoch in der „modernen“ westlichen Gesellschaft eher symbolischen Wert haben und in ihrer Funktion durch die Volljährigkeit ersetzt wurden. Mit Erreichen dieser Grenze werden den jungen Männern, ebenso wie den jungen Frauen, neue Rechte wie etwa die Heirats- und Geschäftsfähigkeit und Pflichten wie z. B. die Strafmündigkeit oder Verantwortung für elterliches Haus und Hof verliehen.

Idealbild eines Mannes (David von Michelangelo)

Soziologische Bedeutung (Geschlechterrollen)

Die Soziologie dokumentiert diverse Unterschiede (Geschlechterrollen) im Verhalten von Männern und Frauen in der menschlichen Gesellschaft, sowie signifikante Unterschiede in den Rollenverteilungen (Männlichkeit, Weiblichkeit).

Die Menschheitsgeschichte ist heute noch durch die Dominanz des Mannes in politischer, intrafamiliärer und gesamtgesellschaftlicher Hinsicht geprägt. Oftmals wird dies religiös begründet; viele Weltreligionen predigen oder praktizieren eine Überlegenheit des Mannes. Die körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen prägen das Vorurteil einer intellektuellen Überlegenheit von Männern. Dies ist jedoch wissenschaftlich widerlegt.

Die Bandbreite verschiedener Verhaltensweisen von Männern und Frauen ist sehr groß und oftmals nicht eindeutig oder nur unscharf zu belegen. Männern wird als Beispiel eine größere Durchsetzungskraft und höheres Wettbewerbs- aber auch Aggressionspotential nachgesagt, was auf Testosteron zurückgeführt wird. Bei Frauen hingegen seien häufig die sozialen Fähigkeiten stärker ausgeprägt. In den westlichen Kulturen hatte der soziale Status des Mannes für Frauen höhere Bedeutung als umgekehrt, was jedoch in der Gegenwart nicht mehr allgemein gültig ist. Der Verhaltensforscher Karl Grammer spricht von „Attraktivität wird für Status verkauft“.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005 (Rezension: [1])
  • Robert W. Connell (Raewyn Connell): Der gemachte Mann: Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, Leske + Budrich, Opladen 1999, Neuauflage 2004, ISBN 3-8100-2765-0
  • Sebastian Haffner: Der Abstieg des Mannes. In: Im Schatten der Geschichte. Historisch-politische Variationen aus zwanzig Jahren. dtv, München 1987, S. 273-280
  • Walter Hollstein: Was vom Manne übrig blieb. Krise und Zukunft des starken Geschlechts, Aufbau-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-351-02659-2
  • George L. Mosse: Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit. S. Fischer, Frankfurt 1996, ISBN 3-10-050605-7
  • Paul Nathanson, Katherine Young: Legalizing Misandry: From Public Shame to Systemic Discrimination Against Men, McGill-Queen's University Press, 2006, ISBN 0-7735-2862-8
  • Esther Vilar: Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur, München: DTV, Neuauflage 2000, ISBN 3-423-36134-4
  • Élisabeth Badinter: XY. Die Identität des Mannes. Piper, München 1993, ISBN 3-492-03634-1

Einzelbelege

  1. Was die Länge von Zeige- und Ringfinger verrät welt.de, 20. September 2011, abgerufen am 10. Juni 2012
  2. ORF: Die Krise der Männer, 14. Jänner 2009. youtube.de, abgerufen am 20. Juli 2010.

Weblinks


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