Halawa


Dieser Artikel befasst sich mit der Haarentfernungsmethode „Halawa“. Für die Süßigkeit Halawa beziehungsweise Halva, siehe Halva.

Halawa (auch Warmwachs genannt; der Vorgang wird als Zuckern bzw. Sugaring bezeichnet) ist in den orientalischen Ländern die Bezeichnung für ein epilierendes Haarentfernungsmittel, welches üblicherweise aus Zucker und Zitronensaft gewonnen wird. Es wird auf die zu enthaarende Stelle gestrichen und entweder mit einem darübergelegten Tuch abgezogen, oder das Haar wird mit Fingern, auf die etwas Halawa aufgebracht wurde, entfernt. In Deutschland ist "Halawa" eine geschützte Marke (eingetragen beim Deutschen Patent- und Markenamt unter der Nummer 1089135). Daher dürfen hier nur von der Markeninhaberin (Halawa Aliki Gath) hergestellte Zuckerpasten zum Enthaaren unter der Bezeichnung "Halawa" angeboten und vertrieben werden.

Eigenschaften

Im Haushalt kann man selbst eine Zuckerpaste zum Haarentfernen durch Erhitzen von Zucker und Wasser unter Zugabe von Zitronensäure herstellen. Chemisch gesehen kommt es dabei zur Aufspaltung von Saccharose in Invertzucker, einer Mischung aus Glucose und Fructose. Die Zitronensäure wirkt dabei als Katalysator. Gelegentlich finden auch andere organische Säuren Verwendung, z. B. Salicylsäure. Man erhält eine in warmem Zustand sirupartige, nach Abkühlen jedoch zähe Masse aus Invertzucker, karamelisiertem Zucker und Zitronensäure.

Haarentfernung

Im Unterschied zu den Wachsverfahren werden bei korrektem Zuckern die Haare nicht festgeklebt und dann abgerissen, sondern schmerzarm herausgezogen. Des Weiteren wird die Haut durch die Zuckerpaste weniger traumatisiert, da sie sich nicht wie das Wachs an lebenden Hautzellen festklebt und Wachs oft zu hoch temperiert wird. Die Zuckerpasten bestehen aus Glucose- oder Fructosemolekülen, die verglichen mit einem Haar winzig klein sind. Dadurch können sie in den Follikelhals und in die Lamellenstruktur der Haare eindringen. Dadurch, und weil Zuckern in Wachstumsrichtung der Haare durchgeführt wird, reißen die Haare nicht ab. Daraus resultieren auch deutlich weniger einwachsende Haare.

Im Orient ist die Enthaarung mit einer Zuckerpaste eine seit langem bekannte Methode. Der Islam schreibt den Gläubigen eine regelmäßige Enthaarung des Körpers, insbesondere der Achselhöhlen und des Intimbereichs, vor.[1] Da bei der Bevölkerung des Nahen Ostens und Nordafrikas die Körperbehaarung häufig dichter und kräftiger ist als bei nördlichen und ostasiatischen Völkern, konnten sich andere Methoden der Körperenthaarung wie das Auszupfen mit Pinzetten nicht auf Dauer durchsetzen.

Wie bei allen Methoden der Epilation verlangsamt sich das Haarwachstum nach einer Halawa-Anwendung. Daher bleibt die Haut länger glatt als bei einer Depilation (z. B. Rasur) und die Anwendungsintervalle können vergrößert werden. Des Weiteren sind die nachwachsenden Haare dünner, unauffälliger und weicher. Daher lassen sich die Haare einfacher entfernen, was nachfolgende Anwendungen weniger schmerzhaft macht.

Praxis

Da die Herstellung zu Hause zeitaufwändig ist, versammeln sich im Orient manchmal mehrere miteinander befreundete oder verwandte Frauen, um gemeinsam Halawa/Zuckerpaste zu kochen und Schönheitspflege zu betreiben. Haarentfernung ist in arabischen Ländern jedoch auch eine Einkommensquelle speziell für ältere Frauen, die sich auf diese Methode spezialisiert haben. Auch wird Epilation mit Halawa/Zuckerpaste in Hamams durchgeführt, sie gehört mit zur orientalischen Badekultur.

Da die Enthaarung mit Halawa/Zuckerpaste sehr gründlich und schmerzärmer als das Wachsen ist, wird das Sugaring in immer mehr Kosmetiksalons angeboten. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich das Sugaring insbesondere bei der Enthaarung im Intimbereich (Brazilian Waxing). Für den Heimbedarf wird Warmwachs angeboten, das im Wesentlichen die gleichen Inhaltsstoffe wie das orientalische Halawa besitzt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Teil der Hadithen im Islam, siehe z. B. Deutschsprachige Hadithe des Propheten Muhammad.
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