Axonhügel


Aufbau einer Nervenzelle
alt=Eine Nervenzelle mit zwei verzweigenden Massen an beiden Enden. An einem Ende befindet sich im Inneren des Körpers der Zellkern. Die vielen Verzweigungen der Masse an diesem Ende sind die Dendriten. Zum anderen Ende der Nervenzelle führt ein langer Fortsatz, das Axon. Es wird von der Myelinscheide ummantelt, die von den Schwann-Zellen gebildet wird. Zwischen diesen Zellen befinden sich Zwischenräume, die Ranvier-Schnürringe. Die kleinere Masse mit weniger Verzweigungen wird als Axonterminale bezeichnet.
Zellkörper
Zellkern
Axonterminale
Schwann-Zelle

Axonhügel oder Ursprungskegel (lat.-anatom. Colliculus axonis; engl. axon hillock) bezeichnet die Ursprungsstelle des Axons am Zellkörper (Perikaryon) einer Nervenzelle,[1] gefolgt vom Initialsegment (Segmentum initiale), der Hauptverlaufsstrecke und den Endverzweigungen. Der Bereich des Axonhügels, der noch nicht zum eigentlichen Axon gehört, ist frei von Nissl-Schollen.[2]

Der Axonhügel ist der Ort der Entstehung von Aktionspotentialen (AP) die in der Regel über das Axon, aber auch über das Soma in den Dendritenbaum (retrograd), geleitet werden.

Anatomie

Lichtmikroskopisch setzt sich der Axonhügel bei Färbung mit basischen Farbstoffen als hellbleibende Zone ab.

Elektronenmikroskopisch ist zu erkennen, dass sich der Axonhügel als Initialsegment in das an dieser Stelle noch nicht von Myelin (nur bei Wirbeltieren) umgebene Axon fortsetzt. Die Dichte der Ribosomen nimmt im Verlauf des Axons ab, und die vom Perikaryon in das Axon eintretenden Mikrotubuli bilden Bündel, deren Ausdehnung bis zum Ende des Initialsegmentes reicht. Bis dahin erstreckt sich auch eine dichte Schicht (engl. dense layer), die sechs bis zehn Nanometer unter der Plasmamembran liegt. Befinden sich Synapsen am Initialsegment, so fehlt die dense layer an diesen Stellen.

Funktion

Der Axonhügel ist der wesentliche Summationsort von postsynaptischen Potentialen (erregende EPSP und hemmende IPSP).[1] Diese Potential-Summation findet prinzipiell an jeder Stelle der Zelle nach den Gesetzen der elektrotonischen Ausbreitung von Potenzialänderungen statt. Aber bei den meisten Nervenzellen sind Zellkörper und Dendriten eher unerregbar bzw. haben eine hohe Erregungsschwelle. Das Axon ist dagegen gut erregbar, sodass am Ausgang des Axons (Axonhügel) in der Regel zuerst Aktionspotenziale ausgelöst werden. Aufgrund der relativ hohen Natriumkanal-Dichte am Axonhügel entscheidet also die Summation von Potenzialänderungen an dieser Stelle, ob aus den lokalen synaptischen Potenzialen eine fortgeleitete Erregung wird.[3]

Retrograde Weiterleitung

Und dennoch ist es möglich, dass vom Axonhügel aus auch eine sog. retrograde Leitung der Aktionspotenziale in den Dendritenbaum erfolgt. Die retrograde Leitung der Aktionspotenziale in den Dendritenbaum spielt bei plastischen Veränderungen von Synapsen eine Rolle.[3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Clemens Kirschbaum: Biopsychologie von A bis Z. Springer-Lehrbuch, ISBN 3540396039, S. 30/31 Lemma „Axonhügel“
  2. Theodor H. Schiebler, Horst-W. Korf: Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff; Auflage: 10., vollst. überarb. Aufl. (21. September 2007), ISBN 3798517703, Seite 72
  3. 3,0 3,1 Robert F. Schmidt (Herausgeber), Florian Lang (Herausgeber), Manfred Heckmann (Herausgeber): Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie: mit Pathophysiologie mit Repetitorium. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 31., neu bearb. u. aktual. Aufl. (4. Oktober 2010), ISBN 3642016502, Seite 94/95

Weblinks

  • Axonhügel – Definition im Lexikon der Neurowissenschaft bei wissenschaft-online.de

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