Jörg Biel


Jörg Biel (* 1943 in Neuffen) ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe und stand für 35 Jahre im Dienst der Landesarchäologie in Baden-Württemberg. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2008 war er Baden-Württembergs Landeskonservator.

Ausbildung

Biel wurde in Neuffen am Fuße der Schwäbischen Alb geboren. Tief verwurzelt mt der Geschichte seiner Heimat studierte er am Institut für Vor- und Frühgeschichte, der Urgeschichte und Geologie der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Ägypten, um an den Grabungen auf der Insel Elefantine teilzunehmen, kehrte er nach Tübingen zurück. Schon während des Studiums richtete sich Biel durch die Teilnahme an fünf Kampagnen der Heuneburg-Grabung, an Grabungen des ehemaligen Tübinger Staatlichen Amtes für Denkmalpflege und an Sondagen der Yale University in Nubien gezielt auf eine spätere Tätigkeit in der praktischen Archäologischen Denkmalpflege aus. Er promovierte in Tübingen 1972 bei Wolfgang Kimmig mit einer Dissertation über "Vorgeschichtliche Höhensiedlungen in Südwürttemberg und Hohenzollern". Sie erschien als 24. Band der "Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Beden-Württemberg". Diese Buch bildet bis heute Grundlage zur Beurteilung der Siedlungsgeschichte der Schwäbischen Alb in der Vor- und Frühgeschichte.

Beruflicher Werdegang

Jörg Biel fand 1972 Anstellung beim neu gegründeten Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in Stuttgart. Seine erste Aufgabe war die Erfassung archäologischer Denkmale in Listen. 1973 wurde er Referent im Regierungsbezirk Stuttgart, 1979 Konservator. 1986 übernahm er die Leitung des Referates Archäologische Denkmalpflege im Regierungsbezirk Stuttgart, 1994 wurde er zum Landesarchäologen ernannt und erhielt damit die Leitung der gesamten Archäologische Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Seit der Verwaltungsreform 2005 und der Neuorganisation der Denkmalpflege war Biel Leiter des Referates Grundsatzfragen und Wissenschaftliche Dienste im nun umbenannten Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.

Biels Hauptinteresse gilt der Eisenzeit. Unter anderem grub er 1978/79 das frühkeltische Fürstengrab von Eberdingen-Hochdorf aus. Als Referatsleiter und Landesarchäologe sorgte er für die Stärkung der Archäologie in der Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg.

Am 1. August 2008 wurde der Landesarchäologe Jörg Biel im Rahmen eines Festkolloquiums in Altheim in den Ruhestand verabschiedet.[1].

Publikationen

  • Vorgeschichtliche Höhensiedlungen in Südwürttemberg-Hohenzollern. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0778-X (Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg Bd. 24)
  • Der Keltenfürst von Hochdorf. 3. Aufl. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1172-8
  • Die Kelten in Deutschland. mit Sabine Rieckhoff; Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1367-4

Literatur

  • Dieter Planck: Verabschiedung von Dr. Jörg Biel. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege. 38 Jahrgang. 1/2009. S. 51f. Esslingen am Neckar 2009. ISSN 0342-0027

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1] Pressemitteilung Landesamt für Denkmalpflege vom 1. August 2008

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